Sozialversicherung: Hilfe in vielen Lebenslagen

Deutschland hat ein gut ausgebautes System der sozialen Sicherung. Als sozialversicherungspflichtig beschäftigter Arbeitnehmer sind Sie daher grundsätzlich gegen die größten Risiken abgesichert – etwa bei Krankheit, Arbeitsunfällen, Arbeitslosigkeit oder im Alter. Wir erklären Ihnen, welche gesetzlichen Versicherungen es gibt und wie es um Ihre Ansprüche steht, wenn Sie in die Heimat zurückziehen möchten.

Sozialversicherung - Ratgeber - Arbeiten

Was die Sozialversicherungen leisten

Was die Sozialversicherungen leisten

Wenn Sie in Deutschland sozialversicherungspflichtig arbeiten, sind Sie in der Regel Mitglied in diesen fünf gesetzlichen Versicherungen:

  • Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt die Kosten für Arztbesuche sowie für viele Arzneimittel und Therapiemaßnahmen.
  • Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet eine Grundsicherung für den Fall, dass Sie aufgrund von Krankheit dauerhaft auf Pflege angewiesen sind. Meistens betrifft das Menschen im hohen Alter.
  • Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern – nachdem sie in Ruhestand gegangen sind – eine Rente. Die Höhe der Rente bemisst sich grob gesagt vor allem nach dem Einkommen und der Anzahl von Jahren, die man in Deutschland arbeitet.
  • Die gesetzliche Unfallversicherung trägt die Kosten für die medizinische Behandlung und die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben nach einem Arbeitsunfall oder bei Berufskrankheiten.
  • Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung stattet Arbeitslose für eine bestimmte Zeit mit einem Einkommen aus, wenn sie in der Regel in den letzten zwei Jahren mindestens ein Jahr lang versichert waren und wieder Arbeit suchen. Zudem unterstützt die Bundesagentur für Arbeit jeden, der eine Arbeit sucht, durch Beratungs- und Vermittlungsangebote.

Was die Sozialversicherungen kosten

Was die Sozialversicherungen kosten

Für die Mitgliedschaft in den Sozialversicherungen zahlen Sie einen festen Prozentsatz von Ihrem Arbeitseinkommen. Ihr Arbeitgeber zahlt ebenfalls einen festen Anteil. Ein Beispiel: Für die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung fallen derzeit 14,6 Prozent Ihres Arbeitseinkommens an – davon zahlen Sie 7,3 Prozentpunkte und Ihr Arbeitgeber 7,3 Prozentpunkte.

Um die Überweisung des Geldes müssen Sie sich nicht kümmern. Ihr Arbeitgeber wird die Beiträge für alle fünf Sozialversicherungen direkt an die Versicherungen zahlen.

Sonderfall: Krankenversicherung

Sonderfall: Krankenversicherung

In der Renten-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung sind Sie als Arbeitnehmer automatisch Mitglied. Verschiedene Anbieter gibt es nicht. Ein Sonderfall ist die Krankenversicherung. Hier können Sie als gesetzlich Versicherter aus einer Vielzahl von Versicherungen die Krankenkasse aussuchen, deren Leistungen Ihnen am besten zusagen. Der allgemeine Beitragssatz ist bei allen Krankenkassen der gleiche. Allerdings verlangen einige Kassen noch einen Zusatzbeitrag, der vom Arbeitnehmer grundsätzlich allein zu tragen ist. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt bei 1,1 Prozent in 2017. Haben Sie sich für eine Krankenkasse entschieden, sagen Sie Ihrem Arbeitgeber Bescheid. Der meldet Sie dann bei dieser Kasse an.

Die Krankenversicherung ist noch in einer anderen Hinsicht ein Sonderfall: Ab einem bestimmtem Jahreseinkommen sind Sie nicht verpflichtet, Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse zu sein. Sie müssen sich zwar versichern, können dann aber auch einer privaten Krankenkasse beitreten. Dies ist im Jahr 2017 ab einem Jahreseinkommen von 57.600 Euro brutto möglich. Da ein Wechsel von einer privaten zurück zu einer gesetzlichen Krankenkasse allerdings nicht ohne weiteres möglich ist, sollte dieser Schritt wohl überlegt erfolgen.

