Der erste Eindruck

Ein guter erster Eindruck hilft dabei, Vertrauen aufzubauen und die Basis für eine langfristige Geschäftsbeziehung zu legen. Was als gutes Benehmen geschätzt wird, kann jedoch kulturell sehr verschieden sein – beispielsweise in punkto Small Talk, Körpersprache oder Dresscode. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen guten Eindruck in Deutschland hinterlassen.

Begrüßung und Anrede

Im Geschäftsleben werden Sie häufig neuen Menschen begegnen – ob in der neuen Abteilung, bei Kundenterminen oder auf Konferenzen. In Deutschland wird dabei sehr viel Wert auf die Begrüßung und die korrekte Anrede gelegt.

Begrüßung

Grundlegend gilt im Geschäftsleben, dass Sie Personen zuerst begrüßen, die im Rang über Ihnen stehen. Dazu zählen beispielsweise Vorgesetzte, ältere Kolleginnen und Kollegen, aber auch Kundinnen und Kunden. Abhängig von der Tageszeit können Sie mit einem freundlichen und gut hörbaren „Guten Morgen“, „Guten Tag“ oder „Guten Abend“ grüßen. Werden Sie – beispielsweise auf dem Flur in Ihrem Unternehmen oder auf dem Weg zur Arbeit – von Kolleginnen und Kollegen oder ihrer Chefin bzw. Chef gegrüßt, grüßen Sie immer zurück. Nicht zu grüßen, gilt als sehr unhöflich in Deutschland. Und keine Scheu: Sehen Sie Ihrem Gegenüber dabei freundlich in die Augen. Das wirkt nicht aufdringlich, sondern signalisiert Ihre Aufmerksamkeit.

In Deutschland werden Sie häufig mit einem Händedruck begrüßt. Wird Ihnen die Hand zur Begrüßung entgegengestreckt, erwidern Sie das Angebot mit einem kurzen, festen Händedruck mit der rechten Hand. Achten Sie dabei auch auf Ihre Körpersprache und stecken Sie Ihre linke Hand zum Beispiel nicht in die Hosentasche.

Der erste Kontakt

Wenn Sie jemanden das erste Mal treffen, stellen Sie sich kurz mit Ihrem Vor- und Nachnamen vor. Im Gegenzug wird sich dann Ihre Gesprächspartnerin oder Ihr Gesprächspartner vorstellen. Um den Small Talk zu erleichtern, können Sie ebenfalls Ihre Position im Unternehmen nennen. So bieten Sie Gelegenheit, ein Gespräch anzuknüpfen und Sie näher kennenzulernen. In Deutschland wird sich im Geschäftsleben üblicherweise gesiezt.

Nehmen Sie an einem Meeting oder einer Geschäftsverhandlung teil und betreten den Besprechungsraum, begrüßen Sie zuerst alle bereits anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Andersherum gilt es als höflich – zum Beispiel im Umgang mit Kundinnen und Kunden – dass Sie zur Begrüßung aufstehen, wenn eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer eintrifft.

Wenn Sie eine neue Kollegin oder einen neuen Kollegen zu einem Meeting oder Geschäftstermin mitbringen, übernehmen Sie die Vorstellung, um ihr oder ihm den Einstieg zu erleichtern. Nennen Sie dabei den vollen Namen (Vor- und Nachname) und gegebenenfalls den akademischen Titel der Person sowie ihre oder seine Position im Unternehmen.

Körpersprache

Ihre Körpersprache verrät sehr viel über Sie – wie es Ihnen gerade geht, ob Sie als interessiert oder müde wahrgenommen werden. Verschiedene Gesten und Haltungen können dabei – je nach Kulturkreis – unterschiedliche Bedeutung haben.

Während körperliche Nähe in einigen (Geschäfts-)kulturen Sympathie und Zugehörigkeit signalisiert, wird im deutschen Geschäftsleben auf körperliche Distanz Wert gelegt. Eine gute Armlänge Distanz werden Ihre Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zu schätzen wissen. Begegnen Sie ihnen mit Respekt und Höflichkeit. Das können Sie ganz einfach mit Ihrer Körpersprache ausdrücken: Ein freundlicher Gesichtsausdruck, eine aufrechte und zugewandte Körperhaltung und Blickkontakt drücken Ihr Interesse aus. Als unhöflich gilt hingegen, während eines Gesprächs oder einer Besprechung Blickkontakt zu meiden oder ständig auf das Handy, Tablet oder in andere Unterlagen zu schauen.

