Ausbildung in Deutschland - was ist das?

In Deutschland gibt es eine besondere Art, seinen Beruf zu lernen: die duale Berufsausbildung. Dabei lernen Sie in einer Berufsschule die Theorie und in einem Unternehmen die praktische Arbeit. Lesen Sie hier, wie das duale Ausbildungssystem funktioniert, welche anderen Ausbildungsformen es gibt – und welche guten Chancen am Arbeitsmarkt Sie mit einer Ausbildung in Deutschland haben.

Ausbildung in Deutschland – was ist das?

Die duale Berufsausbildung

Die duale Berufsausbildung

Die duale Ausbildung in Deutschland besteht aus viel praktischer Arbeit. Sie dauert meistens zwischen zwei und dreieinhalb Jahre und hat zwei Phasen: Jede Woche sind Sie einen oder zwei Tage oder in längeren zusammenhängenden Blöcken in einer Berufsschule. Dort vermitteln Ihnen Lehrerinnen und Lehrer theoretisches Wissen. An den anderen Tagen sind Sie dann in einem Unternehmen und wenden dieses Wissen an, indem Sie zum Beispiel an einer Maschine mitarbeiten. Außerdem sehen Sie, wie das Unternehmen funktioniert, was es macht und ob Sie sich vorstellen können, dort später weiterzuarbeiten.

Die Kombination aus Theorie und Praxis bereitet Auszubildende besonders gut auf das vor, was Firmen von ihnen erwarten: nicht nur Fachwissen, sondern auch praktische Erfahrung darin, dieses Wissen anzuwenden. Und bei den rund 350 anerkannten Ausbildungsgängen in Deutschland finden auch Sie sicher einen, der Ihnen Spaß macht und Ihren Talenten entspricht. Welcher genau das sein könnte, können Sie zum Beispiel auf einer der zahlreichen Ausbildungsmessen herausfinden, die regelmäßig in verschiedenen deutschen Städten veranstaltet werden. Informationen, welche Messen es gibt, wann und wo sie stattfinden, erhalten Sie auf dem Website Planet-Beruf.

Die duale Ausbildung bietet Ihnen sehr gute Chancen auf eine Stelle und ist deshalb besonders populär bei deutschen Schülerinnen und Schülern: Rund zwei Drittel aller Jugendlichen, die die Schule verlassen, machen anschließend eine Ausbildung. Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, um eine Ausbildung in Deutschland zu starten, erfahren Sie hier.

Einkommen in der dualen Berufsausbildung

Einkommen in der dualen Berufsausbildung

In Deutschland bekommen Sie während der dualen Ausbildung jeden Monat ein Gehalt von dem Unternehmen, bei dem Sie arbeiten. Im Durchschnitt verdienen Auszubildende aktuell 795 Euro brutto. Je nach Beruf und der Region, in der Sie arbeiten, können Sie mehr oder auch weniger erhalten. Bei einer Ausbildung zur Mechatronikerin oder zum Mechatroniker beispielsweise sind es durchschnittlich etwa 950 Euro brutto monatlich. Das Gehalt der Auszubildenden steigt außerdem mit jedem Lehrjahr. Von diesem Geld wird ein Teil für Sozialversicherungen abgezogen. Wenn Sie mehr als 8.354 Euro im Jahr verdienen, müssen Sie auch Steuern zahlen.

Was Sie in verschiedenen Ausbildungsberufen verdienen, erfahren Sie in einer Publikation des Bundesinstituts für Berufsbildung (PDF 103 KB). In unserem Ratgeber „Ausbildung in Deutschland“ informieren wir Sie, ob und wenn ja, welche finanzielle Unterstützung Sie darüber hinaus nutzen können.

Verlauf einer dualen Ausbildung

Verlauf einer dualen Ausbildung

Die duale Ausbildung beginnt jedes Jahr meistens am 1. August oder 1. September. Neben der praktischen Arbeit im Unternehmen besuchen Sie während der Ausbildung die Berufsschule. Dort lernen Sie nicht nur Deutsch, Englisch und Sozialkunde. Zwei Drittel der Stunden bestehen aus Themen, die speziell für Ihren Ausbildungsberuf wichtig sind. Während der Ausbildung stehen Ihnen mindestens 24 Werktage oder vier Wochen Urlaub pro Jahr zu – allerdings nur in der Zeit, in der die Schule auch Ferienzeit hat.

Ihre Lehrerinnen und Lehrer, Ihre Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Ihr Kollegenkreis unterstützen Sie bei Ihrer Ausbildung. Nach der ersten Hälfte Ihrer Ausbildung müssen Sie eine Zwischenprüfung bestehen, bei der Sie zeigen müssen, was Sie in der Schule gelernt haben und wie Sie es im Unternehmen anwenden. Die Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung. Die Prüfungen finden in der Regel in deutscher Sprache statt. Sind Sie erfolgreich, haben Sie gute Chancen auf eine Karriere in der deutschen Wirtschaft.

