Bewerbungsverfahren durchführen

Haben Sie gleich mehrere Bewerbungen ausländischer Fachkräfte erhalten, müssen Sie die am besten geeignete für Ihr Unternehmen auswählen. Welche Entscheidungshilfen es gibt, worauf Sie in Gesprächen achten sollten und worin sich das Bewerbungsverfahren für ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem deutscher Beschäftigter unterscheiden kann, erklären wir hier.

Bewerbungsverfahren durchführen © istockphoto / vgajic

Auswahlverfahren beginnen

Auswahlverfahren beginnen © istockphoto / xavierarnau

Sie haben bereits einige Bewerbungen für die zu besetzende Stelle erhalten? Dann kann der Auswahlprozess starten. Bewerten Sie wie üblich die Bewerbungsunterlagen zunächst objektiv anhand der von Ihnen in der Stellenausschreibung festgelegten Kriterien. Beachten Sie dabei, dass in anderen Ländern die Darstellung und der Aufbau von Lebenslauf und Anschreiben anders sein können als in Deutschland. Beispielsweise sind Bewerbungsfotos in englischsprachigen Ländern unüblich. Daher seien Sie auch offen für außergewöhnliche Bewerbungen. Versuchen Sie im zweiten Schritt die Bewerberin oder den Bewerber nicht nur anhand seiner formalen Qualifikationen oder Zeugnisse einzuschätzen, sondern beziehen Sie auch weitere Kompetenzen zum Beispiel aus der Lebens- und Berufserfahrung mit ein. Auch zusätzliche Sprachkenntnisse oder kulturelle Kompetenzen können positiv berücksichtigt werden. Überlegen Sie sich bei dem Auswahlverfahren auch, welche möglichen Nachqualifizierungen (z.B. Maßnahmen zum Spracherwerb) diese Person benötigen könnte und ob Sie bereit sind, diese dabei zu unterstützen, z.B. durch Freistellung oder Kostenübernahme. 

Tipp: Das BQ-Portal bietet ein zentrales Informationsangebot zu ausländischen Berufsqualifikationen in Deutschland. Hier finden Sie umfassende Informationen, um ausländische Aus- und Fortbildungsabschlüsse besser bewerten und einschätzen zu können. 

Best-Practice Beispiel

Erfahren Sie wie ein Ingenieurdienstleister seine Fachkräfte im Ausland findet.

Bewerbungsgespräch führen

Bewerbungsgespräch führen © istockphoto / PeopleImages

Um sich einen ersten Eindruck über Ihre potenzielle Kandidatin oder Ihren potentiellen Kandidaten aus dem Ausland zu verschaffen, können Sie über Telefon oder Internet ein erstes Gespräch vereinbaren. Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Sprachniveau so anpassen, dass das Gespräch für beide Seiten verständlich ist. Womöglich macht es auch Sinn das Gespräch auf Englisch zu führen oder eine Person mit entsprechenden Sprachkenntnissen mit einzubeziehen. Fragen Sie bei dem Gespräch nach den Motiven der Bewerberinnen und Bewerber nach Deutschland zu kommen und nach Ihren Vorstellungen von Arbeit und Leben. Schildern Sie im Gegenzug, welche Unterstützungsangebote Sie für die Integration der Fachkraft und Ihrer Familie leisten können. Kommt eine Bewerberin oder ein Bewerber in die nähere Auswahl so können Sie ein Vorstellungsgespräch vereinbaren. Hierbei ist vorab zu klären, ob für die Einreise ein Visum benötigt wird. Erklären Sie auch, inwieweit Sie bei der Anreise zum Gespräch unterstützen können, z.B. indem Sie eine Übernachtungsmöglichkeit organisieren oder die Fachkraft vom Flughafen abholen. Einige Unternehmen führen das persönliche Vorstellungsgespräch auch in dem Herkunftsland der Fachkraft durch. Beachten Sie bei der Vorstellung stets die kulturellen Unterschiede, sowohl bei der verbalen als auch der non-verbalen Kommunikation. 

Tipp: Stellen Sie der Fachkraft für den gesamten Bewerbungsprozess eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner aus der Personalabteilung oder aus dem Unternehmen zur Verfügung. Diese oder dieser sollte auch nach Möglichkeit entsprechende Sprachkenntnisse mitbringen, wenn die Fachkraft keine oder nur geringe Deutschkenntnisse besitzt. 

Fachkraft einstellen

Fachkraft einstellen © istockphoto / sturti

Sie haben eine geeignete Person für Ihr Unternehmen gefunden, dann bieten Sie der ausländischen Fachkraft im Anschluss die Stelle offiziell an und vereinbaren Sie den konkreten Arbeitsbeginn. Möglicherweise hilft es auch der Fachkraft den Arbeitsvertrag auf Englisch zur Verfügung zu stellen oder einzelne Punkte gemeinsam zu besprechen. Informieren Sie Ihre neue Fachkraft bei Vertragsabschluss auch über Rechtliches, wie zum Beispiel die gesetzlichen Pflichtversicherungen und die Steuerpflicht in Deutschland. Diese können nämlich im Herkunftsland Ihrer neuen Fachkraft ganz anders geregelt sein. Sie sollten daher für Rückfragen einen festen Ansprechpartner benennen. Mehr zu dem Thema „Unterstützung bei Behördengängen Rechtliches“ finden Sie hier.

Beachten Sie:
Eine Fachkraft aus einem Nicht-EU-Land kann den Arbeitsvertrag (unter Vorbehalt) unterschreiben bevor er ein gültiges Visum hat. Der Arbeitsvertrag ist häufig auch die Voraussetzung für die Erteilung eines Visums zum Zweck der Erwerbstätigkeit und muss i.d.R. bei der zuständigen deutschen Botschaft oder Ausländerbehörde vorgelegt werden. Sie können in Ihrem Arbeitsvertrag vermerken, dass dieser erst wirkt, sobald ein gültiges Visum erteilt wurde. Mehr Informationen finden Sie unter „Einreise und Beschäftigung“.

 

Best-Practice Beispiel

Erfahren Sie wie ein Ingenieurdienstleister seine Fachkräfte im Ausland findet.

Informationen hier im Portal

Finden Sie Informationen zu Visum und Arbeitsmarktzulassung

Erfahren Sie hier wie Sie die Fachkraft im Betrieb willkommen heißen können

Finden Sie Informationen zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen