Businessplan: Weg zur Gründung

Sie haben Ihre Geschäftsidee gefunden und möchten diese in die Tat umsetzen? Nun geht es darum, ganz konkret Ihren Start in die Selbstständigkeit vorzubereiten. Dafür gibt es ein bewährtes Instrument: den Businessplan. Hier erfahren Sie, welche Aspekte Sie berücksichtigen sollten und warum das Dokument für Banken und Investoren so wichtig ist.

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Erste Überlegungen

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Auch wenn Sie sofort mit Ihrer Geschäftsidee starten wollen, ist es wichtig, sich ausreichend Zeit für eine gute Vorbereitung zu nehmen. Überstürzen Sie deshalb nichts und machen Sie sich einen Zeitplan. Die Erstellung des Businessplans kann Ihnen dabei helfen, Ihr Vorhaben Schritt für Schritt zu planen. Der Businessplan ist auch entscheidend, wenn Sie jemanden von Ihrer Geschäftsidee und Ihren Plänen überzeugen wollen. Anhand des Dokuments prüfen beispielsweise Banken, ob Sie für einen Kredit in Frage kommen. Ein Businessplan ist außerdem notwendig, wenn Sie ein Visum brauchen, bevor Sie sich in Deutschland selbstständig machen.

Lassen Sie sich daher beraten. Eine Beraterin oder ein Berater kann Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie Ihren Businessplan noch verbessern können.  

Außerdem: Achten Sie beim Schreiben auf eine verständliche Sprache und eine klare Gliederung. Eine Checkliste zu den üblichen Inhalten sowie Computerprogramme und eine App, die Sie Schritt-für-Schritt durch den Businessplan führen, finden Sie in dem Existenzgründungsportal.

Speziell für Frauen: Das eTraining des Existenzgründungsportals erklärt angehende Unternehmerinnen in sechs Lektionen die wichtigsten Schritte in der Gründungsphase. Darüber hinaus informiert das eTraining zu Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zu Teilzeit- oder Teamgründungen sowie zur persönlichen Absicherung der Unternehmerinnen (eTraining ist nur auf Deutsch verfügbar).

Persönliche Eignung

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Wie sich Ihr Unternehmen entwickelt, hängt sehr stark von den Kompetenzen der Gründerin oder des Gründers ab. Sie sollten deswegen in Ihrem Businessplan ausführlich auf Ihre persönliche Eignung eingehen. An erster Stelle stehen Ihre fachlichen Qualifikationen. Erwähnen sollten Sie außerdem besondere Kenntnisse der Branche, in der Ihr Unternehmen tätig sein soll sowie Ihr kaufmännisches Know-how.

Beachten Sie: Der Businessplan sollte sowohl Ihre Stärken als auch Ihre Schwächen beinhalten, schließlich will die Bank einschätzen können, wie Sie sich als Gründerin oder Gründer in Zukunft machen werden. Seien Sie deshalb nicht bescheiden und erklären Sie Ihr Können und Ihre Qualifikationen. Vielleicht ist gerade auch Ihre Herkunft von Vorteil für die Existenzgründung, weil Sie besondere Sprach- oder Landeskenntnisse mitbringen oder Ihre interkulturellen Kompetenzen stark ausgeprägt sind? Seien Sie aber auch realistisch, wenn es um Ihre Schwächen geht und zeigen Sie auf, wie Sie diese meistern können.

Idee und Produkt

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An dieser Stelle geht es zum Kern Ihres Vorhabens: der Geschäftsidee. Versuchen Sie, Ihre Leser mit einfachen Worten zu begeistern. Heben Sie das Neue und Besondere an Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung hervor. Stellen Sie dar, welchen Nutzen Ihre Kundinnen und Kunden haben werden. Erläutern Sie, in welchem Entwicklungsstand sich Ihr Produkt befindet – und für wann Sie den Marktstart planen. Beschreiben Sie, was Ihre kurzfristigen und langfristigen Unternehmensziele sind.

Bei technologisch komplexen oder forschungsintensiven Produkten sollten sie zusätzlich die einzelnen Entwicklungsschritte erklären. Welche Testmethoden haben Sie vorgesehen? Müssen bestimmte technische Zulassungen erfüllt werden?

Anhand einer Checkliste des Existenzgründungsportals können Sie noch einmal kontrollieren, ob Ihre Geschäftsidee gut durchdacht ist. In dem Portal finden Sie auch weitere Tipps und Tricks zur Entwicklung einer Geschäftsidee.

Zielgruppe und Wettbewerb

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Der Kunde ist König: Für den Erfolg Ihrer Geschäftsidee ist entscheidend, ob Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung die Bedürfnisse Ihrer Kundschaft erfüllen. Machen Sie sich deswegen im Vorfeld ein möglichst genaues Bild Ihrer Zielgruppe. Wichtig ist hierbei, dass Sie die Wünsche Ihrer Kundinnen und Kunden in Deutschland kennen, diese können sich nämlich von denen in Ihrem Herkunftsland unterscheiden. Berücksichtigen Sie daher, dass Ihre Geschäftsidee zu Deutschland sollte. 

