Integration langfristig fördern

Wenn Sie ausländische Fachkräfte dauerhaft an Ihr Unternehmen binden wollen, sollten Sie die Voraussetzungen für echte Integration im Betrieb und außerhalb schaffen. Management und Belegschaft können viel dafür tun, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlicher Herkunft, verschiedenen Erfahrungen und Bedürfnissen sich akzeptiert und willkommen fühlen. Aber auch Ihre neuen Fachkräfte können und sollten sich engagieren. Hier lesen Sie, wie.

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Diversity Management

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Durch Diversity Management-Maßnahmen bereiten Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am besten auf die Neueingestellten vor.

Für die Implementierung von Diversity Management im Unternehmen gibt es verschiedene Herangehensweisen. Es gibt keine Pauschallösung. Sie können zum Beispiel die interkulturelle Kompetenz in der Belegschaft fördern, indem Sie Ihre deutschen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein offenes und multikulturelles Arbeitsklima sensibilisieren. Alternativ können Sie Ihrer Belegschaft die Teilnahme an offenen Informationsveranstaltungen empfehlen. Angeboten werden sie von Verbänden und Vereinen, die sich für gesellschaftliche Vielfalt engagieren.

Um die Wertschätzung und das Vertrauen der Mitarbeitenden unterschiedlicher Religionszugehörigkeit zu fördern, führen Sie kulturelle und religiöse Kalender ein. Somit geben Sie Ihrer gesamten Belegschaft die Möglichkeit, wichtige Feiertage in angemessener Form zu zelebrieren. Weitere Handlungsempfehlungen zum Diversity-Management für KMU bietet das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) an.

Tipp: Fördern Sie den interkulturellen Austausch zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Beim Kochen, Feiern oder Sport lernen die ausländischen Fachkräfte Ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen schneller kennen und verbessern dabei Ihre Sprachkenntnisse.

Deutschkurse organisieren

Deutschkurse organisieren © istockphoto / Rawpixel

In Deutschland angekommen, sollten die Sprachkompetenzen bei Bedarf berufsbegleitend ausgebaut werden. Sie als Unternehmen können Ihrer Mitarbeiterin und Ihrem Mitarbeiter helfen, indem Sie passende Angebote recherchieren. Neben dem Goethe-Institut bieten die Volkshochschulen und private Institute Kurse an. Prüfen Sie zusammen mit den Neueingestellten welcher Kurs sinnvoll ist. 

Auch die Bundesregierung bietet für Zugewanderte sowie Personen mit Migrationshintergrund spezielle Berufssprachkurse zu geringen Kosten an. Diese Kurse finden deutschlandweit statt. Basismodule vermitteln allgemeine Sprachkenntnisse zur Berufswelt und Spezialmodule vertiefen den fachbezogenen Wortschatz in bestimmten Tätigkeitsfeldern. Ausführliche Informationen zu Berufssprachkursen finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Stellen Sie nach Möglichkeit die Fachkräfte frei, um ausreichend Zeit zum Erlernen der Sprache zu gewährleisten. Auch können Sie die Teilnahme an Sprachkursen finanziell unterstützen. 

Ist Ihre Fachkraft mit der Familie nach Deutschland gezogen? Sie sollten nach Möglichkeit bei der sozialen Integration der Lebenspartner unterstützen. Weisen Sie Ihre Neueingestellten auf das Angebot der Integrationskurse in ihrer Nähe hin. Wie und wo man einen passenden Integrationskurs findet, können Sie im Ratgeber Leben in Deutschland lesen.

Integrationsplan aufstellen

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Um Ihre neue Mitarbeiterin oder Ihren Mitarbeiter über die Einarbeitung hinaus systematisch zu unterstützen, kann Ihnen ein Integrationsplan helfen, der neben fachlichen auch kulturelle und soziale Aspekte berücksichtigt. Gleichzeitig erhöht sich dies die Chance, die Fachkraft langfristig im Betrieb zu halten. Der Plan sollte den erforderlichen fachlichen oder sprachlichen Qualifizierungsbedarf erfassen. 

Prüfen Sie in regelmäßigen Abständen, mit Hilfe des Integrationsplans, wie der berufliche und persönliche Integrationsprozess verläuft. Dabei kann es hilfreich sein, nicht nur mit der Fachkraft, sondern auch mit den direkten Kolleginnen und Kollegen zu sprechen. Haben Sie ein Mentoring-Programm im Betrieb eingeführt, sollten die Mentorinnen und Mentoren den Integrationsplan begleiten. Bei größeren Unternehmen kann diese Aufgabe alternativ auch von der Abteilung übernommen werden, die sich um das Thema Diversity-Management kümmert.

Erfahren Sie mehr über den Integrationsplan auf der Website des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA).

Best Practice Beispiel

Die Willkommenskultur bei SPS Schiekel Präzisionssysteme GmbH zeichnet sich durch eine intensive Rundumbetreuung der ausländischen Fachkräfte und durch den persönlichen Einsatz des Geschäftsführers aus. Erfahren Sie mehr über das Konzept.

Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen

„Lebenslanges Lernen“ ist nicht nur ein Modebegriff, sondern auch ein Konzept, das zahlreiche Unternehmen zum festen Bestandteil ihrer Firmen- oder Personalpolitik gemacht haben. Denn die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiterschaft hat viele Vorteile.

Weiterbildung ist ein wichtiges Instrument, Fachkräfte im Sinne der Bedürfnisse Ihres Unternehmens zu qualifizieren. Durch (weiter-)qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann z.B. die Produktivität oder Prozessqualität in Ihrem Betrieb passgenau gesteigert werden. Ein weiterer positiver Aspekt der Weiterbildung ist die Bindung Ihrer Mitarbeiterschaft und besonders auch Ihrer ausländischen Fachkräfte an Ihr Unternehmen. Durch Weiterbildungsmaßnahmen fordern und fördern Sie nicht nur Ihre ausländische Fachkraft sondern zeigen auch, dass Sie Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben. Dies wirkt motivierend, weckt gegenseitiges Vertrauen und schafft ein Zugehörigkeitsgefühl. So unterstützen und binden Sie Ihre ausländische Fachkraft langfristig an Ihr Unternehmen - und dies über die Einarbeitung hinaus. Denn optimaler Weise endet die Mitarbeiterintegration nicht nach dem Einarbeitungs- oder Integrationsplan sondern ist ein langfristiger Prozess, der kontinuierlich verfolgt werden sollte. Nutzen Sie daher diese Chance, um Ihren Fachkräftebedarf von morgen zu sichern.

Wie Sie eine betriebliche Weiterbildung in Ihrem Unternehmen etablieren können und weitere nützliche Informationen zur Weiterbildung bietet das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA). Dort finden Sie ebenfalls hilfreiche Beispiele, wie Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker an Ihr Unternehmen binden können. Auch die Bundesagentur für Arbeitet (BA) kann Ihnen und Ihrem Unternehmen bei Weiterbildungsvorhaben unterstützend, in Form von Beratung oder Förderung, zur Seite stehen.

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