Mirela, Ärztin (Zypern)

„Ich habe in Deutschland sehr herzliche Freundschaften geschlossen.“

Mirela, Ärztin (Zypern)
Mirela, Ärztin (Zypern)

Sie kommen ursprünglich aus Zypern. Wie sah Ihr Weg nach Deutschland aus?

Ich kenne Deutschland schon lange durch meinen Onkel, der seit 20 Jahren in Berlin lebt. Mir hat hier immer sehr gut gefallen, dass alles größer ist – die Städte und die Auswahl in der Freizeit. Mir war schon früh klar, dass ich in Deutschland auch bessere Möglichkeiten für die Ausbildung zur Fachärztin habe. Im Medizinstudium selbst gibt es außerdem mehr Plätze, und es hat international einen guten Ruf. Also habe ich mich für einen Studienplatz in Deutschland beworben und wurde für die Uni Düsseldorf zugelassen. Seit diesem Jahr bin ich fertig und arbeite als Assistenzärztin am LVR-Klinikum Düsseldorf.

Wie haben Sie sich auf das Studium vorbereitet?

Ich habe in Leipzig einen mehrmonatigen Deutschkurs gemacht. Sprachen sind ohnehin ein Hobby von mir, so dass ich damit im Alltag hier in Düsseldorf gut zurechtgekommen bin. Schwierig war es im ersten Semester, in den Vorlesungen gleichzeitig zuzuhören und mitzuschreiben. Oft haben mir dann die deutschen Studenten geholfen. Ab dem zweiten Semester war es für mich dann schon viel einfacher.

Wenn Sie auf Ihr Studium in Deutschland zurückblicken: Was hat es Ihnen gebracht?

Das Medizinstudium in Deutschland hat eine gute Qualität und die Ausbildung zum Facharzt ist international sehr anerkannt. Außerdem gibt es viele Angebote: Nach dem Studium war es einfach, eine Stelle für die Ausbildung zur Fachärztin zu finden. In der Klinik, in der ich jetzt arbeite, hatte man mir schon während meines Wahlpraktikums eine Stelle angeboten. Außerdem hatte ich noch weitere Zusagen, so dass mir die Entscheidung leicht fiel, in Deutschland zu bleiben.

Wie erleben Sie den Berufsalltag in Deutschland?

Die Arbeit in der Klinik ist fordernd und sehr interessant. Gleich nach dem Studium durfte ich unter Aufsicht von erfahrenen Ärzten schon viel machen, weil man von Anfang an Vertrauen in mich hatte. Dadurch konnte ich viel lernen.

Und wie entspannen Sie nach all dem Input?

Wenn ich frei habe, gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio, um fit zu bleiben. Ich besuche zudem gerne Ausstellungen. Kunst aus dem 20. Jahrhundert interessiert mich zum Beispiel. Außerdem liebe ich Kleinkunstfilme aus Frankreich in Originalsprache. Da finde ich hier in Düsseldorf immer wieder Vorstellungen. Zusammen mit Freundinnen verreise ich so oft es geht. Vor kurzem waren wir in Luxemburg. Ich finde es sehr schön, dass man von hier aus schnell in andere europäische Länder reisen kann.

Mirela, Ärztin (Zypern)

Wie fühlen Sie sich in Deutschland?

Sehr wohl. Mir gefallen die Möglichkeiten hier. Ich kann meine Freizeit vielfältig gestalten. Zum Beispiel gibt es in Deutschland sehr viel Literatur – für den Beruf, aber auch für die Freizeit. Mir ist es bisher nur einmal passiert, dass ich einen Titel gesucht habe, der nicht auf Deutsch übersetzt war.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem neuen Leben in Deutschland?

Meine Familie freut sich für mich. Natürlich vermissen sie mich. Ich reise regelmäßig zu meinen Eltern und besuche meine alten Freundinnen und Freunde.

Gab es auch etwas, das Sie hier überrascht hat?

Zu Anfang habe ich mich gefragt, weshalb die Menschen hier so distanziert sind. Aber ich habe schnell gelernt, dass es nichts Persönliches ist, sondern einfach eine andere Mentalität. Inzwischen habe ich sehr herzliche Freundschaften geschlossen. Wenn man hier gute Freundschaften eingeht, dann halten sie meistens ein Leben lang. Das finde ich sehr bereichernd.

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