Im Businessplan beschreiben sollten Sie auch die Marktsituation: Finden Sie heraus, mit welchen Konkurrenten Sie im Wettbewerb stehen und zu welchen Preisen ähnliche Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden. Die Leitfrage bei dieser Analyse sollte immer sein: Womit können Sie sich von der Konkurrenz abheben? Entwickeln Sie für Ihr Angebot ein Alleinstellungsmerkmal, bieten Sie eine bessere Qualität an oder punkten Sie mit besonderen Serviceleistungen. Im Existenzgründungsportal finden Sie eine übersichtliche Zusammenstellung der wichtigsten Aspekte der Zielgruppen- und Konkurrenzanalyse.

Standortwahl

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Wo planen Sie, sich mit Ihrem Unternehmen niederzulassen? In Ihrem Businessplan sollten Sie möglichst genau begründen, warum Sie sich für einen bestimmten Standort entschieden haben.

Welche Faktoren entscheidend sind, hängt sehr stark von der Branche ab. Wenn Sie beispielsweise ein Geschäft im Einzelhandel aufmachen, sollten sich in der Umgebung regelmäßig die Kundinnen und Kunden aufhalten, die zu Ihrer Zielgruppe passen. Dagegen sind beispielsweise für produzierende Unternehmen ganz andere Fragen wichtig: Ist genügend Fläche vorhanden? Ist der Standort logistisch gut angebunden? Gibt es mögliche Lieferanten in der Nähe?

Wenn Sie noch unsicher sind, wo genau Sie Ihr Unternehmen gründen wollen, finden Sie auf  dem Existenzgründungsportal weitere allgemeine Hinweise zur Standortwahl. Regionale Informationen erhalten Sie bei den Industrie- und Handelskammern. Branchenspezifische Tipps können Ihnen die Berufsverbände geben.

Marketing

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Das beste Produkt ist nutzlos, wenn es niemand kauft. Ein gut durchdachtes Marketingkonzept gehört deswegen in den Businessplan. Strukturieren könnten Sie das Konzept zum Beispiel anhand von vier Faktoren, die für das Marketing wichtig sind: „Angebot“, „Preise“, „Vertrieb“ und „Kommunikation“.

  • Angebot: Machen Sie zunächst deutlich, welchen individuellen Nutzen Ihr Angebot für die Kundinnen und Kunden hat. Heben Sie das Alleinstellungsmerkmal Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung hervor. Erklären Sie, warum dafür eine Nachfrage besteht.
  • Preis: Anschließend erläutern Sie, welchen Preis Sie verlangen wollen. Achten Sie darauf, dass dabei sowohl Ihre Kosten gedeckt sind als auch Ihre Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt ist. Einige Tipps für die Preissetzung finden Sie im Existenzgründungsportal.
  • Vertrieb: In einer Vertriebsstrategie legen Sie fest, wie Sie Ihre Kundschaft erreichen möchten. Bestellen Kundinnen und Kunden direkt bei Ihnen? Oder richten Sie sich an Händlerinnen und Händler? Überlegen Sie genau, welche Vertriebswege zu Ihrem Angebot passen und begründen Sie Ihre Entscheidung im Businessplan.
  • Kommunikation: Erklären Sie, wie Sie auf Ihr neues Angebot aufmerksam machen wollen. Dazu können klassische Werbeanzeigen genauso zählen wie Messeauftritte, Anzeigen und Verkaufsgespräche. Auch die Ausgestaltung Ihrer Internetseiten können Sie an dieser Stelle thematisieren. Brauchen Sie noch Inspiration? Auf dem Existenzgründungsportals finden Sie einen Überblick zu verschiedenen Methoden der Kundengewinnung (pdf, 137 KB).

Der Mix macht es: Ihr Marketing-Erfolg hängt davon ab, ob Sie in den einzelnen Bereichen die für Sie passenden Schwerpunkte setzen. Wichtige Leitfragen, die Sie sich in diesem Zusammenhang stellen sollten, finden Sie in dieser Übersicht (pdf, 28 KB).

Personal

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Planen Sie, schon zum Unternehmensstart Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen? Oder werden Sie zunächst alleine arbeiten? So oder so: Die Personalplanung gehört auf jeden Fall auch in den Businessplan. Für mögliche Investoren ist das ein wichtiger Punkt, um sowohl Ihre Ambitionen als auch Ihre finanziellen Verpflichtungen beurteilen zu können.

Überlegen Sie sich, wie viele Beschäftigte Ihr Unternehmen zum Start und in der Wachstumsphase haben soll und welche Qualifikationen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitbringen sollten. Wenn Sie auf Fachkräfte angewiesen sind, geben Sie an, wie Sie diese für Ihr Unternehmen gewinnen wollen. Machen Sie auch Angaben über die Gehälter, die Sie zahlen wollen.

Im Unternehmensportal finden Sie weitere Tipps – etwa dazu, wie Sie ihren Personalbedarf ermitteln, was bei der Einstellung zu beachten ist und welche Führungsqualitäten Sie brauchen. Zahlreiche Informationen zu Rekrutierungsstrategien erhalten Sie zusätzlich beim Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung.

