Studierende aus dem Ausland
Internationale Studierende, die ihr Studium in Deutschland absolvieren, sind ein wertvoller Zuwachs für Ihr Unternehmen. Wie Sie diese schon während des Studiums in Ihrem Unternehmen beschäftigen und integrieren können, erfahren Sie hier.
Ausländische Studierende an deutschen Hochschulen stellen ein besonders wichtiges Potenzial dar. Deren Plus: Neben ihrer fachlichen Qualifikation sind sie in der Regel bereits mit kulturellen Facetten Deutschlands sowie der Sprache vertraut. Außerdem können Sie bei der Rekrutierung von ausländischen Studentinnen und Studenten Zeit sparen, da sie bereits in Deutschland sind.
Beschäftigung von ausländischen Studierenden während des Studiums
Studierende aus Drittstaaten, die eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Studiums (§16b AufenthG (Externer Link) ) besitzen, dürfen bis zu 140 volle Tage oder 280 halbe Tage im Jahr ohne Zustimmung der BA beschäftigt werden. Dabei gilt:
- Arbeitszeiten bis zu vier Stunden gelten als halber Arbeitstag, ansonsten als voller Arbeitstag.
- Alternativ dürfen Studierende aus Drittstaaten genauso wie Studierende aus EU-/EWR-Staaten oder der Schweiz und wie deutsche Studierende, bis zu 20 Stunden pro Woche in den Vorlesungszeiten arbeiten. In den Semesterferien können sie uneingeschränkt Geld verdienen.
Für studentische Tätigkeiten, wie z. B. Hilfstätigkeiten an Hochschulen oder Tätigkeiten in engem Zusammenhang zum Studium, gelten diese Regelung nicht. Diese Tätigkeiten können zeitlich unbegrenzt ausgeübt werden.
Darüber hinaus stehen internationalen Studierende aus Drittstaaten gemäß § 16b Abs. 4 AufenthG (Externer Link) während beziehungsweise bereits vor dem Abschluss des Studiums in Deutschland alternative Perspektiven offen:
- Arbeiten als Fachkraft: Unter besonderen Voraussetzungen kann bereits während eines Studienaufenthalts ein Arbeitsplatzangebot als Fachkraft angenommen werden. Damit einher geht der Wechsel in eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer qualifizierten Beschäftigung, ohne vorher das Studium abschließen zu müssen. Wichtig ist dabei, dass es sich nicht um eine vorübergehende Beschäftigung handelt. Ausführliche Informationen dazu erhalten Sie bei der zuständigen Ausländerbehörde.
- Ausbildung statt Studium: Anstatt des Studiums besteht die Möglichkeit, eine qualifizierte Berufsausbildung aufzunehmen. Um eine Berufsausbildung beginnen zu können, muss die Aufenthaltserlaubnis entsprechend gewechselt werden. Eine Aufenthaltserlaubnis zum Absolvieren einer Berufsausbildung setzt eine Prüfung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) voraus und es müssen weitere besondere Voraussetzungen erfüllt werden. Weitere Informationen zu den Anforderungen dieser Aufenthaltserlaubnis finden Sie in der Rubrik Visum zum Absolvieren einer Berufsausbildung. Ausführliche Informationen dazu erhalten Sie bei der zuständigen Ausländerbehörde.
Beschäftigung nach erfolgreichem Studium in Deutschland
Im Anschluss an das Studium in Deutschland, können ausländische Absolventinnen und Absolventen direkt eine qualifizierte Beschäftigung aufnehmen. Für die Arbeitsplatzsuche in Deutschland erhalten sie in der Regel eine bis zu 18 Monate gültige Aufenthaltserlaubnis.
Campus-Initiative Internationale Fachkräfte des DAAD
Die „Campus-Initiative Internationale Fachkräfte“ des DAAD unterstützt deutsche Hochschulen dabei, internationale Studierende und Graduierte gezielter auf den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Darunter fallen die Programme „FIT“ (Förderung internationaler Talente zur Integration in Studium und Arbeitsmarkt) und „Profi Plus“ (Akademische Anpassungsqualifizierung für den deutschen Arbeitsmarkt). Insgesamt gibt es über 100 Projekte an vielen verschiedenen Universitäten. Die Angebote reichen von Sprachkursen bis hin zu Mentoringprogrammen. Als Unternehmen können Sie Kontakt mit einer teilnehmenden Hochschule in Ihrer Region aufnehmen, um internationale Talente kennenzulernen. Alle Angebote und Hochschulen finden Sie in dieser interaktiven Karte. (Externer Link)
© Make it in Germany / BMWE
Vom Studium zum Job in Deutschland: Erfolgsgeschichte eines internationalen Studenten
Ich bin seit sieben Jahren in Deutschland. Ich habe meinen Bachelor als Bauingenieur im Iran gemacht. Dann habe ich drei Jahre selbstständig gearbeitet und dann bin ich nach Deutschland gekommen. Jetzt arbeite ich als Energieeffizienzexperte und das war ein langer Weg und auch ein schwerer Weg, aber hat es sich gelohnt.