Schulische Ausbildung

Schulische Ausbildung

Anders als bei der dualen Ausbildung verbringen Sie bei dieser Form der Ausbildung weniger Zeit im Unternehmen. Theorie und Praxis lernen Sie in speziellen Berufsfachschulen oder Berufskollegs. Ergänzt wird das durch längere Aufenthalte in Betrieben oder sozialen Einrichtungen, wo Sie das Schulwissen umsetzen können. Diese Form der Ausbildung gibt es etwa bei Pflegeberufen, aber auch im gestalterischen, kaufmännischen oder technischen Bereich.

Normalerweise dauert eine schulische Ausbildung ein bis drei Jahre. Sie wird an staatlichen und privaten Schulen angeboten, wobei Sie bei privaten Anbietern oft Schulgeld zahlen müssen. Im Unterschied zur dualen Ausbildung erhalten Sie während der schulischen Ausbildung keine feste Vergütung. Die Ausnahme ist der Gesundheitsbereich, in dem Auszubildende während langer Praxisphasen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen arbeiten. Dort erhalten sie während der gesamten Ausbildung eine Vergütung. Als Gesundheits- und Krankenpfleger bzw. -pflegerin verdienen Sie beispielsweise im ersten Ausbildungsjahr 956 Euro brutto, im zweiten 1017 Euro brutto und im letzten Jahr 1118 Euro brutto monatlich.

Welche Voraussetzungen gelten, wenn Sie eine schulische Ausbildung beginnen wollen, erfahren Sie im Beitrag „Kann ich eine Ausbildung in Deutschland machen?“.

Ausbildungsorientiertes duales Studium

Ausbildungsorientiertes duales Studium

Das ausbildungsintegrierte duale Studium ist eine besondere Form des Hochschulstudiums. Es verbindet ein Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie mit einer Ausbildung in einem Unternehmen. Am Ende dieses Studiums haben Sie zwei Abschlüsse: einen von der Hochschule und einen aus dem Betrieb. Vor allem im kaufmännischen oder technischen Bereich wird dieses Studium angeboten, etwa in den Wirtschaftswissenschaften, im Maschinenbau oder in Informatik.

Das ausbildungsintegrierte duale Studium ist weniger wissenschaftlich als ein reguläres Hochschulstudium. Zusätzlich zur Theorie, die in der Hochschule oder Berufsakademie vermittelt wird, lernen die Studierenden die Unternehmenspraxis durch eine Ausbildung kennen. Die große Praxiserfahrung eröffnet Ihnen exzellente Arbeitsmarkt- und Karrierechancen. Zudem erhalten Sie in der Zeit, die Sie im Unternehmen verbringen, eine Vergütung wie die Auszubildenden auch.

Das ausbildungsintegrierte duale Studium dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. Die berufliche Ausbildung ist dabei oft auf zwei Jahre verkürzt, damit genügend Zeit für das Studium bleibt. Um für diese Form des Studiums zugelassen zu werden, benötigen Sie die Zugangsberechtigung zu deutschen Hochschulen. Dazu bewerben Sie sich zunächst bei einem Unternehmen, welches Sie in den Praxisphasen ausbildet. Anschließend schreiben Sie sich an der Hochschule ein, mit der das Unternehmen kooperiert.

Eine Liste mit ausbildungsintegrierten dualen Studiengängen sowie Ausbildungsbetrieben finden Sie bei „Ausbildung Plus“, indem Sie in der Suchmaske „ausbildungsintegriertes duales Studium“ auswählen. Da diese Studienplätze sehr begehrt sind, sollten Sie sich frühzeitig bewerben.

Vollständiges Dossier "Ausbildung in Deutschland"

Download (PDF 1739 KB)

Informationen hier im Portal

Mit welcher Ausbildung Sie bei Arbeitgebern besonders gefragt sind

Tipps zur Stellensuche und wie Sie sich richtig bewerben

Finanzielle Unterstützung und Förderprogramme

Informationen im Web

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Das duale Berufsbildungssystem in Deutschland (PDF, 58 KB) (Deutsch, Englisch)

Bundesagentur für Arbeit

Berufsberatung, Ausbildungsvermittlung und Ausbildungsförderung (Deutsch, Englisch, Französisch)

Berufliche Bildung – Praktisch unschlagbar!

Nützliche Links rund um das Thema Ausbildung (Deutsch, Englisch)

Handelskammer Hamburg (HK)

Infos zur dualen Aus- und Weiterbildung (Deutsch)

Zentralverband des Deutschen Handwerks

Möglichkeiten einer beruflichen Ausbildung im deutschen Handwerk für EU-Bürgerinnen und Bürger (u.a. Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch)

Bundesinstitut für Berufsbildung

Ausbildungsprofile zahlreicher Ausbildungsberufe (Deutsch, Englisch)

Wegweiser “Deutsche Organisationen im Ausland”

Aufgaben und Leistungen deutscher Organisationen (PDF, 2 MB) (Deutsch)