Etwas Deutsch können Sie bestimmt schon

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Im Deutschen gibt es Wörter für Dinge, die es in anderen Sprachen nicht gibt. Deshalb könnten Ihnen beim Deutschlernen viele Begriffe begegnen, die Sie vielleicht aus der englischen, französischen oder russischen Sprache kennen – weil sie dort übernommen wurden. Ersatz (replacement), Kindergarten (nursery school), Leitmotiv (guiding theme) oder Zeitgeist (spirit of the time) sind solche typisch deutschen Wortschöpfungen, die es beispielsweise auch in der englischen Sprache gibt. Neuerdings nutzen die Menschen in Schweden auch das deutsche Wort Fingerspitzengefühl, wenn sie einen klugen, sensiblen Umgang mit Menschen und Dingen beschreiben. Menschen in Russland sagen Zeitnot, sobald sie nicht genügend Zeit haben. Und in Japan nennt man Studentenjobs arubaito (japanische Aussprache von Arbeit).

In einigen Sprachen haben deutsche Wörter neue Bedeutungen erhalten. So bezeichnet das Wort vasistas in Frankreich ein Dachfenster. „Was ist das?“, sollen Napoleons Soldaten in gebrochenem Deutsch gefragt haben, als sie zum ersten Mal Oberlichter sahen.

Aber auch im Deutschen findet man Einflüsse anderer Sprachen. Nach Angaben des Dudens, dem bekanntesten Wörterbuch der deutschen Sprache, sind etwa 21 Prozent der Substantive Fremdwörter. Diese bereichern die deutsche Sprache und werden so selbstverständlich gebraucht, dass man sie nicht mehr als Fremdwörter erkennt.

Knapp vier Prozent der deutschen Wörter stammen aus dem Englischen, wie Fairness, Wellness oder Trainer. Auch aus dem Französischen sind viele Wörter über die Grenze gewandert, vor allem in die Bereiche Mode, Politik, Recht und Gastronomie. Ein Staatsanwalt hält ein Plädoyer (plaidoirie), wenn er sich vor dem Gericht für einen Richterspruch ausspricht. Der Regierungschef bildet sein Kabinett (cabinet), also seine Gruppe von Ministern. Alltagsbegriffe wie Balkon (balcon), Adresse (adresse) oder Annonce (annonce) haben wir ebenfalls dem Nachbarland zu verdanken.

Weniger bekannt sind die Lehnwörter aus den slawischen Sprachen. So kommt die Gurke vom polnischen ogórek, aber auch einige Tiernamen wie der Nerz (von ukrainischen noryca) haben einen festen Platz im deutschen Wortschatz gefunden.

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