Welche Arten von Visa gibt es?

In Deutschland gibt es Visa zu verschiedenen Zwecken. Ob Visa zur Arbeitsplatzsuche, zum Studieren, zur Ausbildung oder zum Forschen: Je nach Zweck des Aufenthalts in Deutschland sind Visa und Aufenthaltstitel an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Hier finden Sie eine Übersicht zu den verschiedenen Zwecken, zu denen ein Visum erteilt wird.

Arten von Visa © fotolia / Björn Wylezich

Visum zum Arbeiten

Visum zum Arbeiten © istockphoto / andresr

Akademikerinnen und Akademiker: Alle Akademikerinnen und Akademiker mit einem anerkannten Hochschulabschluss oder mit einem Hochschulabschluss, der mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar ist, können den Aufenthaltstitel „Blaue Karte EU“ erhalten. Die einzige Voraussetzung ist ein der Qualifikation entsprechender Arbeitsplatz in Deutschland mit einem jährlichen Bruttogehalt in Höhe von mindestens 50.800 Euro im Jahr 2017. 

Akademische Fachkräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie Ärztinnen und Ärzte können auch eine „Blaue Karte EU” erhalten, wenn sie genauso viel verdienen wie vergleichbare inländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, mindestens jedoch 39.624 Euro brutto im Jahr (2017). In diesem Fall muss die Bundesagentur für Arbeit (BA) Ihrer Beschäftigung zustimmen. Diese Zustimmung ist nicht erforderlich, wenn Sie Ihren Hochschulabschluss in Deutschland erworben haben. 

Nach 33 Monaten können Inhaber einer Blauen Karte EU eine Niederlassungserlaubnis erhalten. Hierbei handelt es sich um einen unbefristeten Aufenthaltstitel. Wenn die hierfür erforderlichen Sprachkenntnisse der Stufe B1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS / CEFR) vorzeitig nachgewiesen werden, kann die Niederlassungserlaubnis bereits nach 21 Monaten erteilt werden.  

Sie erfüllen nicht die Voraussetzungen für die „Blaue Karte EU“? Keine Panik. Neben der Blauen Karte EU gibt es andere Möglichkeiten, in Deutschland als Akademikerin oder Akademiker arbeiten und leben zu können. Wenn Sie einen Ihrer Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz haben, können Sie grundsätzlich nach § 18 Absatz 4 Aufenthaltsgesetz eine Aufenthaltserlaubnis zur Aufnahme einer Beschäftigung erhalten, wenn die Bundesagentur für Arbeit Ihrer Beschäftigung zugestimmt hat. Um diese Zustimmung müssen Sie sich nicht selbst kümmern. Sobald Sie eine Jobzusage haben, sprechen Sie einfach die für Sie zuständige deutsche Botschaft an, falls Sie noch im Ausland sind. In Deutschland erhalten Sie weitere Hilfestellung bei der Ausländerbehörde beziehungsweise im Welcome Center an Ihrem Wohnort.


Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen:
Sie haben an einer deutschen Hochschule erfolgreich ein Studium absolviert? Dann können Sie in Deutschland eine Arbeit annehmen, die Ihrem Studium angemessen ist. Den benötigten Aufenthaltstitel bekommen Sie bei der zuständigen Ausländerbehörde

Wenn Sie während Ihres Studiums in Deutschland noch keine Arbeitsstelle gefunden haben, können Sie im Anschluss an Ihr Studium von der Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis für bis zu 18 Monate zur Suche nach einem Ihrer Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz erhalten. In dieser Zeit dürfen Sie jede Tätigkeit aufnehmen, um Ihren Lebensunterhalt sicherzustellen. Welche Chancen Ihnen nach dem Studium in Deutschland geboten werden, finden Sie unter der Rubrik „Studium und dann?“.


Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung:
Sie haben eine nicht-akademische Berufsausbildung außerhalb von Deutschland absolviert? Dann können Sie auch mit Ihrem im Ausland erworbenen Abschluss eine Arbeit in Deutschland aufnehmen, sofern folgende Voraussetzungen auf Sie zutreffen:

  • In dem Beruf, den Sie in Deutschland ausüben möchten, besteht ein Engpass an Fachkräften. Auf welche Berufe dies zutrifft, sehen Sie in der sogenannten Positivliste.
  • Ihnen liegt ein konkretes Arbeitsplatzangebot vor. Offene Stellen finden Sie in unserer Jobbörse
  • Ihr Ausbildungsabschluss muss mit einem deutschen Abschluss als gleichwertig anerkannt sein. Wie Sie diese Anerkennung beantragen, erfahren Sie auf der Website Anerkennung in Deutschland. Die Anerkennung müssen Sie bereits von Ihrem Herkunftsland aus beantragen.