Dresscode

Ein gepflegtes Äußeres und ein Kleidungsstil, der zu Ihrer beruflichen Situation passt, tragen stark zu einem guten ersten Eindruck bei. Ihr Aussehen und Ihre Kleidung sind häufig das Erste, was andere Menschen an Ihnen wahrnehmen.

Das Vorstellungsgespräch und der erste Tag im neuen Unternehmen

Für Ihr Vorstellungsgespräch oder den ersten Tag im neuen Job können Sie bei Ihrem neuen Arbeitgeber nach dem Dresscode fragen oder sich auf der Website des Unternehmens – beispielsweise anhand der Fotos von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – einen Eindruck verschaffen. Im Geschäftsleben, insbesondere bei Geschäftsverhandlungen, Geschäftsessen oder formalen Anlässen wie einem Vorstellungsgespräch, mögen es die Deutschen in der Regel konservativ. Ein seriöses Auftreten spiegelt sich daher auch in ihrer Kleidung wider.

Business Dress für Männer und Frauen

Bei formalen Anlässen wie einem Vorstellungsgespräch ist das Business Outfit Nummer eins in Deutschland der Anzug. Farblich geht es dezent zu. Herrenanzüge sind in der Regel dunkelgrau und -blau oder auch braun. Kombiniert werden sie mit einem hellen Hemd und einzig Ihre Krawatte kann Ihrem Outfit einen individuellen Akzent verleihen. Krawatten mit Weihnachtsmännern oder ähnlichen Aufdrucken sollten Sie jedoch vermeiden. Ebenso sollten Ihre Strümpfe zu Ihren Schuhen und Ihrem Anzug passen.

Der Dresscode für Frauen besteht zumeist aus einem Kostüm oder einem Hosenanzug. Verzichten Sie bei Ihrer Kleiderwahl besser auf zu grelle Farben und Farbkombinationen. Mit gepflegten Schuhen, die farblich zu Ihrem Kostüm oder Anzug passen, runden Sie Ihr Outfit ab. Frauen wie Männer sollten geschlossene Schuhe tragen. Für Frauen gilt, dass Ihre Absätze nicht zu hoch sein sollten (nicht höher als 6 cm).

Business Outfits, in denen Sie zu viel Haut zeigen, sind generell im Arbeitsalltag nicht geeignet. Konkret bedeutet dies für Frauen, dass Blusen und Oberteile keine tiefen Ausschnitte haben und die Schultern bedeckt sind. Röcke sollten nicht zu kurz sein und mindestens eine Handbreit über dem Knie enden. Wenn Sie sich für ein Kostüm oder einen Rock entscheiden, tragen Sie dazu auch eine Seidenstrumpfhose. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, steckt eine weitere als Ersatz ein. Männer sollten darauf achten, lange Hosen und Strümpfe zu tragen, die keinen Blick auf ihre Beine gewähren (auch im Sitzen nicht). Die Hemden werden vollständig zugeknöpft getragen. In Kleidung mit einem guten Schnitt und von guter Qualität werden Sie sich nicht nur wohlfühlen, sondern auch Ihre Wertschätzung für das Geschäft, Ihre Vorgesetzten und Kundinnen oder Kunden betonen.

Tipps

Fragen Sie auch Freunde und Bekannte, die in derselben Branche in Deutschland tätig sind. Nicht überall wird zu jeder Zeit der formale Business Look erwartet. Denn welcher Kleidungsstil der richtige ist, kann von Branche zu Branche variieren. Auf einer Baustelle werden Sie sich anders kleiden als in der Kreativ- oder Finanzbranche. Sehen Sie sich in Ihren ersten Tagen im Unternehmen genau um und fragen Sie nach, ob es ungeschriebene Regeln gibt – beispielsweise den „Casual Friday“, an dem der Business Dress durch legere Freizeitkleidung ersetzt werden darf.

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