Bewerbung: Zeigen Sie, was Sie können

Sie haben eine spannende Stellenausschreibung gefunden? Dann geht es jetzt an die Bewerbung. Dazu senden Sie im ersten Schritt Ihre Unterlagen an das Unternehmen. Anschließend lädt Sie das Unternehmen hoffentlich zu einem Vorstellungsgespräch ein.
Wie Sie sich in Deutschland am besten bewerben und vorstellen, erfahren Sie hier.

Bewerbung - Ratgeber - Arbeiten

Die Bewerbungsunterlagen

Bewerbungsunterlagen

In Deutschland ist es üblich, die Bewerbungsunterlagen ausgedruckt in einer speziellen Bewerbungsmappe per Post zu schicken. Immer öfter weisen Unternehmen in ihren Stellenausschreibungen darauf hin, dass sie sich alternativ auch über online verschickte Bewerbungen freuen. In diesem Fall können Sie die Unterlagen als PDF-Datei versenden. Unabhängig davon, ob per Post oder online – welche Informationen und Unterlagen zur Bewerbung gehören, ist bei beiden Varianten gleich:

  • Anschreiben: Mit dem Anschreiben geben Sie dem Unternehmen einen ersten Eindruck von sich. Sie erklären, weshalb Sie sich für die Stelle interessieren und beschreiben Ihre eigenen Stärken. Versuchen Sie dabei, sich im Anschreiben überzeugend auszudrücken, damit Sie sich von anderen Bewerbern unterscheiden.
  • Lebenslauf: Im Lebenslauf geben Sie einen Überblick über Ihren persönlichen und beruflichen Werdegang. Der Lebenslauf – auch Curriculum Vitae (CV) genannt –muss dabei nicht als Text ausformuliert werden, sondern er kann tabellarisch die wichtigsten Informationen auflisten. Früher wurde in Deutschland ein Foto der Bewerber im Lebenslauf erwartet. Inzwischen wird dies aber je nach Unternehmen nicht mehr unbedingt eingefordert.
Denis aus den USA:
In den USA ist ein anonymer Lebenslauf Standard. Es werden weder Angaben zu Name, Alter und Herkunft gemacht, noch ein Bewerbungsfoto mitgeschickt. Auf diese Weise habe ich mich auch in Deutschland beworben und gewundert, warum ich nur Absagen erhalten habe. Ein deutscher Freund hat sich daraufhin meinen Lebenslauf angeschaut und mir erklärt, wie man in Deutschland eine Bewerbung schreibt. Danach hat es geklappt und ich habe einen Job bekommen.


  • Deutsche ordnen ihren Lebenslauf in der Regel nicht streng chronologisch. Zumeist werden aber stets die letzten beruflichen Erfahrungen an den Anfang gestellt. Folgende Kategorien werden unterschieden:

    • Persönliche Daten: Name, Adresse, Kontaktdaten
    • Berufserfahrung: Für welche Unternehmen haben Sie gearbeitet? Was waren dort Ihre Aufgaben? Diese Informationen sollten chronologisch aufgelistet werden. Begonnen wird mit den zuletzt erworbenen Berufserfahrungen.
    • Ausbildung: Welche Schulen und Hochschulen haben Sie absolviert? Mit welchen Noten haben Sie abgeschlossen? Welche Fächer haben Sie studiert? Haben Sie eine Berufsausbildung abgeschlossen? Oder haben Sie Weiterbildungen besucht? Auch dieser Teil sollte chronologisch aufgelistet werden – mit dem letzten Abschluss am Anfang und der Schulausbildung am Schluss.
    • Sprachkenntnisse: Welche Sprachen sprechen Sie? Wie gut beherrschen Sie diese Sprachen? In Deutschland werden dabei oft folgende Standardbegriffe benutzt: „Muttersprache“, „verhandlungssicher“ (hervorragende Kenntnisse), „fließend“ (sehr gute Kenntnisse) und „Grundkenntnisse“ (Anfänger). Allderdings ist es ratsamer, sich auf die Standards des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GERS / CEFR) zu berufen.
    • Besondere Fähigkeiten und Interessen: Haben Sie zum Beispiel besondere EDV-Kenntnisse, die für Ihren Beruf wichtig sind? Und welche Hobbys haben Sie?

  • Zeugnisse: Legen Sie zum Schluss die wichtigsten Zeugnisse in die Bewerbungsunterlagen. Dazu gehören zum Beispiel: Zeugnisse aus der Berufsausbildung sowie Ihre Abschlusszeugnisse aus der Schule und der Universität. Falls Sie Referenzen von früheren Arbeitgebern haben, können Sie die auch dazu legen. Schicken Sie keine Originale, sondern nur Kopien. Denn oft erhalten Sie die Unterlagen nicht zurück. Normalerweise reicht eine normale Kopie. Amtlich beglaubigte Kopien müssen Sie nur verschicken, wenn das Unternehmen dies ausdrücklich schreibt. Wichtig: Lassen Sie Ihre Zeugnisse am besten ins Deutsche oder Englische übersetzen, damit das Unternehmen Ihre Leistungen auch versteht.

