Visum zur Selbstständigkeit

Menschen mit guten Gründungsideen sind in Deutschland gefragt. Ob Sie für Ihre Existenzgründung ein Visum benötigen und welche weiteren Regelungen eventuell für Sie gelten, erklären wir Ihnen hier.

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Bürgerinnen und Bürger aus der Europäischen Union, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz

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Herzlich willkommen in Deutschland. Für Sie gilt das Recht der Niederlassungsfreiheit. Das heißt, dass Sie hier eine Existenz gründen können, ohne dass Sie ein Visum oder einen Aufenthaltstitel brauchen.

Allgemeine Informationen zum Visumprozess für Bürgerinnen und Bürger aus anderen Staaten

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Herzlich willkommen in Deutschland. Damit Sie hier eine Existenz gründen können, brauchen Sie eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit.

Wenn Sie bereits in Deutschland sind, eine Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Zweck oder ein Visum haben, welches ausdrücklich für den Zweck der selbständigen Tätigkeit erteilt wurde, Sie Ihre Existenzgründung bereits geplant und in einem Businessplan schriftlich festgehalten haben, können Sie die Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der selbstständigen Tätigkeit bei Ihrer Ausländerbehörde beantragen. Informationen zur Planung Ihrer Existenzgründung und zum Schreiben des Businessplans finden Sie hier.

Sind Sie noch in Ihrem Herkunftsland? Dann müssen Sie ein Visum zum Zweck der selbstständigen Tätigkeit bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung in Ihrer Nähe beantragen. Die Kontakte der Ansprechpartner in Ihrem Herkunftsland finden Sie auf der Weltkarte „Ansprechpartner vor Ort“. Am besten informieren Sie sich vor der Antragstellung bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung, welche Unterlagen Sie benötigen. Unterstützung leisten eventuell auch deutsche Auslandshandelskammern und Wirtschaftsvereinigungen. Auch Einrichtungen an dem von Ihnen ins Auge gefassten Wohnsitz in Deutschland können Unterstützung bieten: Zum Beispiel Industrie- und Handelskammern oder die in einigen Bundesländern eingerichteten „Welcome Center“.

Die Auslandsvertretung leitet den Visumsantrag an die Ausländerbehörde in Ihrem künftigen Wohnort in Deutschland weiter. Die Ausländerbehörde beteiligt weitere Behörden und Berufsvertretungen. In der Regel dauert die Bearbeitung zwei bis vier Monate. Auf dieser Grundlage entscheidet die Auslandsvertretung, ob ein Einreisevisum für Ihre geplante Tätigkeit  erteilt werden kann.  Das erteilte Einreisevisum ist üblicherweise für drei Monate gültig und muss in Deutschland bei der Ausländerbehörde in einen längerfristig gültigen Aufenthaltstitel umgewandelt werden. Ein Einreisevisum benötigen Sie nicht, sofern Sie die Staatsangehörigkeit von Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, von Neuseeland oder den USA besitzen. Dann können Sie auch ohne Visum nach Deutschland einreisen und beantragen vor Ort innerhalb von drei Monaten den entsprechenden Aufenthaltstitel.

Ein Aufenthaltstitel zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt Sie, in Deutschland gewerblich oder freiberuflich zu gründen. Welche Art der Gründung die richtige für Sie ist, erfahren Sie hier.

Voraussetzungen zur Gewerbegründung durch Bürgerinnen und Bürger aus anderen Staaten

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In Deutschland gibt es zwei Arten der Existenzgründung: In freien Berufen oder als Gewerbegründung. Was für Sie die richtige Art ist, erfahren Sie im Artikel „Wege zum eigenen Unternehmen“.

