Einreise und Beschäftigung regeln

Für die Rekrutierung ausländischer Fachkräfte gelten rechtliche und bürokratische Vorgaben. Hier erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen, damit Ihre neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich einreisen und in ihrer neuen Beschäftigung starten können. Wir geben Rat und Unterstützung zu Themen wie Visum, den Bestimmungen für verschiedene Berufsgruppen und den Behörden, die am Prozess beteiligt sind.

Einreise und Beschäftigung regeln© istockphoto / MauritsVink

Einreiseprozess

Einreiseprozess © fotolia / Taiga

Ein wichtiger Punkt, den Sie als Arbeitgeber bei der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte beachten müssen, sind die Visabestimmungen. Die Frage, ob Ihre künftige ausländische Fachkraft überhaupt ein Visum braucht, um nach Deutschland einzureisen und hier arbeiten zu können, hängt von ihrem Herkunftsland ab.

Staatsangehörige der EU-/EFTA-Staaten:

Grundsätzlich dürfen alle Personen aus EU-Mitgliedstaaten und sog. EFTA-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz) ohne Visum nach Deutschland einreisen und hier arbeiten.

Staatsangehörige aus Nicht-EU/Nicht-EFTA-Staaten:

Menschen aus Nicht-EU-Staaten und nicht EFTA-Staaten, den sogenannten Drittstaaten, brauchen generell für die Einreise und die Arbeitsaufnahme in Deutschland ein Visum bzw. eine Aufenthaltserlaubnis.

Eine Ausnahme gilt für Staatsangehörige von Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, Neuseeland und den USA. Diese können ohne Visum nach Deutschland einreisen und die Aufenthaltserlaubnis vor Ort in Deutschland beantragen. 

Visum für die Arbeitsaufnahme

Visum für die Arbeitsaufnahme © istockphoto / RoBeDeRo

Vor der Einreise

Das Visum zur Arbeitsaufnahme ist in der Regel befristet und vor der Einreise nach Deutschland bei der deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsland zu beantragen. Eine wichtige Voraussetzung, die Ihre ausländische Fachkraft bei der Beantragung des Visums erfüllen muss, ist die Vorlage eines unterschriebenen Arbeitsvertrages. Dieser muss bei der Antragsstellung bereits vorliegen. 

Tipp: Eine Bewerberin oder ein Bewerber aus einem Nicht-EU-Land, kann den Arbeitsvertrag (unter Vorbehalt) unterschreiben bevor sie oder er ein gültiges Visum hat. Der Arbeitsvertrag ist häufig auch die Voraussetzung für die Erteilung eines Visums zum Zweck der Erwerbstätigkeit und muss i. d. R. bei der zuständigen deutschen Botschaft oder Ausländerbehörde vorgelegt werden. Sie können in dem Arbeitsvertrag vermerken, dass dieser erst wirkt, sobald ein gültiges Visum erteilt wurde. Mehr Informationen finden Sie unter „Regelungen für den Arbeitsmarktzugang“.

Welche Arten von Visa es gibt und welche Voraussetzungen zu erfüllen sind sowie weitere Informationen rund um das Thema Visa erhalten Sie auf der Fachkräfte-Seite von „Make it in Germany“ in der Rubrik „Visum“.
 

Erklärvideo Visum

Ihre ausländische Fachkraft benötigt ein Visum für die Einreise nach Deutschland? Unser Video erklärt Ihnen am Beispiel der Blauen Karte die wichtigsten Schritte und gibt Ihnen wertvolle Tipps von der Antragstellung bis zur Ankunft in Deutschland.


Nach der Einreise

In Deutschland muss die ausländische Fachkraft dann ihre Aufenthaltserlaubnis beantragen. Diese wird zusammen mit der Genehmigung zur Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland von der Ausländerbehörde erteilt. Mehr Informationen zum Thema Genehmigung zur Aufnahme einer Beschäftigung finden Sie unter „Regelungen für den Arbeitsmarktzugang“.

Regelungen für den Arbeitsmarktzugang

Regelungen für den Arbeitsmarktzugang © istockphoto / Garsya

Bürgerinnen und Bürger aus EU-Mitgliedstaaten und sog. EFTA-Staaten dürfen in Deutschland gemäß dem sogenannten Freizügigkeitsrecht eine Beschäftigung aufnehmen. Sie sind inländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gleichgestellt. Der Zugang von internationalen Fachkräften aus Drittstaaten zum deutschen Arbeitsmarkt setzt in den meisten Fällen eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) voraus.

Eine Zustimmung wird in der Regel erteilt, wenn 

  • eine Rechtsvorschrift (Aufenthaltsgesetz, Beschäftigungsverordnung) den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt gewährt, 
  • ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegt und 
  • keine bevorrechtigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die sog. inländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die konkrete Beschäftigung zur Verfügung stehen (Vorrangprüfung) und die Arbeitsbedingungen mit denen inländischer Beschäftigter vergleichbar sind. 

Personen, die keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit brauchen

In bestimmten Fällen wird der Aufenthaltstitel zum Zweck der Beschäftigung auch ohne Zustimmung der BA erteilt:

  • Hochqualifizierte mit einer Niederlassungserlaubnis
  • Inhaber einer Blauen Karte EU (bei Mangelberufen ist die Zustimmung der BA notwendig)
  • Absolventen deutscher Hochschulen
  • Absolventen deutscher Auslandsschulen
  • Führungskräfte, die als leitende Angestellte mit Generalvollmacht oder Prokura ausgestattet sind sowie Gesellschafter von Handelsgesellschaften und leitende Angestellte eines auch außerhalb Deutschlands tätigen Unternehmens auf Vorstands-, Direktions- und Geschäftsleitungsebene. 