Wenn die zuständige Anerkennungsstelle feststellt, dass für die volle Anerkennung eine Weiterbildung erforderlich ist (zum Beispiel eine betriebliche Tätigkeit im Rahmen eines Anpassungslehrgangs), können Sie zu diesem Zweck eine Aufenthaltserlaubnis für bis zu 18 Monate (§ 17a Aufenthaltsgesetz) in Deutschland erhalten. Während dieser Zeit können Sie begleitend zu Ihrer Weiterbildung zeitlich uneingeschränkt einer Beschäftigung nachgehen, die zu Ihrem angestrebten Berufsprofil passt.

Über das Punktebasierte Modellprojekt für ausländische Fachkräfte (PuMa) besteht für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten zusätzlich die Möglichkeit, bei Erfüllung bestimmter Kriterien im Bundesland Baden-Württemberg zu arbeiten – in Berufen, die nicht auf der Positivliste der Bundesagentur für Arbeit stehen. Erfahren Sie mehr über PuMa.

Visum zur Arbeitsplatzsuche

Visum zur Arbeitsplatzsuche © fotolia / contrastwerkstatt

Wenn Sie noch keinen Arbeitsplatz in Deutschland gefunden haben, dann können Sie mit einem Visum zur Arbeitsplatzsuche für bis zu sechs Monate nach Deutschland kommen, um sich eine Arbeit zu suchen, vorausgesetzt Sie besitzen einen in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss. Wichtig ist dabei, dass Sie ausreichend Geld haben, um Ihren Lebensunterhalt in der gesamten Zeit des Aufenthaltes sicherzustellen, denn einer Beschäftigung dürfen Sie in dieser Zeit nicht nachgehen. Wenn Sie einen entsprechenden Arbeitsplatz gefunden haben, können Sie gleich in Deutschland die Blaue Karte EU oder eine andere Aufenthaltserlaubnis bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragen und bleiben, ohne vorher auszureisen.

Diese Regelung gilt für Sie auch dann, wenn Sie sich bereits in Deutschland befinden und zuvor einen Aufenthaltstitel zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit besaßen, der nun nicht mehr gültig ist. Sie sollten allerdings beachten, dass der Aufenthaltstitel zur Suche nach einem angemessenen Arbeitsplatz nicht verlängert werden kann. Sie können ihn erst dann erneut beantragen, wenn Sie sich nach Ablauf der Aufenthaltserlaubnis mindestens dieselbe Zeitdauer im Ausland wie zuvor zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland aufgehalten haben.

Visum zum Studieren

Visum zum Studieren © fotolia / torwaiphoto

Studium: Sie kommen aus einem Nicht-EU-Staat und möchten nach Deutschland, um hier zu studieren? Wenn Sie bereits eine Zulassung für eine staatliche oder eine staatlich anerkannte Hochschule erhalten haben, können Sie eine Aufenthaltserlaubnis zum Studium beantragen. Diese ist maximal 2 Jahre gültig, kann jedoch auf Antrag verlängert werden. Sie sollten nachweisen können, dass Ihr Lebensunterhalt für die Dauer Ihres Studiums gesichert ist. Dazu haben Sie die Möglichkeit, während des Studiums bis zu 120 volle bzw. 240 halbe Tagen im Jahr einer Beschäftigung nachzugehen. Nach erfolgreichem Studienabschluss können Sie Ihre Aufenthaltserlaubnis noch einmal um bis zu 18 Monate verlängern, um sich in dieser Zeit eine angemessene Arbeit zu suchen. Solange Sie auf der Suche sind, können Sie jede beliebige Tätigkeit ausüben. 

Studienbewerbung: Wenn Sie noch nicht über eine Zulassung zu einer deutschen Hochschule verfügen, sich aber für das Studium in Deutschland interessieren und die Voraussetzungen für ein Hochschulstudium erfüllen, haben Sie die Möglichkeit, eine Aufenthaltserlaubnis zur Studienbewerbung (§ 16 Aufenthaltsgesetz) zu erhalten. Damit können Sie für bis zu neun Monate nach Deutschland kommen und sich hier auf einen Studienplatz oder auf studienvorbereitende Maßnahmen – beispielsweise den Besuch eines Sprachkurses oder eines Studienkollegs – bewerben. Wichtig ist, dass Ihr Lebensunterhalt für diesen Zeitraum gesichert ist. Beachten Sie, dass die Aufenthaltserlaubnis zur Studienbewerbung nicht verlängerbar ist. Zudem dürfen Sie (ausgenommen in der Ferienzeit) keine Beschäftigung nebenbei ausüben.
Wie Sie sich auf ein Studium in Deutschland vorbereiten können, erfahren Sie in der Rubrik „Ausbildung und Lernen“.

Visum zur Ausbildung

Visum zur Ausbildung © istockphoto / monkeybusinessimages

Als Bürgerin oder Bürger eines Landes außerhalb der EU können Sie auch eine Aufenthaltserlaubnis für eine Ausbildung in Deutschland bekommen. Wenn Sie die Zugangsvoraussetzungen für die jeweilige Ausbildung, für die Sie sich interessieren, erfüllen und Ihr Lebensunterhalt während der Ausbildungsphase gesichert ist, erhalten Sie für die Dauer der Ausbildung eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der schulischen Betriebsausbildung (§16 Abs. 5a Aufenthaltsgesetz). Im Falle einer betrieblichen Ausbildung (die so genannte duale Ausbildung), können Sie eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der betrieblichen Aus- und Weiterbildung (§17 Abs. 1 Aufenthaltsgesetz) erhalten. Hierzu muss auch die Bundesagentur für Arbeit zustimmen. Die Zustimmung erfolgt in der Regel dann, wenn es keine deutschen oder anderen bevorrechtigten Bewerberinnen oder Bewerber für diese Ausbildung gibt. Dabei muss es sich um eine mindestens 2-jährige Berufsausbildung handeln. Wenn Sie an einer Berufsakademie oder ähnlichen Einrichtung einen Beruf erlernen wollen, ist keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich.

Während der Ausbildungszeit können Sie eine Beschäftigung im Umfang von bis zu 10 Stunden pro Woche ausüben. Nach Abschluss der Ausbildung kann Ihre Aufenthaltserlaubnis um ein weiteres Jahr verlängert werden, damit Sie einen Ihrer Ausbildung entsprechenden Job suchen können. Die dafür notwendige Aufenthaltserlaubnis beantragen Sie bei der zuständigen Ausländerbehörde. In dieser Zeit können Sie jede Tätigkeit annehmen, um Ihren Lebensunterhalt sicherzustellen. Sobald Sie eine Ihrer Qualifikation entsprechende Arbeit gefunden haben, können Sie von der Ausländerbehörde einen entsprechenden Aufenthaltstitel bekommen. Mehr zum Thema Ausbildung in Deutschland finden Sie in der Rubrik „Ausbildung und Lernen“.

Visum zur Absolvierung eines Praktikums

Visum zur Absolvierung eines Praktikums © istockphoto / laflor

Sie studieren im Ausland und möchten nach Deutschland kommen, um ein Praktikum zu absolvieren? Wenn Sie keine Staatsangehörige beziehungsweise kein Staatsangehöriger eines EU- Staates sind, benötigen Sie in der Regel ein Visum für das Praktikum in Deutschland. Dafür brauchen Sie neben dem Praktikumsplatz in einem Unternehmen in Deutschland die Genehmigung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese muss Ihr Arbeitgeber so früh wie möglich für Sie beantragen. Liegen beide Nachweise vor, müssen Sie das Visum bei der zuständigen Botschaft oder dem zuständigen Konsulat vor Ihrer Einreise beantragen. Das Praktikum darf höchsten zwölf Monate dauern und kann nur in Ausnahmefällen verlängert werden.

Einige Praktika bedürfen keiner Zustimmung durch die BA. Das sind zum Beispiel Praktika, die im Rahmen von EU-geförderten Programmen (LEONARDO, SOKRATES, ERASMUS, etc.) stattfinden. Auch Praktika, die aus Mitteln internationaler zwischenstaatlicher Organisationen finanziert werden, sind zustimmungsfrei. Weitere Informationen zu Praktika in Deutschland für Studierende aus dem Ausland erhalten Sie bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). 

Visum zum Forschen

Visum zum Forschen © fotolia / DragonImages

Neben der „Blauen Karte EU” gibt es besondere Regelungen für Hochqualifizierte, zum Beispiel zur Beschäftigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Forscherinnen und Forschern sowie Lehr- oder Führungskräften.

