Einbürgerung in Deutschland

Nach einer bestimmten Zeit in Deutschland entscheiden sich viele Zuwanderinnen und Zuwanderer, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Im Laufe des Jahres 2014 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 108 420 Personen ausländischer Herkunft eingebürgert. 

Einbürgerung in Deutschland © fotolia / morganimation

5 gute Gründe für die Einbürgerung

5 gute Gründe für die Einbürgerung © fotolia / Andrey Popov

Durch die Einbürgerung werden Sie Staatsbürgerin oder Staatsbürger Deutschlands und damit zugleich Bürgerin oder Bürger der Europäischen Union – mit allen Rechten und Pflichten:

  1. Sie erhalten mehr Mitspracherechte: Sie können nicht nur in Ihrer Gemeinde, sondern auch in Ihrem Bundesland und auf Bundesebene bzw. europäischer Ebene an Wahlen teilnehmen. Außerdem können Sie selbst für das Parlament kandidieren und Ihre Interessen aktiv politisch vertreten.
  2. Freier Zugang zu allen Berufen: Sie können in Deutschland Ihren Beruf frei wählen. Sie dürfen dann zum Beispiel auch als Beamtin oder Beamter im öffentlichen Dienst arbeiten.
  3. Die Europäische Union steht Ihnen offen: Sofern Sie nicht bereits Bürgerin oder Bürger eines EU-Staates sind, genießen Sie mit dem deutschen Pass ab sofort volle Freizügigkeit innerhalb Europas. Dadurch eröffnen sich noch mehr Möglichkeiten: In der EU, den EWR-Staaten sowie in der Schweiz können Sie uneingeschränkt studieren, arbeiten und leben.
  4. Reisen wird leicht gemacht: Sie genießen Reise- und Visumserleichterung in vielen Ländern außerhalb Europas.
  5. Weniger Bürokratie: Sie benötigen keinen Aufenthaltstitel mehr und müssen nicht mehr zur Ausländerbehörde.

Wer kann sich einbürgern lassen?

Wer kann sich einbürgern lassen? © fotolia / _jure

Sind Sie nicht von Geburt Deutsche oder Deutscher, haben Sie Anspruch auf Einbürgerung, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen: 

  • Sie leben seit mindestens acht Jahren legal in Deutschland. 
  • Sie verfügen in Deutschland über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht (zum Beispiel als freizügigkeitsberechtigte Unionsbürgerin oder freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger oder auf Grund einer Niederlassungserlaubnis oder über eine qualifizierte Aufenthaltserlaubnis, die zu einem unbefristeten Aufenthalt führen kann. Eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken reicht allerdings nicht.  
  • Ihren Lebensunterhalt und den Ihrer unterhaltsberechtigten Familienangehörigen können Sie ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld selbst sicherstellen: Diese Voraussetzung ist insbesondere erfüllt, wenn Sie zum Zeitpunkt der Einbürgerung in einem ausreichend bezahlten Beschäftigungsverhältnis stehen. 
  • Sie verfügen über ausreichende Deutschkenntnisse: Für die Einbürgerung müssen Sie die deutsche Sprache nicht perfekt beherrschen. Es genügt, wenn Sie Ihre mündlichen und schriftlichen Deutschkenntnisse durch eine Sprachprüfung - mindestens auf B1-Niveau (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen) - nachweisen können. Ein deutscher Schulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung in Deutschland oder ein abgeschlossenes Studium in Deutschland belegen in der Regel ebenfalls Ihre deutschen Sprachkenntnisse.
  • Sie haben einen Einbürgerungstest bestanden. Mit dem erfolgreichen Einbürgerungstest weisen Sie Ihre Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung nach. Haben Sie einen deutschen Schulabschluss oder ein Studium in Rechts-, Sozial- oder Politikwissenschaften in Deutschland abgeschlossen? Dann müssen Sie in der Regel keinen Einbürgerungstest machen: Ihr in Deutschland erworbener Schul- oder Studienabschluss reicht in diesem Fall aus. Im Internet finden Sie einen Fragenkatalog zur Vorbereitung auf den Einbürgerungstest.
  • Sie sind nicht wegen einer Straftat verurteilt: Falls Sie wegen einer Straftat verurteilt worden sind oder gegen Sie in Deutschland oder im Ausland wegen des Verdachts einer Straftat ermittelt wird, müssen Sie dies der Einbürgerungsbehörde mitteilen. Die Einbürgerungsbehörde kann erst über Ihren Antrag entscheiden, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind.
  • Sie bekennen sich zum deutschen Grundgesetz: Das Grundgesetz ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Wenn Sie die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen, müssen Sie schriftlich und mündlich bekennen, dass Sie das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werden, was ihr schaden könnte. Ihr Bekenntnis wird von der Einbürgerungsbehörde aufgenommen.
  • Sie geben Ihre bisherige Staatsangehörigkeit auf: Bei der Einbürgerung müssen Sie grundsätzlich Ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben. Je nach Herkunftsland gibt es dabei allerdings Ausnahmen. Staatsangehörige der anderen EU-Mitgliedstaaten sowie der Schweiz dürfen zum Beispiel bei der Einbürgerung in Deutschland ihre bisherige Staatsangehörigkeit beibehalten. Ausnahmen gelten ferner für bestimmte Staaten wie zum Beispiel Marokko, Iran oder Algerien. Für Staatsangehörige dieser Länder wird eine Ausbürgerung als unzumutbar erachtet. 