Das Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit „Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland“ enthält ausführliche Informationen rund um das Thema Beschäftigung ausländischer Fachkräfte.

Arbeitsmarktzulassungsverfahren durchlaufen

Für die Durchführung des Arbeitsmarktzulassungsverfahrens ist die Bundesagentur für Arbeit zuständig. Die Genehmigung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wird mit dem Aufenthaltstitel von der Ausländerbehörde erteilt, wenn die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat. Diese Zustimmung wird in einem behördeninternen Verfahren eingeholt.

Die sog. Arbeitserlaubnisteams der Bundesagentur für Arbeit sind an verschiedenen regionalen Standorten deutschlandweit vertreten. Die Zuständigkeiten und Kontaktdaten erhalten Sie auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit

Tipp: Der Migration-Check der Bundesagentur für Arbeit gibt erste Orientierung, ob Ihre neue Fachkraft eine Arbeitserlaubnis benötigt und ob diese erteilt werden kann. Hier gelangen Sie zum Migration-Check

Arbeitsmarktzulassung bestimmter Personengruppen

Arbeitsmarktzulassung bestimmter Personengruppen © istockphoto / AleksandarGeorgiev

Nicht-akademische Fachkräfte aus dem Ausland:

Ihre Fachkraft hat eine nicht-akademische Berufsausbildung außerhalb von Deutschland absolviert? Dann kann sie auch mit ihrem im Ausland erworbenen Abschluss eine Arbeit in Deutschland aufnehmen, wenn folgende Voraussetzungen auf die Person zutreffen:

  • In dem Beruf, den sie in Deutschland ausüben soll, besteht ein Engpass an Fachkräften. Auf welche Berufe dies zutrifft, entnehmen Sie der sogenannten Positivliste der Bundesagentur für Arbeit.
  • Sie haben Ihrer potenziellen Fachkraft konkretes Arbeitsplatzangebot unterbreitet.
  • Der Ausbildungsabschluss muss im Vergleich zu einem deutschen Abschluss als gleichwertig anerkannt sein. Die Anerkennung muss die Fachkraft bereits von ihrem Herkunftsland aus beantragen. Weitere Informationen zum Thema Anerkennung finden Sie unter „Qualifikationen anerkennen und erkennen“.

Für Arbeitgeber aus Baden-Württemberg besteht über das Punktebasierte Modellprojekt für ausländische Fachkräfte (PuMA) zusätzlich die Möglichkeit ausländische Fachkräfte aus Drittstaaten bei Erfüllung bestimmter Kriterien in Berufen einzustellen, die nicht auf der Positivliste der Bundesagentur für Arbeit stehen. Mehr Informationen zu PuMa finden Sie hier.

Personen aus Drittstaaten im Rahmen der Anpassungsqualifizierung:

Wenn die zuständige Anerkennungsstelle feststellt, dass für die volle Anerkennung des Abschlusses eine Weiterbildung erforderlich ist, kann die Fachkraft zu diesem Zweck eine Aufenthaltserlaubnis für bis zu 18 Monate gemäß § 17a Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes in Deutschland erhalten. Eine Weiterbildung kann zum Beispiel eine betriebliche Tätigkeit im Rahmen eines Anpassungslehrgangs oder ein Sprachkurs sein. Während dieser Zeit kann die Fachkraft begleitend zu ihrer Weiterbildung zeitlich uneingeschränkt einer Beschäftigung nachgehen, die zu ihrem angestrebten Berufsprofil passt.

Weitere Informationen zur Arbeitsmarktzulassung von Personen aus Drittstaaten im Rahmen der Anpassungsqualifizierung entnehmen Sie dem Merkblatt „Beschäftigung von drittstaatsangehörigen Ausländerinnen und Ausländern im Anerkennungsverfahren nach § 17a Aufenthaltsgesetz“ der Bundesagentur für Arbeit.

Pflegekräfte aus dem Ausland:

Wenn Sie eine Pflegekraft aus dem Ausland rekrutieren möchten, müssen Sie sich vorher genau informieren aus welchem Land Sie rekrutieren wollen. Da der Beruf Pflegekraft in vielen Ländern, anders als in Deutschland, eine akademische Ausbildung voraussetzt, spielt das Thema Anerkennung hier eine wichtige Rolle. Mehr Informationen zum Thema Anerkennung finden Sie unter „Qualifikationen erkennen und anerkennen“.

Informationen zu den Möglichkeiten der Arbeitsmarktzulassung von Pflegekräften finden Sie auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.

Im Projekt Triple Win vermittelt die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung in Kooperation mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit Pflegekräfte aus den Partnerländern Serbien, Bosnien-Herzegowina und den Philippinen in Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege in Deutschland. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer werden durch den gesamten Migrationsprozess begleitet. Mehr Informationen finden Sie auf der Website zu Triple Win.

Weiterführende Informationen über die aktuell geltenden rechtlichen Voraussetzungen für den Arbeitsmarktzugang von ausländischen Fachkräften in Deutschland finden Sie auf dem Portal der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV).

Tipp: Der Migration-Check der Bundesagentur für Arbeit gibt eine erste Orientierung, ob Ihre neue Fachkraft eine Arbeitserlaubnis benötigt und ob diese erteilt werden kann. Hier gelangen Sie zum Migration-Check.

Informationen hier im Portal

Weiterführende Informationen zum Visumsprozess

Finden Sie Informationen zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen