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Fachkräftezuwanderung: So steht Deutschland heute da

Qualifzierte Zuwanderung ist notwendig

25.09.2017 - Menschen kommen aus verschiedenen Gründen nach Deutschland. Mit dem hohen Flüchtlingsaufkommen in den letzten Jahren hat sich in der öffentlichen Diskussion die Frage gestellt, ob eine zusätzliche Anwerbung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland überhaupt noch sinnvoll ist. Die Befragung „Willkommenskultur im Stresstest“ der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass die Fachkräftemigration nicht vom Radar verschwunden ist. Für ein Drittel der Befragten bleibt die Einwanderung qualifizierter Zuwanderer wichtig, um den Fachkräfteengpässen am deutschen Arbeitsmarkt entgegenzuwirken[1]. Denn in vielen Regionen und Branchen hat sich der Fachkräftemangel zum größten Geschäftsrisiko entwickelt. 

Zuwanderung: Wer kommt nach Deutschland?

Zwei Gruppen sind zu unterscheiden: EU-Bürger und Ausländer aus allen anderen Staaten der Welt (sog. Drittstaatsangehörige). Im Jahr 2016 sind nach Angaben des Ausländerzentralregister (AZR) insgesamt 1.307.253 Personen nach Deutschland zu und 664.356 abgewandert. Unter den im Jahr 2016 zugewanderten Personen befanden sich 634.036 Angehörige (48,5%) aus anderen EU-Staaten und 673.217 Staatsangehörige aus Nicht-EU-Staaten (51,5%). Als Folge der hohen Flüchtlingszuwanderung aus Syrien und dem Irak dominierte im Jahr 2016  unter den Zuwanderungsgruppen aus Drittstaaten mit 43,4% die Erteilung der Aufenthaltstitel aus völkerrechtlichen, humanitären und politischen Gründen. Allerdings zeigen die Daten auch, dass bei den Erteilungen von Aufenthaltserlaubnissen zum Zweck der Erwerbstätigkeit eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet wurde. Zum Stichtag 31. März 2017 waren insgesamt 182.609 Drittstaatsangehörige im AZR erfasst, die sich zu dieser Zeit mit einem Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit in Deutschland aufhielten.

Entwicklungen im Zuwanderungsrecht

Die Anwerbung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland wird also nach wie vor als ein praktikabler Lösungsweg zur Abmilderung der bestehenden und zukünftigen Fachkräfteengpässe gesehen. Allerdings stellt sich die Frage nach der Attraktivität Deutschlands. Während die Zuwanderung aus dem EU-Raum der Personenfreizügigkeit unterliegt, hat sich der deutsche Gesetzgeber in den letzten Jahren verstärkt für eine Fachkräftemigration aus Nicht-EU-Ländern positioniert. Zu diesem Zweck wurden sukzessiv neue Regelungen eingeführt: Im Jahr 2012 traten die Blaue Karte EU (vgl. §19a AufenthG) und das Anerkennungsgesetz in Kraft. 2013 folgte die Neufassung der Beschäftigungsverordnung und im Jahr 2015 kam das Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen (§17a AufenthG), welches den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt in den nicht-akademischen Berufen ermöglichte, hinzu. Wie die OECD[2] bereits im Jahr 2013 feststellte, bescheinigen diese Entwicklungen im Zuwanderungsrecht, dass Deutschland zu einem der OECD-Länder mit den geringsten Beschränkungen für die Erwerbsmigration von Menschen mit Hochschulabschluss zählt.

Willkommensservice in den Regionen

Neben dem Wandel in der Gesetzgebung sind auch weitere Faktoren notwendig, um Deutschlands Attraktivität als Zuwanderungsland zu erhöhen. Genauso bedeutend sind die Bemühungen, den Einwanderern Teilhabechancen in der deutschen Gesellschaft zu eröffnen und Zugänge zu Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen. Darum bemühen sich in den verschiedenen Kommunen und Regionen Deutschlands – neben einer Vielfalt an weiteren Akteuren – auch die sogenannten Welcome Center. Dort werden Fachkräfte bei allen Fragen von der Einreise bis hin zum Alltag unterstützt. Häufig erhalten auch KMU Hilfestellung bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland

Das Konzept der Welcome Center war eine Idee des Integrationsbeirats der Bundesregierung. Im Jahr 2007 eröffnete das erste deutsche Welcome Center in Hamburg. Mittlerweile haben zahlreiche weitere Städte, z. B. in Berlin, Stuttgart, Frankfurt oder auch Essen, auf das Konzept in derselben oder ähnlichen Form gesetzt. Mit insgesamt zehn Willkommenszentren hat seitdem das Bundesland Baden-Württemberg die meisten Welcome Center gefördert.

 


Quellen und Hinweise:

[1] Bertelsmann Stiftung 2017, Willkommenskultur im „Stresstest“ – Einstellungen in der Bevölkerung 2017 und Entwicklungen und Trends seit 2011/2012, Gütersloh
[2] OECD 2013b: Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte, Paris. 
                                                                    

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