Da es bei der Einbürgerung viele Besonderheiten gibt und jeder Fall individuell ist, sollten Sie vor dem Antrag auf Einbürgerung ein Beratungsgespräch bei der Einbürgerungsbehörde führen. Minderjährige Kinder und Ehegatten von zugewanderten Personen, die Anspruch auf eine Einbürgerung haben, können zum Beispiel nach Ermessen der Behörde auch eingebürgert werden, wenn sie sich noch nicht acht Jahre lang in Deutschland aufhalten. 

Welche Behörde für Ihre Einbürgerung zuständig ist, erfahren Sie in der Stadt- oder Kreisverwaltung, im Bezirksamt oder in der Ausländerbehörde der Kommune, in der Sie leben. 

Das Einbürgerungsverfahren – Was muss ich machen?

Das Einbürgerungsverfahren – Was muss ich machen? © fotolia / stockpics

Antrag stellen

Auch wenn Sie seit acht Jahren oder mehr in Deutschland leben, erfolgt die Einbürgerung nicht automatisch. Es muss immer ein schriftlicher Antrag bei der Einbürgerungsbehörde gestellt werden. Dort werden Sie auch individuell beraten und erhalten ein Antragsformular, welches Sie ausfüllen und mit den erforderlichen Unterlagen einreichen müssen. Einen Antrag auf Einbürgerung können Personen ab dem Alter von 16 Jahren selbst stellen. Bei Kindern können die Eltern oder andere sorgeberechtigte Personen einen entsprechenden Antrag stellen. 

Gebühren bezahlen 

In der Regel wird bei der Antragstellung zur Einbürgerung eine Gebühr von 255 Euro fällig. Für Kinder, die gemeinsam mit ihren Eltern eingebürgert werden, müssen je Kind 51 Euro gezahlt werden. Wird ein Kind allein eingebürgert, wird ebenfalls eine Gebühr von 255 Euro erhoben. In Ausnahmefällen kann die Einbürgerungsgebühr reduziert oder sogar ganz aufgehoben werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Antragsteller nur über ein geringes Einkommen verfügen oder mehrere Kinder mit eingebürgert werden.

Einbürgerungsurkunde

Ist Ihr Antrag geprüft und akzeptiert, erhalten Sie von der Einbürgerungsbehörde Informationen darüber, was Sie als Nächstes tun müssen. Je nachdem, in welchem Bundesland Sie leben, müssen Sie sich selbst um die Entlassung aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit kümmern. Sie erhalten eine Einbürgerungszusicherung, die Sie beim Konsulat Ihres Herkunftsstaates vorlegen können, um die Entlassung aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit zu beantragen. Geht mit dem Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit Ihre bisherige Staatsangehörigkeit automatisch verloren oder ist deren Aufgabe nicht möglich oder nicht zumutbar, sollte Ihrer Einbürgerung nichts mehr im Wege stehen. Sie erhalten eine Einbürgerungsurkunde, die Ihnen in der Regel persönlich oder im Rahmen einer Einbürgerungsfeier ausgehändigt wird. Mit dieser Urkunde wird Ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen.

Wie lange es insgesamt vom Antrag bis zur Aushändigung der Urkunde dauert, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. In manchen Fällen kann es bis zu mehrere Monate dauern. Sprechen Sie am besten Ihre Einbürgerungsbehörde an!

Deutschen Personalausweis und Reisepass beantragen

Mit der Einbürgerungsurkunde können Sie sich einen deutschen Personalausweis sowie einen deutschen Reisepass beim Einwohnermeldeamt Ihres Wohnortes ausstellen lassen. Zumindest eines dieser Dokumente müssen Sie in Deutschland besitzen, um sich gegebenenfalls ausweisen zu können. Meist dauert es einige Wochen, bis Ihre Ausweisdokumente fertig und abholbereit sind. 

Regelungen für Kinder

Einbürgerung in Deutschland: Regelungen für Kinder © fotolia / lassedesignen

Abstammungs- und Geburtsortprinzip: Im deutschen Staatsangehörigkeitsrecht gilt grundsätzlich das Abstammungsprinzip. Das bedeutet, dass ein Kind, das mindestens einen Elternteil mit deutscher Staatsangehörigkeit hat, automatisch bei der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erhält. Daneben gilt auch das Geburtsortprinzip. Danach kann ein Kind ausländischer Eltern automatisch durch Geburt in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, wenn ein Elternteil seit mindestens acht Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt und zum Zeitpunkt der Geburt eine Niederlassungserlaubnis oder einen unbefristeten Aufenthaltstitel besitzt.

Doppelte Staatsangehörigkeit: Kinder ausländischer Eltern, die durch Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft erworben haben, können neben der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Voraussetzung ist, dass sie in Deutschland aufgewachsen sind. Laut Gesetz ist in Deutschland aufgewachsen, wer bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres:

  • acht Jahre in Deutschland gelebt oder
  • sechs Jahre in Deutschland eine Schule besucht hat oder
  • über einen in Deutschland erworbenen Schulabschluss beziehungsweise eine in Deutschland abgeschlossene Berufsausbildung verfügt. 

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Warum sich so viele Nationen in Deutschland wohlfühlen (Deutsch, Englisch, Spanisch)

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BAMF     

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Fragenkatalog zur Testvorbereitung (Deutsch)

Bundesregierung – Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration

Informationen zu Voraussetzungen für eine Anspruchseinbürgerung (Deutsch)