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Wirtschaft

Deutsche Industrie erwirtschaftet hohe Umsätze

In den meisten Branchen sind in den vergangenen Jahren trotz erheblicher konjunktureller Schwankungen die Umsätze gestiegen. Dabei spielen besonders exportorientierte Branchen eine wichtige Rolle. Spitzenreiter ist nach wie vor die Automobilindustrie mit einem Umsatz von 404 Mrd. Euro im Jahr 2016. Als Innovationsführer trägt sie einen wichtigen Teil zu Wachstum und Wohlstand bei. Der Fahrzeugbau sichert auch die Umsätze für weitere Bereiche, denn er ist eng mit Unternehmen im Chemie-, Elektrotechnik-, dem Stahl-, Metall- und Textilsektor verknüpft.

Aber auch Unternehmen in der Ernährungsindustrie sind gut aufgestellt. Mit einem Umsatz von 172 Mrd. Euro im Jahr 2016 und als drittgrößter Lebensmittelexporteur weltweit bieten sie vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten im Groß- und Einzelhandel. Ein solches breites Dienstleistungsportfolio stellt auch der Elektrotechnik- und Elektroindustriesektor mit einem Gesamtumsatz von 179,8 Mrd. Euro im Jahr 2016. Weitere Informationen zu Deutschlands führenden Branchen finden Sie hier.


Der Industriestandort Deutschland gehört zu den am meisten entwickelten Volkswirtschaften der Welt. Dies schlägt sich auch in einem hohen Lebensstandard nieder, wie ein Blick auf das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 48.839 internationalen Dollar pro Kopf 2016 zeigt. Das BIP misst die wirtschaftliche Leistung eines Landes anhand der nationalen Produktion von Waren, Gütern und Dienstleistungen. Um Vergleiche zwischen den verschiedenen Ländern zu ermöglichen, wird das BIP  um Preis- und Währungsunterschiede korrigiert und als Pro-Kopf-Maß angegeben. Unter den EU-Staaten lag Deutschland damit auf Rang 7, hinter Luxemburg, Irland, den Niederlanden und Österreich, Dänemark und Schweden. Und auch im Vergleich zu anderen führenden Industrienationen schnitt Deutschland gut ab. Das Einwanderungsland USA lag mit 57.325 Dollar zwar vor Deutschland, Kanada und Australien mit  47.025 bzw. 47.770 internationalen Dollar jedoch dahinter. Deutschland zeichnet sich außerdem durch eine relativ gleichmäßige Verteilung der Einkommen aus. Einheimische und Zuwanderinnen bzw. Zuwanderer profitieren vom hohen BIP pro Kopf und der Einkommensverteilung. Sie können ein Leben in Wohlstand – und aufgrund der demokratischen Strukturen auch in Freiheit und Sicherheit führen.

Das deutsche Erfolgsmodell

Das US-Magazin „Time“ fasste kürzlich den Erfolg der deutschen Wirtschaft so zusammen: Viele Firmen in Deutschland hätten sich auf die „unsexy side of the industrial spectrum“ spezialisiert – keine Smartphones oder iPads, sondern Maschinen, Zulieferteile und schwere Ausrüstungen.

Manches deutsche Unternehmen, zum Beispiel Autobauer und der weltweit drittgrößte Softwarelieferant, wird Wert darauf legen, dass die eigenen Produkte ganz sicher auf die „sexy side“ gehören. Aber im Kern passt die Analyse, wonach hochspezialisierte Industriefirmen mit hochspezialisierten Gütern Deutschlands Wachstumsmotor sind. Was im Zeitalter der lange hochgepriesenen virtuellen und finanziellen Wertschöpfung ein bisschen unterging, drängt sich nun als Leitsatz nach vorne: Die Industrie ist und bleibt eine wichtige Basis für den Wohlstand. Mit seinem hohen Industrieanteil von 22 Prozent ist die deutsche Volkswirtschaft weltweit gut positioniert. Frankreich, Italien, Großbritannien und die USA zum Beispiel kommen auf geringere Anteile in diesem Bereich.

Sogar 92 Prozent der deutschen Warenexporte sind Industriewaren. In vielen Bereichen und auf vielen Märkten sind die deutschen Unternehmen weltweit führend. Das gilt zum Beispiel für die so genannten grünen Technologien, also Produkte im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Im zukunftsträchtigen Sektor der erneuerbaren Energien, also Photovoltaik, Windkraft und effizienteren Kraftwerkstechniken, hat die deutsche Wirtschaft einen Weltmarktanteil von 30 Prozent.

