Sergej, Arzt (Tschechien)

„Es ist schön, in einem internationalen Team zu arbeiten.“

3 Tipps von Sergej

1. Rechtzeitig über die Anerkennung des Berufsabschlusses informieren

Mein wichtigster Tipp: Erst einmal bringt man am besten die bürokratischen Anforderungen hinter sich. Weil nämlich viele Dokumente übersetzt und beglaubigt werden müssen, kann sich das eine Weile hinziehen. Ich habe zum Beispiel noch vor den ersten Bewerbungen meine Berufserlaubnis als Arzt – die sogenannte Approbation – in Deutschland anerkennen lassen. Für alle Mediziner, die ihren Hochschulabschluss außerhalb von Deutschland gemacht haben, ist das Pflicht. Die Anerkennung läuft in jedem Bundesland etwas anders. Als ersten Schritt kontaktiert man daher am besten die Bezirksregierung der Region, in der man arbeiten möchte. Die Behörde schickt dann eine Liste der benötigten Dokumente und bietet auch Beratungsgespräche an. Wird die Berufserlaubnis erteilt, gilt sie in ganz Deutschland – also nicht nur in der Region, in der sie beantragt wurde. Zudem muss man seine Qualifikation als Facharzt anerkennen lassen. Dafür sind in der Regel die Ärztekammern zuständig. Die Adressen stehen auf der Website der Bundesärztekammer.

2. Unterstützung von Job-Agenturen nutzen

Für die Job-Suche können Agenturen Gold wert sein. Es gibt staatliche und auch private Agenturen, die im Ausland qualifizierte Fachkräfte für Kliniken in Deutschland suchen. Mir hat meine Agentur sehr engagiert geholfen. Ich habe sie durch einen Aushang von Stellenangeboten an meiner Uni entdeckt. Mit einer Agentur ist vieles einfacher. Zum Beispiel hilft sie bei so zeitraubenden Kleinigkeiten wie der Übersetzung von Dokumenten. Später in Deutschland haben mich dann meine Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Viele von ihnen haben selber mal eine Zeit lang im Ausland gewohnt oder sind aus anderen Ländern nach Deutschland gezogen. Sie kennen daher die Herausforderungen sehr gut, die so ein Umzug mit sich bringt – und helfen deshalb, wo sie können.

3. Die Patientinnen und Patienten als Partner sehen

Speziell für Ärztinnen und Ärzte habe ich den Tipp: Lassen Sie sich auf die deutsche Art ein, mit Patientinnen und Patienten zu reden. In Sprechstunden wird hier sehr ausführlich über Beschwerden, Heilungschancen und Risiken aufgeklärt. Das kannte ich in dieser Offenheit vorher nicht. Zu Anfang musste ich mich daher umstellen. Aber mittlerweile macht mir das sehr viel Spaß, weil ich sehe, dass die Patienten einen solchen Umgang schätzen und es bei der Behandlung hilft.

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