Wenn Sie bereits in Deutschland sind und ein Gewerbe gründen möchten, beantragen Sie bei der zuständigen Behörde einen „Aufenthaltstitel zum Zweck der selbstständigen Tätigkeit“. Um diesen zu bekommen, müssen Sie, neben allgemeinen Voraussetzungen, folgende Bedingungen erfüllen und am besten überzeugend in Ihrem Businessplan darstellen:

  • Für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung gibt es ein wirtschaftliches Interesse oder ein regionales Bedürfnis.
  • Ihre Tätigkeit lässt positive Auswirkungen auf die Wirtschaft erwarten.
  • Sie haben die Finanzierung der Umsetzung durch Eigenkapital oder durch eine Kreditzusage gesichert.

Beratungsstellen, zum Beispiel eine Wirtschaftsvereinigung, die in Ihrer Zielregion ansässig ist, helfen Ihnen bei der Frage, ob Sie die genannten Voraussetzungen erfüllen.

Sind Sie Absolventin oder Absolvent einer deutschen Hochschule oder haben einen Aufenthaltstitel zum Zweck der Forschung?

Wenn Ihre Existenzgründung im Zusammenhang mit Ihren im Studium erworbenen Kenntnissen oder Ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit steht, müssen Sie ebenfalls einen „Aufenthaltstitel zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit“ beantragen. Die oben genannten Voraussetzungen müssen Sie nicht erfüllen.

Für alle gilt: Ihr Lebensunterhalt in Deutschland muss gesichert sein. Falls Sie älter als 45 Jahre alt sind, müssen Sie auch eine ausreichende Altersvorsorge nachweisen.

Dauer des Aufenthaltstitels

Wenn Ihre Geschäftsidee erfolgreich ist und Sie Ihren Lebensunterhalt und den Ihrer Familie finanzieren können, können Sie den zunächst auf längstens drei Jahre befristeten Aufenthaltstitel verlängern lassen. Schon nach drei Jahren können Sie eine Niederlassungserlaubnis erhalten, die Sie zu einem zeitlich unbefristeten Aufenthalt in Deutschland berechtigt.

Gebühren

Wenn Sie ein Visum, eine Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis beantragen oder verlängern möchten, müssen Sie in der Regel Gebühren zahlen. Wie hoch diese Gebühren sind, hängt von dem Ort, der Dauer und dem Zweck Ihres Aufenthalts ab.

Für eine Aufenthaltserlaubnis erheben die Behörden maximal 140 Euro Gebühren, für eine Niederlassungserlaubnis höchstens 260 Euro. Die Kosten für ein Visum sind grundsätzlich auf 75 Euro begrenzt. Erkundigen Sie sich bei der für Sie zuständigen Ausländerbehörde oder Auslandsvertretung, mit welchen Kosten Sie in Ihrem Fall rechnen müssen.

Unterlagen

Für den Antrag auf einen Aufenthaltstitel müssen Sie in der Regel folgende Unterlagen mitbringen:

  • Ausgefülltes Antragsformular
  • Gültiger Pass
  • Krankenversicherungsnachweis
  • Absolventinnen und Absolventen einer deutschen Hochschule: Nachweis des Hochschulabschlusses
  • Personen über 45 Jahre: Nachweis einer angemessenen Altersvorsorge

Am besten reichen Sie außerdem Unterlagen zu folgenden Themen ein:

  • Ihre Referenzen
  • Ihre unternehmerischen Erfahrungen

Bitte beachten Sie: Diese Liste ist nicht vollständig oder allgemeingültig, da sich die vorzulegenden Unterlagen immer aus den Besonderheiten des Einzelfalles ergeben. Am besten, Sie erkundigen sich vorab bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung beziehungsweise Ausländerbehörde, die dafür in der Regel Merkblätter zur Verfügung stellt. Dort erfahren Sie auch, welche Anforderungen Sie bei dem Krankenversicherungsnachweis erfüllen müssen. Ob Ihre Altersvorsorge angemessen ist, erfahren Sie ebenfalls bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung beziehungsweise Ausländerbehörde.

Voraussetzungen zur Existenzgründung in freien Berufen durch Bürgerinnen und Bürger aus anderen Staaten

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In Deutschland gibt es zwei Arten der Existenzgründung: In freien Berufen oder als Gewerbegründung. Was für Sie die richtige Art ist, erfahren Sie im Artikel „Wege zum eigenen Unternehmen“.