    TIPP: Auf der Seite Europass finden Sie hilfreiche Informationen zur formalen Gestaltung Ihres Lebenslaufs und Ihres Anschreibens.

    Mit Hilfe der Europass-Dokumente können Sie Ihre Qualifikationen und Kompetenzen übersichtlich darstellen und erhöhen somit Ihre Chance auf einen Arbeitsplatz. Firmen in Deutschland schätzen aber meistens eine individuelle Gestaltung Ihrer Bewerbung. Sie können daher gerne den Europass-Lebenslauf als Orientierungshilfe nehmen und diese dann an Ihre Bedürfnisse anpassen:

    • Eine Vorlage des Europass-Lebenslaufs im Word-Format können Sie hier downloaden

    • Bereits ausgefüllte Muster-Lebensläufe in 26 verschieden Sprachen finden Sie ebenfalls auf Europass.

    • Einen Europass-Leitfaden mit den fünf grundlegenden Regeln für einen guten Lebenslauf finden Sie hier zum Download

    • Auf Europass können Sie Ihren Lebenslauf direkt online nach einem einheitlichen Format auf Deutsch oder auf Englisch erstellen

    • Mit dem Skills-Pass von Europass können Sie Ihre Kompetenzen und Qualifikationen übersichtlich darstellen. Hierzu gehören Zeugniserläuterungen, Kopien von Abschlüssen und Arbeitsnachweise. Zudem beinhaltet der Skills-Pass einen Sprachenpass, mit dem Sie eine eigene Einschätzung über Ihre Sprachkenntnisse angeben können. Mit Hilfe des online Editors können Sie Ihren Skills-Pass anlegen und zum Beispiel mit Ihrem Europass-Lebenslauf verknüpfen.

    Ein überzeugendes Anschreiben ist für Ihre Bewerbung ein ebenso wichtiger Bestandteil wie der Lebenslauf. Sie können sich auf den Seiten von Europass ebenfalls über die formalen Anforderungen eines Bewerbungsanschreibens informieren.

Anerkennung von Abschlüssen

Anerkennung von Abschlüssen

Welche Berufsabschlüsse haben Sie? Für Unternehmen in Deutschland ist das oft eine wichtige Frage. Bestimmt können Sie die Frage beantworten. Allerdings sind die Abschlüsse in Ihrem Heimatland oft nicht mit deutschen Abschlüssen vergleichbar oder heißen anders. Deutsche Unternehmen können Ihre Bewerbung dann vielleicht schwer einschätzen. Für Sie ist das eine Chance, zu punkten: Schauen Sie einfach selber nach, ob Ihr Abschluss in Deutschland auf Anerkennung geprüft werden kann oder auch geprüft werden muss und welcher deutsche Referenzberuf in Frage kommt. Die Ergebnisse schreiben Sie dann gleich in die Bewerbung. Mehr zum Thema „Anerkennung von Berufsabschlüssen“ finden Sie hier.

Angelos aus Griechenland:
Mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum Bäcker in Griechenland kann ich normalerweise – also ohne behördliche Genehmigung – als Bäcker auch in Deutschland angestellt werden. Doch die Suche nach einem Arbeitsplatz in Deutschland war aufgrund meines griechischen Abschlusses sehr mühsam. Die meisten Arbeitgeber konnten meinen Abschluss nicht einschätzen, wussten nicht, was ich gelernt hatte und wollten mich deswegen nicht einstellen. Als ich von dem Anerkennungsverfahren hörte, entschied ich mich, meinen Abschluss anerkennen zu lassen. Nachdem festgestellt wurde, dass meine Ausbildung als gleichwertig eingestuft wird und ich den positiven Bescheid erhielt, änderte sich alles für mich: Endlich hatten meine Bewerbungen Erfolg und ich konnte eine Anstellung finden. Ich kann jedem empfehlen, seinen Abschluss in Deutschland anerkennen zu lassen, um seine Chance zu erhöhen, schnell einen Job zu finden.

Das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch

Das Unternehmen findet Ihre Bewerbung interessant und hat Sie zu einem Gespräch eingeladen – herzlichen Glückwunsch, Sie sind einen großen Schritt weiter. Das Vorstellungsgespräch bietet Ihnen und dem Unternehmen die Chance, sich kennen zu lernen. Meistens treffen Sie dabei auf eine Führungskraft aus dem Personalwesen sowie aus der jeweiligen Fachabteilung. Ihnen werden vermutlich Fragen zu Ihrem Lebenslauf, Ihren Erwartungen an den Job und dem Gehalt sowie zu Ihren Fähigkeiten und Interessen gestellt. Eventuell möchten die Gesprächspartner auch sehen, wie gut Sie Deutsch oder Englisch sprechen. Manche werden zudem fragen, warum Sie in Deutschland arbeiten möchten und was Sie von Ihrem Leben in Deutschland erwarten.

Auf das Gespräch können Sie sich gut vorbereiten: Informieren Sie sich zum Beispiel vorher über das Unternehmen. Und bereiten Sie ein paar Antworten zu Ihren Fähigkeiten, Stärken und Schwächen vor. Lesen Sie dafür beispielsweise noch einmal Ihren Lebenslauf durch und schreiben Sie zu jedem Punkt ein paar Stichworte auf. Überlegen Sie sich auch Fragen, die Sie Ihren Gesprächspartnern stellen könnten. Damit zeigen Sie Interesse.

Neben den Inhalten des Gesprächs sind – wie wahrscheinlich überall auf der Welt – ein paar Standards wichtig: Seien Sie pünktlich. Das Handy oder Smartphone sollte in jedem Fall im Bewerbungsgespräch ausgestellt werden. Und kommen Sie in angemessener Kleidung: Frauen in der Regel im Hosenanzug oder Kostüm, Männer im Anzug mit Hemd und Krawatte. Allerdings sind hier branchenspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen.

Was Sie beachten müssen, wenn Sie aus dem Ausland zum Vorstellungsgespräch anreisen, erfahren Sie hier.

Sie wohnen nicht in Deutschland?

Sie wohnen nicht in Deutschland?

In Deutschland werden Kosten für Bewerbungsgespräche in der Regel vom Unternehmen übernommen. Bewerben Sie sich aus dem Ausland, fragen Sie nach, ob auch hier alle Kosten erstattet werden. Fragen Sie in diesem Fall auch das Unternehmen, ob Sie das Vorstellungsgespräch auch am Telefon oder über Videokonferenz per Internet führen können. Möchte das Unternehmen Sie doch lieber persönlich kennen lernen: Klären Sie, ob Sie die Anreisekosten selber bezahlen müssen oder das Unternehmen die Kosten übernimmt.

Nicht EU-Bürger sollten zudem prüfen, welche Einreisebestimmungen für sie gelten. Das Visum zur Jobsuche bietet Ihnen die Möglichkeit, für sechs Monate nach Deutschland zu kommen, um eine Arbeit zu suchen. Anfallende Kosten müssen Sie selbst tragen. Mehr Informationen

Das Assessment-Center

Das Assessment-Center

Für höhere Positionen – etwa Jobs im Management – führen Unternehmen oft Assessment-Center durch. Dies ist eine besondere Art von Auswahlverfahren. Bewerber bewältigen dabei zusammen mit anderen Bewerbern bestimmte Aufgaben: Zum Beispiel können Diskussionen in der Gruppe, Rollenspiele oder Präsentationen auf Sie zukommen. Das Unternehmen möchte so herausfinden, wie Sie an Probleme herangehen, mit Stresssituationen umgehen und Ihre Soft Skills einsetzen.

Zum Schluss: Die Entscheidung

Zum Schluss: Die Entscheidung

Nach einiger Zeit wird Sie das Unternehmen informieren, ob Sie die Stelle bekommen. Manche Unternehmen werden Ihnen das nach wenigen Tagen mitteilen, andere erst nach Wochen. Will das Unternehmen Sie einstellen, dann schickt es Ihnen nach der Zusage einen Arbeitsvertrag zu. Wenn dieser Ihnen zusagt, unterschreiben Sie ihn und schicken ihn zurück an das Unternehmen. Was Sie dabei beachten sollten, lesen Sie hier.

Vollständiger Ratgeber "Arbeiten in Deutschland"

Download (PDF 4257 KB)

Informationen hier im Portal

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Informationen im Web

Bundesagentur für Arbeit

Tipps zum Vorstellungsgespräch (Deutsch)

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Checkliste für Ihre Bewerbungsunterlagen (Deutsch, Englisch, Russisch, Türkisch)

Anerkennung in Deutschland

Wie Sie Ihren Berufsabschluss anerkennen lassen und wer zuständig ist (u.a. Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch)

Dolmetscher- und Übersetzerdatenbank

Suche nach Dolmetscherinnen und Dolmetschern sowie Übersetzerinnen und Übersetzern (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch)

Staufenbiel Institut

So meistern Sie das Assessment-Center (Deutsch)