Im Alltag unterstützen

Ihre neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nicht nur im Arbeitsalltag Ihre Unterstützung brauchen. Auch mit ganz praktischer Hilfe beim Umzug, Einleben oder bei Behördengängen können Sie ausländischen Fachkräften den Start in Deutschland erleichtern. Wo Unterstützung besonders wichtig ist, haben wir hier zusammengestellt.

Im Alltag unterstützen © istockphoto / FatCamera

Wohnungssuche

Wohnungssuche © istockphoto / monkeybusinessimages

Sollte Ihre Fachkraft aus dem Ausland noch keine dauerhafte Unterkunft gefunden haben, bietet es sich an, Kontaktdaten von örtlichen Maklerbüros an die neuen Fachkräfte weiterzugeben. Ein persönliches Empfehlungsschreiben für Ihre Fachkraft kann bei der Wohnungssuche oder bei Verwaltungsgängen Türen öffnen. Informieren Sie Ihre Fachkraft über die erforderlichen Unterlagen (Ausweis, Gehaltsnachweise oder Arbeitsvertrag, evtl. Schufa-Auskunft) und das deutsche Mietrecht. Auch können Sie Ihre Neueingestellten bei der Wohnungsbesichtigung begleiten. Schalten Sie, falls notwendig, einen Relocation-Dienstleister ein, der die Fachkraft beim Umzug unterstützt.

Hilfreiche Informationen zur Wohnungssuche finden Fachkräfte in unserem Ratgeber „Leben in Deutschland“.

Unterstützung bei Behördengängen und Rechtliches

Unterstützung bei Behördengängen und Rechtliches © fotolia / kamasigns

Anmeldung des Wohnsitzes, Renten- und Krankenversicherung? Zu all diesen Themen müssen Zugewanderte zu verschiedenen Ämtern in Deutschland. Zusätzlich müssen die Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern innerhalb von drei Monaten die Aufenthaltserlaubnis beantragen. Verfügt Ihre Fachkraft noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse, so macht es besonders Sinn, diese bei behördlichen und rechtlichen Angelegenheiten mit Rat und Tat zu unterstützen.

Anerkennung der Qualifikation

Haben Sie Fachkräfte im Gesundheitsbereich eingestellt, dann müssen sie in der Regel ein Anerkennungsverfahren ihres Berufsabschlusses durchlaufen. Ihre neue Fachkraft dabei zu unterstützen, ist auch eine Form der Willkommenskultur. Nach dem neuen Ankerkennungsgesetz hat die Fachkraft aus dem Ausland jederzeit einen Rechtsanspruch auf eine Anerkennung ihres beruflichen Abschlusses. Stellen Sie der Fachkraft Informationen über das Anerkennungsverfahren bereit: zuständige Behörde, Ansprechpartner und Kosten. In der Rubrik „Qualifikationen erkennen und anerkennen“ erfahren Sie mehr.

Weitere Instrumente zur Unterstützung im Anerkennungsverfahren finden Sie bei der Initiative „Unternehmen Berufsanerkennung“.

Das deutsche soziale Sicherungssystem

Beachten Sie, dass ausländische Fachkräfte, die in Deutschland leben und arbeiten, in der gesetzlichen Sozialversicherung die gleichen Rechte und Pflichten haben wie inländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Achten Sie darauf, dass rechtzeitig eine Ersatzbescheinigung beim Finanzamt beantragt wird. Nur für den Fall, dass eine Entsendung nach Deutschland vorliegt, entsteht keine Sozialversicherungspflicht in Deutschland.

Steuern und Sozialversicherung: Fachkräfte aus dem Ausland müssen in der Regel ihr Einkommen in Deutschland versteuern. Darüber müssen Sie Ihre Fachkraft informieren. Klären Sie Ihre Fachkraft darüber auf, welche Steuern und Sozialabgaben von dem Bruttogehalt abgezogen werden. So helfen Sie den ausländischen Fachkräften die Differenzen zwischen Bruttogehalt und Nettogehalt zu verstehen.

Pflichtversicherungen:
Informieren Sie Ihre Fachkraft rechtzeitig über die fünf gesetzlichen Pflichtversicherungen: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung. Wichtig ist die Entscheidung für eine Mitgliedschaft in einer Krankenkasse. Achten Sie auch darauf, Ihre Fachkraft bei der Sozialversicherung anzumelden, damit sie zeitnah einen Sozialversicherungsausweis zugeschickt bekommt und damit ein Rentenversicherungskonto eingerichtet wird. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Ratgeber „Leben in Deutschland“.

Gesetzliche Rente:
Machen Sie Ihre ausländische Fachkraft auch darauf aufmerksam, dass Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Falle einer Rückkehr in das Herkunftsland mitgenommen werden können. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber „Arbeiten in Deutschland“.

Kinderbetreuung

Kinderbetreuung © istockphoto / vgajic

Kommen Kinder der neuen Mitarbeiterin oder des neuen Mitarbeiters mit nach Deutschland, können Sie auch diese beim Einleben in Deutschland unterstützen. Stellen Sie zum Beispiel Informationen bereit, wie das deutsche Bildungswesen funktioniert. Vergessen Sie dabei nicht, dass das Betreuungssystem der Kindergärten sehr unterschiedlich je nach Wohnort sein kann. Ihre Fachkräfte können sich über das Schulsystem und die Kindergärten in Deutschland im Ratgeber „Leben in Deutschland“ informieren.

Die Betreuung von Kindern in Tagespflege und Kindergärten ist vielleicht für Ihre Fachkraft ungewohnt. Sie als Arbeitgeber können die Neueingestellten zur Betreuungssituation vor Ort beraten, Kontaktdaten von möglichen Einrichtungen bereitstellen und sie beim Antrag für die Kita- und Hortbetreuung unterstützen.

Die Anmeldung eines Kindes in einem Kindergarten oder einer Kindertagesstätte ist in der Regel mit Wartezeiten verbunden. In diesem Fall kann die Kindertagespflege eine Alternative sein. Organisieren Sie Gesprächstermine mit Betreuerinnen und Betreuer. Möglicherweise können Sie als Arbeitgeber die anfallenden Kosten zur Kinderbetreuung anteilig übernehmen. Damit erhöhen Sie Ihre Arbeitgeberattraktivität. Mehr Informationen zu Kindertagespflege finden Sie auf der Website des Bundesverbandes für Kindertagespflege.

Tipp: Um die Integration der Fachkraft und ihrer Familie zu erleichtern, nutzen Sie das Angebot im Rahmen von regionalen Firmen- und Fachnetzwerken

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