Wenn Sie sich in einem freien Beruf selbstständig machen möchten und bereits in Deutschland sind, beantragen Sie bei der zuständigen Behörde eine „Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit“. Sie erhalten die Erlaubnis, wenn Sie die Finanzierung Ihres Vorhabens nachweisen, Ihren Lebensunterhalt selber sichern können und, wenn erforderlich, eine Erlaubnis zur Ausübung dieses Berufs haben. Falls Sie älter als 45 Jahre alt sind, brauchen Sie außerdem eine ausreichende Altersvorsorge.

Beratungsstellen helfen Ihnen bei der Frage, ob Sie die genannten Voraussetzungen erfüllen.

Dauer des Aufenthaltstitels

Wenn Ihre Geschäftsidee erfolgreich ist und Sie mit Ihrer beruflichen Selbstständigkeit Ihren Lebensunterhalt und den Ihrer Familie finanzieren können, können Sie Ihren zunächst auf längstens drei Jahr befristeten Aufenthaltstitel verlängern lassen. Nach fünf Jahren können Sie eine Niederlassungserlaubnis erhalten, die Sie zu einem zeitlich unbefristeten Aufenthalt in Deutschland berechtigt.

Gebühren

Wenn Sie ein Visum, eine Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis beantragen oder verlängern möchten, müssen Sie in der Regel Gebühren zahlen. Wie hoch diese Gebühren sind, hängt von dem Ort, der Dauer und dem Zweck Ihres Aufenthalts ab.

Für eine Aufenthaltserlaubnis erheben die Behörden maximal 140 Euro Gebühren, für eine Niederlassungserlaubnis höchstens 260 Euro. Die Kosten für ein Visum sind grundsätzlich auf 75 Euro begrenzt. Erkundigen Sie sich bei der für Sie zuständigen Ausländerbehörde oder Auslandsvertretung, mit welchen Kosten Sie in Ihrem Fall rechnen müssen!

Unterlagen

Für den Antrag auf einen Aufenthaltstitel müssen Sie in der Regel folgende Unterlagen mitbringen:

  • Ausgefülltes Antragsformular
  • Gültiger Pass
  • Krankenversicherungsnachweis
  • Bei Absolventinnen und Absolventen einer deutschen Hochschule: Nachweis des Hochschulabschlusses
  • Bei Personen über 45 Jahren: Nachweis einer angemessenen Altersvorsorge

Am besten reichen Sie außerdem Unterlagen zu folgenden Themen ein:

  • Ihre Referenzen
  • Ihre unternehmerischen Erfahrungen

Bitte beachten Sie: Diese Liste ist nicht vollständig oder allgemeingültig, da sich die vorzulegenden Unterlagen immer aus den Besonderheiten des Einzelfalles ergeben. Am besten, Sie erkundigen sich vorab bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung beziehungsweise Ausländerbehörde, die dafür in der Regel Merkblätter zur Verfügung stellt. Dort erfahren Sie auch, welche Anforderungen Sie bei dem Krankenversicherungsnachweis erfüllen müssen. Ob Ihre Altersvorsorge „angemessen“ ist, erfahren Sie ebenfalls bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung beziehungsweise Ausländerbehörde.

Informationen hier im Portal

So holen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin und Ihre Kinder zu Ihnen nach Deutschland.

Schätzen Sie Ihre Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein

Tipps, die Ihnen beim Einleben helfen

Informationen im Web

Existenzgründungsportal

Aufenthaltsrechtliche Voraussetzungen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Chinesisch)

BMWi GründerZeiten Nr. 10: Gründungen durch Migranten

Gebündelte Informationen rund um das Thema „Gründungen durch Migranten“ (PDF) (Deutsch)

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Hier finden Sie Ansprechpartner im Bundesamt zu den Themen Integration und Migration (Deutsch, Englisch, Russisch, Türkisch)

Anerkennung in Deutschland

Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Suche nach Ansprechpartnern (Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Rumänisch, Polnisch, Türkisch)