Als internationale Fachkraft im Bereich Wissenschaft und Forschung können Sie mit einem vorhandenen Stellenangebot an einem anerkannten Forschungsinstitut in Deutschland einen befristeten Aufenthaltstitel beantragen, um der entsprechenden Tätigkeit nachgehen zu können. Deutsche Sprachkenntnisse sind in der Regel dabei nicht erforderlich. Sie können mit diesem Aufenthaltstitel sowohl an der im Arbeitsvertrag genannten Forschungseinrichtung arbeiten als auch eine Lehrtätigkeit ausüben. Eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis ist möglich, sofern die Grundvoraussetzungen nach wie vor bestehen.

Außerdem ist es für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit besonderen fachlichen Kenntnissen ebenso wie für Lehrpersonen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in herausgehobener Funktion – also beispielsweise in der Leitung eines wissenschaftlichen Projektes und Arbeitsgruppen – möglich, direkt eine Niederlassungserlaubnis (nach § 19 Aufenthaltsgesetz) zu erhalten, sofern sie ein konkretes Arbeitsplatzangebot in Deutschland vorweisen können. Weitere Informationen zu Aufenthaltsbestimmungen von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erhalten Sie in der Rubrik Forschen in Deutschland.

Visum zur Selbstständigkeit

Visum zur Selbstständigkeit © fotolia / contrastwerkstatt

Sie möchten in Deutschland ein Unternehmen gründen? Für Staatsangehörige aus Nicht-EU-Staaten gibt es in diesem Fall besondere Visaregelungen. 

Gewerbetreibende: Falls Sie ein Gewerbe gründen möchten, können Sie eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der selbstständigen Tätigkeit (§ 21 Abs.1 Aufenthaltsgesetz) erhalten, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung gibt es ein wirtschaftliches Interesse oder ein regionales Bedürfnis.
  • Ihre Tätigkeit lässt positive Auswirkungen auf die Wirtschaft erwarten.
  • Sie haben die Finanzierung der Umsetzung durch Eigenkapital oder durch eine Kreditzusage gesichert. 

Wenn Sie älter als 45 Jahre sind, kann die Erlaubnis nur erteilt werden, wenn Sie außerdem eine angemessene Altersvorsorge nachweisen. 

Freiberufler: Wenn Sie sich in einem freien Beruf selbstständig machen möchten, haben Sie die Möglichkeit, eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit (§ 21 Abs. 5 Aufenthaltsgesetz) zu erhalten. Die Aufenthaltserlaubnis wird erteilt, wenn Sie die Finanzierung Ihres Vorhabens nachweisen, Ihren Lebensunterhalt selber sichern können und eine Erlaubnis zur Ausübung dieses Berufs haben. Falls Sie älter als 45 Jahre alt sind, müssen Sie zudem eine ausreichende Altersvorsorge nachweisen.

Wenn Ihre Geschäftsidee erfolgreich ist und Sie Ihren Lebensunterhalt und den Ihrer Familie finanzieren können, können Sie den zunächst auf längstens drei Jahre befristeten Aufenthaltstitel verlängern lassen.  Bei einer Gewerbegründung ist es schon nach drei Jahren möglich, eine Niederlassungserlaubnis zu beantragen. Wie Sie Ihre Geschäftsidee in Deutschland verwirklichen, erfahren Sie in der Rubrik Existenzgründung

 

 

Visum zur Anerkennung der Berufsqualifikationen

Visum zur Anerkennung © fotolia / Monkey Business

Haben Sie die Anerkennung Ihrer Berufsqualifikation beantragt und das Resultat ist nicht wie erhofft? Was können Sie tun, wenn die Anerkennungsstelle in Deutschland feststellt, dass Ihnen Qualifikationen für die volle Anerkennung fehlen?

Keine Panik! Sie können in Deutschland Qualifizierungsprogramme besuchen, um die fehlenden theoretischen oder praktischen Fähigkeiten zu erwerben. Dort werden zum Beispiel Lehrgänge in einem Betrieb, fachliche Schulungsangebote, Vorbereitungskurse oder berufsbezogene Deutschkurse angeboten.