Rechtsform

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In Deutschland müssen Sie sich bei Ihrer Existenzgründung für eine Rechtsform entscheiden. Im Businessplan sollten Sie Ihre Wahl erklären. Weitere Informationen zu den Rechtsformen finden Sie hier im Portal unter „Gründungsarten: Wege zum eigenen Unternehmen“.

Finanzplanung

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Zum Herzstück jedes Businessplans gehört die Finanzplanung. Ihr Unternehmen kann schließlich nur ein Erfolg werden, wenn Sie die nötigen Investitionen tätigen können und langfristig ein Gewinn zu erwarten ist. Ihre Finanzplanung können Sie in mehrere Unterpunkte gliedern.

Kapitalbedarf: Was Sie investieren wollen

Als ersten Schritt ermitteln Sie den Kapitalbedarf. Das bedeutet, Sie führen auf, wie viel Geld Sie für die Gründung Ihres Unternehmens brauchen. Dazu zählen alle Ausgaben vor dem eigentlichen Unternehmensstart – beispielsweise für Maschinen, Gebäude und andere Investitionen. Berücksichtigen sollten Sie außerdem auch eine Summe für die sogenannte Anlaufphase, für die in der Regel sechs Monate eingeplant werden. Ermitteln Sie zudem auch Ihre eigenen Lebenshaltungskosten – und unterschätzen Sie diese nicht.

Das Existenzgründungsportal stellt Ihnen eine Vorlage eines Kapitalbedarfsplans sowie weitere Informationen zu diesem Thema zur Verfügung.

Finanzierungsplan: Woher das Geld kommt

Nachdem Sie den Kapitalbedarf ermittelt haben, stellt sich die Frage, wie Sie die benötigte Summe aufbringen. Antworten darauf sollten Sie in einem Finanzierungsplan geben.

In der Regel finanzieren Sie Ihr Vorhaben aus einer Mischung aus Eigenkapital (dem eigenen Vermögen) und Fremdkapital (zum Beispiel ein Bankkredit). Das zur Verfügung stehende Eigenkapital werden Sie vermutlich relativ genau angeben können. Beim Fremdkapital ist das schwieriger. Denn mit Ihrem Businessplan wollen Sie ja gerade die Kreditgeber überzeugen. Für diese sollte daher ersichtlich werden, wie hoch Ihr Bedarf an Fremdkapital ist. 

Eine Vorlage für den Finanzierungsplan finden Sie auf dem Existenzgründungsportal. Thematisieren Sie auch eventuelle Risiken Ihres Vorhabens und stellen Sie sowohl ein Worst-Case- als auch ein Best-Case-Szenario auf.

Liquiditätsplanung: Decken sich Einnahmen und Ausgaben?

Ob Sie Ihre laufenden Ausgaben durch die Einnahmen Ihres Unternehmens decken können, sollten Sie mit Hilfe einer sogenannten Liquiditätsplanung prüfen. Diese stellen Sie für die ersten sechs bis zwölf Monate nach Unternehmensstart auf. Überlegen Sie, wie hoch Ihre Fixkosten sind: Wie viel müssen Sie zum Beispiel für Zinsen von Bankkrediten zahlen? Welche Ausgaben haben Sie für Vertrieb und Marketing vorgesehen? Auf der Einnahmeseite geben Sie an, mit welchen Umsätzen und Gewinnen Sie rechnen können. Für den Fall, dass die Ausgaben Ihre Einnahmen übersteigen, sollten Sie über eine ausreichende Summe als Reserve verfügen. Was Sie bei der Liquiditätsplanung noch beachten sollten, erfahren Sie im Existenzgründungsportal.

Rentabilitätsvorschau: Mit welchem Gewinn rechnen Sie?

In einer Rentabilitätsvorschau bilden Sie die erwarteten Umsätze, Kosten und Gewinne der ersten drei Geschäftsjahre ab. Eine Vorlage finden Sie im Existenzgründungsportal. Auch wenn Sie die meisten Werte schätzen müssen: Mithilfe der Berechnungen bekommen Sie ein Gefühl dafür, ob sich die Investitionen in Ihr Unternehmen wirtschaftlich auszahlen werden. Der erwartete Gewinn ist darüber hinaus wichtig, um Kreditgeber von Ihrem Vorhaben zu überzeugen.
Unterstützung beim Erstellen der Rentabilitätsvorschau können Sie beispielsweise von Unternehmensberatungen bekommen. Bei Umsatzschätzungen sollten Sie unbedingt die Branchenentwicklung berücksichtigen. Informationen dazu bekommen Sie bei Branchen- und Berufsverbänden sowie den Industrie- und Handelskammern. Auch ein Blick auf die Situation von vergleichbaren Unternehmen lohnt sich.

Informationen im Portal

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Informationen im Web

Existenzgründungsportal

Checklisten für den Businessplan (Deutsch, Englisch)

Existenzgründerinnenportal

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BMWi Checkliste Nr. 5: Kapitalbedarf

Finanzierung des Start-ups und der ersten Anfangsphase (Deutsch, Englisch)

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