Mein Name ist Sina. Ich komme aus dem Iran, ich bin 32 Jahre alt und meinen Master habe ich in Green Building Engineering an der TH Köln gemacht. Ganz am Anfang, ich war fertig mit meinem Bachelor, ein Kumpel von mir wollte nach Deutschland und Österreich und hatte einen Deutschkurs besucht. Er hat mir gesagt: „Sina, du kannst Englisch, wenn du willst, kannst du einfach eine neue Sprache lernen. Und wenn du Interesse daran hast, kannst du natürlich auch nach Deutschland, um weiterzustudieren.”
Ich bin so ein Typ, der alles planen muss. Das heißt, ich musste auf jeden Fall vorher wissen: Wie ist das mit dem Visum? Wie ist das mit der Arbeitserlaubnis? Kostet es zum Beispiel viel hier zu studieren? Wie ist das mit der Wohnungssuche? Und alle diese Themen, die spielen natürlich eine große Rolle. Aber manchmal gibt es auch Überraschungen. Ich war wirklich happy, wollte ich mit der Uni-Zeit anfangen und ein bisschen Uni-Life haben und erleben hier in Deutschland, und dann war Corona. Und das war wirklich ein großes Pech für mich.
Doch dann bin ich gerettet worden von dem WG-Leben. Ich hatte Glück. Ich habe eine WG gefunden mit zwei Mitbewohnerinnen, die beide deutsch waren. Ich konnte mein Deutsch verbessern und diese Möglichkeit war für mich auch eine offene Tür zu der Kultur, zu dem Leben in Deutschland und auch um diese Sprache zu lernen. Um Deutsch zu sprechen, muss man einfach kein Angst haben, das muss man einfach machen. Und dann irgendwann kommst du da rein und dann lernst du immer besser und besser. Einfach machen!
Sina ist glaube ich einfach eine Person, die sich traut zu sprechen. Und wir haben von Anfang an Deutsch miteinander geredet. Das war für uns auch nie ein negatives Thema, sondern eher immer auch beeindruckend für uns, wie schnell Sina einfach auch gelernt hat und Fortschritte gemacht hat.
Ich bin als Student nach Deutschland gekommen, das heißt mit dem Studentenvisum. Und dafür brauchst du ein paar Voraussetzungen: Eine der wichtigsten ist die Finanzierung. Das musst du irgendwie nachweisen, entweder mit dem Sperrkonto oder mit etwas anderem. Und das habe ich natürlich auch gemacht. Ich hatte auch verschiedene Nebenjobs und irgendwann habe ich gesagt, ich würde gerne in meine Branche einsteigen. Und da habe ich mich beworben, ganz normal bei den Jobangeboten, die im Internet waren. Und dann bin ich bei INDICAMUS gelandet. Wir machen energetische Sanierungen bei Gebäuden und ich berate auch Wohneigentümergemeinschaften.
Also wir haben schon früh gemerkt, dass Sina nicht nur eine fachliche Kompetenz mitbringt, sondern auch extrem teamfähig ist. Das, was wir hier als junges Team wirklich sehr wertschätzen, dass wir hier zusammenwachsen. Und Sina ist inzwischen zu einer leitenden Rolle aufgestiegen und einfach ein wichtiger Bestandteil unseres Unternehmens.
Ich bin richtig stolz darauf, dass ich alles auf Deutsch mache. Und ich bin auch richtig stolz, dass ich was mache, was wirklich Sinn macht. und ich habe meine Arbeit und meine Kollegen, wo es auch richtig Spaß macht, mit ihnen zu arbeiten. Deswegen würde ich sagen, Deutschland hat für mich eine große Bedeutung und ich zähl das fast als zweite Heimat für mich.
Eine der Schwierigkeiten, würde ich sagen, ist hier das Visum zu verlängern. Und es gibt sehr viel Bürokratie in Deutschland. Das kennen wir alle. Und das ist die Sache, die man vielleicht verbessern kann. Aber am Ende hat es geklappt und es hat sich gelohnt, dass ich jetzt bei INDICAMUS bin.
Ich würde sagen, von außen zu entscheiden, ob man hier arbeiten kann ist nicht so einfach. Für mich war es so, ich habe erstmal angefangen hier zu studieren und dann habe ich gemerkt: „Ja, ich kann mir auch vorstellen, hier zu arbeiten.” Und das hat auch gut geklappt. Hier habe ich ein Gefühl für die deutsche Kultur gekriegt. Wie funktioniert das? Ob das etwas für mich ist oder nicht. Und dann langsam einfach ausprobieren. Und dann irgendwann hat es geklappt und dann habe ich gesehen: „Es ist etwas für mich.”
Das wichtigste hier ist Deutsch zu reden. Und das würde ich auf jeden Fall empfehlen: Geh zu den Leuten. Mach einfach alles mit: Die Partys, das Feierabendbier. Und sei offen mit den Leuten einfach Spaß zu haben und gleichzeitig könnt ihr auch diese Kultur kennenlernen.
Ich würde einfach offen und ehrlich sein und sagen: Ja, es ist schwierig. Aber am Ende lohnt es sich!
Video: Vom Studium zum Job in Deutschland - Eine Erfolgsgeschichte
Weitere Informationen im Web
- Bundesagentur für Arbeit (BA) Fachkräfte aus dem Ausland beschäftigen und Arbeitsmarktzulassung
- Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) Internationale Studierende an deutschen Hochschulen: Fachkräfte für internationale Märkte
- BDA: die Arbeitgeber Fragen zur praktischen Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FAQ)
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