Deutsche Innovationen

Airbag (1971)

Kunststoffsack, der sich beim Unfall mit dem Auto innerhalb von 20 bis 50 Millisekunden zwischen den Fahrzeuginsassen und dem Innenraum des Autos entfaltet. Das erste Airbag-Patent ging schon 1951 an Walter Linderer. Praxistauglich machte die Idee erst Daimler-Benz.

Aspirin (1897)

Weit verbreitetes Medikament, das bei Schmerzen hilft, Entzündungen und Gerinnungen des Blutes hemmt. Wirkstoff ist die Acetylsalicylsäure.

Buchdruck (1440)

Mechanischer Prozess, bei dem Texte mit gefärbten Stempeln für jeden Buchstaben und jedes Satzzeichen in einer Druckerpresse auf Papier gedruckt werden.

Dübel (1958)

Der Dübel dient der Befestigung einer Schraube oder eines Gegenstandes an der Wand. Er besteht in der Regel aus Polyamid und wird in einem Bohrloch in die Wand eingebracht. Durch das Hereindrehen der Schraube dehnt sich der Dübel in der Wand auseinander und ermöglicht so einen sicheren Halt.

Dynamo (1866)

Elektrischer Generator zur Umwandlung mechanischer in elektrische Energie.

Flüssigholz (1998)

Thermoplastischer Biowerkstoff, der hauptsächlich aus den Holzbestandteilen Lignin und Cellulose hergestellt wird – wird unter dem Namen Arboform gehandelt.

Gleitflugzeug (1894)

Flugzeuge, die sich ausschließlich durch Ausnutzung der Luftströmung fortbewegen, also keinen kraftstoffbetriebenen Motor benötigen. Beim Gleitflugzeug handelt es sich um ein sehr leichtes Segelflugzeug.

Glühbirne (1854)

Künstliche Lichtquelle, in der elektrischer Strom einen elektrischen Leiter anheizt. Der Leiter wird so stark zum Glühen und damit zum Leuchten gebracht.

Hubschrauber (1936)

Vertikal startendes und landendes Luftfahrzeug. Am motorbetriebenen Rotor drehen sich die Flügel und heben bzw. schrauben den Hubschrauber so in die Luft.

Motorrad (1885)

Kraftrad mit zwei Rädern mit ein bis zwei Sitzen.

Mundharmonika (1821)

Handgroßes Blasinstrument mit Metallgehäuse. Die parallel angeordneten Luftkanäle werden mit dem Mund angeblasen.

MP3 (1995)

Das Verfahren, um Audiodateien zu komprimieren, wurde im Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen in der süddeutschen Stadt Erlangen entwickelt.

Periodensystem (1864)

Ordnet alle chemischen Elemente mit steigender Ordnungszahl entsprechend ihrer chemischen Eigenschaften in Perioden-, Haupt- und Nebengruppen.

Scanner (1951)

Datenerfassungsgerät, das die Daten der Vorlage (z. B. ein Dokument) mit Hilfe von Sensoren aufnimmt und in digitale Daten umwandelt

Thermosflasche (1903)

Isoliergefäß, das den Austausch der Temperatur des Inhalts mit der Außentemperatur durch ein Vakuum zwischen der Innen- und der Außenwand des Gefäßes verzögern soll. Meist dient sie zur Warmhaltung von Kaffee oder Tee, kann aber auch Getränke kalt halten.

Zahnpasta (1902)

Erhöht die Wirkung der Zahnreinigung mit einer Bürste. Zahnpasta enthält unter anderem Putzkörper sowie Wirkstoffe gegen die Zahnkrankheiten Karies und Parodontose.

Jedoch gilt Deutschland nicht nur in der Umwelttechnik als Land der großen Innovationen. Zu den bahnbrechenden Erfindungen zählen das Motorrad, die Straßenbahn und das Automobil. In der globalisierten Welt spielt die Innovationskraft eines Landes eine wesentliche Rolle, um als Global Player zu bestehen. 2016 lag Deutschland im europäischen Vergleich mit 67.899 Patentanmeldungen auf dem ersten Platz. Um diese Innovationsfähigkeit zu gewährleisten, müssen Deutschlands Forscherinnen und Forscher sowie Ingenieurinnen und Ingenieure kreativ Ideen entwickeln und mutig umsetzen. Der Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften stellt allerdings ein Hindernis dar. Um seine Innovationskraft weiter zu stärken, ist Deutschland deswegen auch auf die Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte angewiesen. Kurz gesagt: Auf kluge Köpfe kommt es an, gegenwärtig wie zukünftig, ob sie aus Deutschland kommen oder von weit her.


