Noch Luft nach oben – Vergabe von Aufenthaltstiteln an qualifizierte Zuwanderer

Viele gut qualifizierte Menschen kommen nach Deutschland, um sich hier ihre berufliche Zukunft aufzubauen. Dabei gibt es grundsätzliche Unterschiede: So haben Bürgerinnen und Bürger aus der EU, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt und brauchen hierfür keinen Aufenthaltstitel

Bürgerinnen und Bürger, die nicht aus der EU stammen, benötigen hingegen ein Visum. Die Anzahl der Drittstaatenangehörigen, die 2015 einen entsprechenden Aufenthaltstitel als Fachkraft oder hochqualifizierte Arbeitskraft erhalten haben, lag bei etwas über 28.000. Mit Ausnahme des Einbruchs im Jahr 2013, der auf den EU-Beitritt von Kroatien zurückzuführen ist, werden immer mehr Aufenthaltstitel an gut ausgebildete Arbeitskräfte vergeben. Dabei spielt die „Blaue Karte EU“ noch eine geringe Rolle: Ihr Anteil ist mit etwa einem Viertel deutlich ausbaufähig. Im Bereich der Mangelberufe, wie Ingenieurinnen und Ingenieure oder Ärztinnen und Ärzte, ist der Anteil mit elf Prozent sogar noch geringer. Hier nimmt die Zahl der vergebenen Titel seit 2012 aber immerhin zu. 

Nach wie vor machen qualifizierte Beschäftigte aus Berufen, die in der Regel eine zweijährige Berufsausbildung voraussetzen, mit rund 19.000 neu vergebenen Titeln den größten Teil aus. 

Im Land der Ideen wurden 2015 zudem fast 2.000 neue Aufenthaltstitel zum Zwecke der Selbstständigkeit und 409 Titel an Forscherinnen und Forscher vergeben.