Sozialversicherungsausweis

Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer bekommen Sie einen Sozialversicherungsausweis mit einer Sozialversicherungsnummer zugeschickt. Die Nummer teilen Sie bitte Ihrem Arbeitgeber mit. Bewahren Sie den Sozialversicherungsausweis gut auf, da Sie die Nummer immer wieder brauchen werden. Sollten Sie Ihren Sozialversicherungsausweis verlieren, können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung einen Ersatz anfordern.

Rentenansprüche mit in die Heimat nehmen

Rentenansprüche mit in die Heimat nehmen

Sie haben einige Zeit in Deutschland gearbeitet und wollen in Ihre frühere Heimat zurückkehren? In diesem Fall gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Ihre Rentenansprüche mitzunehmen:

Gehört Ihr Heimatland zur EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder zur Schweiz, gehen Ihnen in Deutschland erworbene Ansprüche aus der Sozialversicherung, zum Beispiel aus der gesetzlichen Rentenversicherung, nicht verloren: Ab Erreichen des Rentenalters kann Ihnen von jedem EU- oder EWR-Mitgliedstaat, in dem Sie gearbeitet haben, eine Rente nach den jeweiligen Voraussetzungen gezahlt werden. Haben Sie also zum Beispiel in zwei Ländern gearbeitet, beziehen Sie grundsätzlich auch von zwei Ländern Rentenzahlungen.

Gleiches gilt, wenn Sie in einem der folgenden Staaten wohnen, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat: Australien, Bosnien-Herzegowina, Chile, Israel, Japan, Kanada, Korea (Süd), Marokko, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei, Tunesien, USA. In diesem Fall können Sie einen Rentenantrag auch bei Ihrem heimischen Rentenversicherungsträger mit Hinweis auf die Versicherungszeiten in Deutschland stellen. Den Antrag leitet der Rentenversicherungsträger Ihres Heimatlandes dann an die Deutsche Rentenversicherung weiter.

Aber auch, wenn Ihr Heimatland zu einem anderen Staat (Drittstaat) gehört, gehen Ihre Ansprüche, die Sie durch Zahlung Ihrer Beiträge erworben haben, nicht verloren. Ihnen steht nach Erfüllung der Wartezeit und der sonstigen Voraussetzungen unter Umständen ein Rentenanspruch zu. Sie sollten in diesem Fall den Antrag bei der deutschen Botschaft oder einem Konsulat stellen, da hier Ihre Angaben direkt beglaubigt werden können. Von dort wird der Antrag nach Deutschland weitergeleitet. Zu beachten ist aber, dass für eine deutsche Rente immer die deutschen Vorschriften zum Renteneintrittsalter gelten, nicht diejenigen Ihres Heimatlandes. Näheres erfahren Sie bei der Deutschen Rentenversicherung.

Unter Umständen können Sie nach der Rückkehr in Ihr Heimatland bei der Deutschen Rentenversicherung aber auch einen Antrag auf Rückerstattung Ihrer Beiträge stellen. Seit dem Ausscheiden aus der deutschen Versicherungspflicht, also seit der Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses mit Ihrem deutschen Arbeitgeber, müssen dabei mindestens 24 Kalendermonate verstrichen sein. Dabei sollten Sie aber berücksichtigen, dass Ihnen von der Rentenversicherung die für Sie gezahlten Beiträge nur zur Hälfte (nämlich ohne den Arbeitgeberanteil) erstattet werden. Aufgrund der Beitragserstattung löst sich dann das gesamte Versicherungsverhältnis auf. Das heißt, dass Ihnen später auch kein Rentenanspruch mehr zusteht. Eine solche Beitragserstattung ist im Übrigen nur möglich, wenn Sie nicht mehr zur freiwilligen Versicherung berechtigt sind. Näheres können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung erfahren.

Vollständiger Ratgeber "Arbeiten in Deutschland"

Download (PDF 4257 KB)

Informationen hier im Portal

Schulen und Kinderbetreuung

Hier kümmert man sich um Ihre Jüngsten

Lesen Sie, wo Sie Hilfe bekommen

Tipps, wie Sie die größten Risiken abwehren

Informationen im Web

Deutsche Sozialversicherung

Die deutschen Sozialversicherungen kurz erklärt (Deutsch, Englisch)

Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung

Liste aller gesetzlichen Krankenkassen (Deutsch)