Die größte Volkswirtschaft Europas punktet vor allem mit ihrer guten Infrastruktur, dem hohen Entwicklungsgrad der Unternehmen und des Dienstleistungssektors, der Hochschulbildung und hochwertigen beruflichen Ausbildung beispielsweise im Handwerksbereich und nicht zuletzt mit seinen Innovationen.

Besonders im Bereich Digitalisierung sollen in Deutschland noch mehr Innovationen vorangetrieben werden  Die digitale Revolution verändert Wirtschafts- und Arbeitsprozesse. So wirkt sich die Digitalisierung - in Deutschland auch bekannt als „Industrie 4.0“ - auf verschiedenste Kernbranchen der deutschen Wirtschaft aus. Hier liegt Deutschland mit über 30.000 Patentanmeldungen im europäischen Vergleich vorne und trägt über 11 Prozent der Patentanmeldungen beim europäischen Patentamt bei.

Um die Innovationskraft auch in Zukunft zu erhalten, investieren die Deutschen in Forschung und Entwicklung. Im Jahre 2015 gab Deutschland rund 2,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Forschung und Entwicklung aus. Das ist im europäischen Vergleich ein beachtlicher Anteil. Der Durchschnitt aller 28 EU-Länder lag im selben Jahr bei 2,08 Prozent des BIP.


Meet the Mittelstand

Mehr als 99 Prozent der deutschen Unternehmen zählen zum Mittelstand. In anderen Ländern ist dieser nicht so ausgeprägt und in manchen wird das deutsche Wort sogar in die eigene Sprache übernommen, weil es so recht keine Entsprechung dafür gibt. Das Spektrum reicht von kleinen, innovativen Software-Schmieden über global aktive Maschinenbauer zu traditionsreichen Handwerksunternehmen und noch viel weiter. Rein statistisch werden alle Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten als Mittelständler betrachtet. Oft werden aber auch deutlich größere Unternehmen dazu gezählt, wenn diese „mittelständisch“ geführt sind. Gemeint ist damit, dass der Inhaber oder die Inhaberin die unternehmenspolitisch relevanten Entscheidungen weitgehend selbst trifft – und Risiko und Haftung übernimmt. Die allermeisten mittelständischen Unternehmen versuchen, den Bestand der Firma langfristig zu sichern und legen Wert auf nachhaltige Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Unternehmen. Auch als Beschäftigte oder Beschäftigter ist man hier mehr als nur „einer unter vielen“. Viele mittelständische Firmen engagieren sich zudem in ihren Regionen als Förderer für Bildung, Kultur und Sport.

Viele Unternehmen im „German Mittelstand“ sind – ganz in der deutschen Tradition des Erfindens und Tüftelns – technologiegetrieben. Hauptverkaufsargument ihrer Produkte und Dienstleistungen ist in der Regel nicht der Preis, sondern die Qualität sowie der hohe Grad an umgesetzten Innovationen. Eine große Zahl dieser Firmen ist europa- oder weltweit Marktführer in ihrer Branche. Bei den meist überschaubaren Strukturen in den Firmen sind in die Innovationsprozesse viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Disziplinen wie Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Service eingebunden und tragen so zur Innovation bei. 

Neuheiten kommen häufig von den so genannten „Hidden Champions“, das sind meist weithin unbekannte Mittelständler, die auf ihren Spezialmärkten aber zu den drei stärksten Unternehmen der Welt gehören.

Deutschlands Volkswirtschaft profitiert von rund 1.500 solcher Hidden Champions. Auch weil sie oft versteckt in der deutschen Provinz sitzen und produzieren, wird ihr Erfolg manchmal unterschätzt. Nicht wenige Hidden Champions beschäftigen mehrere Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Arbeitgeber sind sie geschätzt, weil sie ihre Geschäfte langfristig ausrichten und oft sichere sowie gut bezahlte Jobs bieten.

Weitere Informationen im Web

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Schwerpunkte der Wirtschaftspolitik (Deutsch, Englisch, Französisch)
 

Research in Germany – Land of ideas

Karrieremöglichkeiten in der Forschung (Deutsch, Englisch)

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