Wenn Sie aus einem Nicht-EU-Staat kommen, benötigen Sie für die Teilnahme an einem solchen Programm in der Regel einen Aufenthaltstitel zum Zweck der Anerkennung der Berufsqualifikationen (§17a AufenthG). Dafür müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Ihre zuständige Anerkennungsstelle hat im Anerkennungsbescheid festgestellt, dass Sie noch einen weiteren Kurs in Theorie oder Praxis absolvieren müssen, um die volle Anerkennung Ihrer Qualifikation zu erhalten.

  • Um ein Visum beantragen zu können, müssen Sie nachweisen, dass Sie sich für einen solchen Kurs erfolgreich angemeldet haben. Sollte es sich dabei um einen überwiegend praktischen Lehrgang in einem Betrieb handeln, muss dieser Betrieb einen Weiterbildungsplan aufstellen, der darlegt, wie Sie für die Anerkennung erforderlichen Qualifikationen erarbeiten können. Außerdem soll der Weiterbildungsplan auch darlegen, welches Gehalt der Betrieb Ihnen während des praktischen Lehrgangs zahlt.

  • Um ein Visum zu erhalten, müssen Sie nachweisen, dass Sie genügend finanzielle Mittel für Ihren Aufenthalt haben. Um welchen Betrag es sich dabei konkret handelt und wie Sie die finanziellen Mittel nachweisen müssen, erfahren Sie auf der Webseite der Deutschen Botschaft in Ihrem Heimatland. Die Adresse der für Sie zuständigen deutschen Botschaft finden Sie auf unserer Weltkarte „Ansprechpartner vor Ort“ .

Wenn Sie die Unterlagen zusammen haben, können Sie das Visum bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung beantragen. Nach Einreise erhalten Sie bei der Ausländerbehörde in Deutschland Ihre Aufenthaltserlaubnis für die gesamte Dauer des Kurses einschließlich einer anschließenden Prüfung, höchstens jedoch für 18 Monate.

Sollten Sie neben Ihrem Qualifizierungskurs arbeiten wollen, ist dies ohne Weiteres möglich: In Ihrem eigenen Berufsfeld kann es sich um mehr als 10 Stunden handeln, in einem anderen Berufsfeld dürfen Sie nur maximal 10 Stunden arbeiten. So können Sie zum Beispiel während eines Qualifizierungskurses im Bereich Krankenpflege nebenbei mehr als zehn Stunden bei Ihrem zukünftigen Arbeitgeber arbeiten, in dem Sie bei den Pflegarbeiten mithelfen.

Wenn Sie eine Tätigkeit ausüben wollen, geben Sie dies bitte schon bei der Beantragung des Visums an, damit die dafür nötige Erlaubnis erteilt werden kann. Erhalten Sie das Jobangebot erst nach Einreise, wenden Sie sich bitte an Ihre Ausländerbehörde.

Haben Sie die Prüfung Ihres Qualifizierungskurses erfolgreich abgeschlossen? Nun steht der vollständigen Anerkennung Ihrer ausländischen Berufsqualifikation nichts mehr im Wege. Ihre Aufenthaltserlaubnis kann gemäß §17a Abs. 4 AufenthG bis zu einem Jahr verlängert werden, um einen Arbeitsplatz zu finden, der der anerkannten Berufsqualifikation entspricht. In dieser Zeit dürfen Sie jede Beschäftigung ausüben.

Visum zum Ablegen einer Prüfung

Hat Ihre zuständige Anerkennungsstelle festgestellt, dass Sie eine zusätzliche Prüfung ablegen müssen, bevor Ihre Qualifikation anerkannt werden kann? Dann können Sie ein Visum beantragen, damit Sie die Prüfung in Deutschland ablegen können. Voraussetzung ist, dass Ihr künftiger Arbeitgeber Ihnen verbindlich eine Jobzusage gemacht hat, wenn Sie die Prüfung bestehen. Nähere Hinweise über das Visumsverfahren erhalten Sie bei der Deutschen Botschaft in Ihrem Herkunftsland. Dort erhalten Sie nähere Hinweise über die Visaantragstellung.

Mehr Tipps über die Anerkennung Ihrer ausländischen Berufsqualifikation finden Sie im Ratgeber „Arbeiten“.

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Aufenthaltstitel auf einen Blick

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Vollständige Rubrik "Visum"

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Informationen hier im Portal

Herkunft und Lebensläufe der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland

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Informationen im Web

Auswärtiges Amt

Informationen zum Zuwanderungsgesetz (Deutsch, Englisch)

BAMF 

Flyer „Die Blaue Karte EU“ (Deutsch, Englisch)