Rodrigo, Auszubildender (Spanien)

„Ich finde die duale Ausbildung in Deutschland super, da man sofort die Praxis kennenlernt.“

Sie sind in Spanien aufgewachsen. Warum wollten Sie in Deutschland eine Ausbildung machen?

Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Autos. Daher wollte ich beruflich in diesen Bereich gehen. Klar war mir auch, dass ich Theorie und Praxis schnell verbinden wollte. Genau das ist der Vorteil der dualen Ausbildung in Deutschland. Die Mischung aus Theorie und Praxis stimmt.

Was haben Ihre Familie und Ihre Freunde zu Ihrem Umzug nach Deutschland gesagt?

Meine Familie hat meine Entscheidung von Beginn an unterstützt und den Kontakt zum Ausbildungsbetrieb über eine befreundete Familie hergestellt. Meine Freunde fanden es mutig, dass ich ins Ausland gehe, um eine Ausbildung zu machen. Denn es ist in Spanien nicht üblich, dass man schon mit 18 Jahren von zu Hause auszieht. Ich hatte natürlich auch erst einmal großes Heimweh. Aber inzwischen finde ich es richtig gut, ganz auf mich gestellt zu sein, eine eigene Wohnung zu haben und mich um meine Sachen allein und selbstständig zu kümmern. Das ist zwar manchmal anstrengend, aber vor allem eine positive Erfahrung.

Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Betrieb?

Auf jeden Fall. Die Kolleginnen und Kollegen sind super nett. In den Pausen stehen wir oft zusammen, trinken einen Kaffee, essen etwas und unterhalten uns. Ich glaube, meine direkte Art – zum Beispiel frage ich viel nach – gefällt den anderen Kolleginnen und Kollegen. Am Anfang musste ich mich in den Gesprächen zwar erst einmal an die unterschiedlichen Dialekte gewöhnen und habe manchmal noch nicht so viel verstanden. Mein Chef, der Ausbilder und die anderen Kolleginnen und Kollegen haben mir aber alles immer wieder gezeigt und die Namen der Werkzeuge wiederholt. Inzwischen verstehe ich so gut wie alles und kann auch schon mal einen Witz machen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich fahre viel mit meinem BMX-Rad herum und schaue mir die Gegend an. Im Vergleich zu meiner Heimatstadt Madrid sind die Wege hier kurz und für Fahrräder gut ausgebaut. Man kommt überall schnell hin und lernt die Stadt kennen. Auf den Straßen und Plätzen, auf denen nicht so viel los ist, kann ich meine Tricks auf dem BMX-Rad machen. Dabei treffe ich andere junge Leute. Ob im Betrieb oder auf der Straße – ich gehe immer auf die Leute zu und spreche einfach drauf los. Manchmal sind sie etwas überrascht, aber sie lassen sich meist schnell darauf ein und finden es gut. Viele waren ja auch schon mal in Spanien und so kommen wir dann leicht ins Gespräch. Abends gehe ich mit meinen Freunden gerne in Clubs und Discotheken oder auf eine Party. Ich freue mich sehr auf den Sommer. Ich bin gerne draußen und unter Menschen.

Sie helfen in Ihrer Freizeit anderen jungen Spanierinnen und Spaniern, die nach Koblenz gekommen sind, um eine Ausbildung zu machen. Wie läuft das ab?

Die meisten können am Anfang noch nicht so gut Deutsch. Ich helfe ihnen bei praktischen Dingen. Ich schaue mir mit ihnen Wohnungsanzeigen an oder übersetze Briefe oder Texte aus dem Internet. Vor allem sprechen wir natürlich über das Leben in Deutschland und die Unterschiede zu Spanien. Zum Beispiel: Um wie viel Uhr isst man in Deutschland zu Abend? Was ist typisch deutsches Essen? Wie lernt man andere Leute kennen? Warum rollen manche das „R“, andere nicht? Wenn man fremd ist, muss man erst einmal die Gewohnheiten in der neuen Umgebung kennenlernen. Dabei hilft es, wenn man jemanden an der Seite hat, der sich ein bisschen auskennt.

Haben Sie schon Pläne für die Zukunft?

Ich bin ja noch jung, und mir stehen viele Möglichkeiten offen. Als erstes möchte ich natürlich meine Ausbildung gut abschließen. Am liebsten würde ich danach ein, zwei Jahre im Betrieb weiterarbeiten. Ich möchte sehen, wie es ist, selbstständig – also ohne Anleitung – zu arbeiten. Klappt alles so wie man es gelernt hat? Das kann man ja erst ausprobieren, wenn man auch die Verantwortung für einen Auftrag übernimmt. Ob ich danach in Deutschland bleiben will, weiß ich noch nicht. Aber ausschließen will ich es nicht. Es gefällt mir hier sehr gut.

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