Kinderbetreuung
Jedes Kind hat Anspruch auf Kinderbetreuung, um individuell gefördert zu werden. Erfahren Sie hier, welche Arten von Kinderbetreuung es gibt.
Die frühe Förderung von Kindern in der Kindertagesbetreuung leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Kinder können dort Kontakte zu Gleichaltrigen aufbauen und von altersgerechten Bildungsangeboten profitieren. Erzieherinnen und Erzieher unterstützen und begleiten sie dabei. Durch vielfältige Angebote, Aktivitäten und unterschiedliche pädagogische Konzepte fördern sie die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes umfassend und individuell.
Neben dem Beitrag zur individuellen Förderung von Kindern sind Angebote der Kindertagesbetreuung meist Voraussetzung dafür, dass Eltern arbeiten gehen oder wieder in den Beruf einsteigen können.
Wo und ab wann Ihr Kind betreut wird, hängt von vielen Faktoren ab. Hier haben wir die verschiedenen Möglichkeiten der Kinderbetreuung aufgelistet:
Kita: Ein Ort für Ihre Kinder
Das Wort Kindertagesstätte (kurz Kita) ist ein Sammelbegriff, unter welchem verschiedene Kinderbetreuungsformen zusammengefasst werden. In Kitas werden Ihre Kinder durch die Erzieherinnen und Erzieher der jeweiligen Einrichtungen ganztägig oder einen Teil des Tages unterstützt und gefördert. Weil es viele pädagogische Ansätze gibt, unterscheiden sich die Konzepte der Betreuung oftmals von Kita zu Kita. Kinder von null bis drei Jahren werden häufig innerhalb einer Kita in der „Kinderkrippe“ betreut. Es gibt aber auch Kitas, in denen altersübergreifende Gruppen angeboten werden. Sie können sich persönlich in den jeweiligen Einrichtungen informieren und herausfinden, welches Konzept zu Ihnen und Ihrem Kind passt.
Kinderkrippe (Kita): Für Kinder von 0 bis 3 Jahren
In Deutschlands Kinderkrippen können Ihre Kinder im Alter zwischen 0 und 3 Jahren mit Gleichaltrigen spielen. Weil jüngere Kinder mehr Aufmerksamkeit benötigen, werden sie in kleineren Gruppen von ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern betreut. Spielerisch begleiten die Fachkräfte Ihre Kinder bei den ersten Lernschritten. Auch altersgerechte Mahlzeiten, Schlafpausen und das Spielen im Freien stehen auf dem Programm. Wann Sie Ihr Kind morgens hinbringen und später wieder abholen, können Sie meistens flexibel vereinbaren. Der Elternanteil der zur Betreuung anfallenden Kosten ist variabel und richtet sich nach dem Einkommen der Eltern, der Region und der Trägerschaft der Einrichtung.
Kindertagespflege: Flexible und intensive Betreuung
Die Kindertagespflege ist eine besondere Form der Betreuung. Sie bietet flexible, familiennahe und individuelle Betreuung durch eine feste Bezugsperson – davon profitieren vor allem Kinder unter drei Jahren. Diese Bezugspersonen werden auch als „Tageseltern“ bezeichnet. Je nach Vereinbarung werden Ihre Kinder im Haushalt der Tageseltern, bei Ihnen zu Hause oder in anderen Räumlichkeiten betreut. In einigen Bundesländern können sich auch mehrere Tagesmütter oder Tagesväter zusammenschließen und mehr als fünf Kinder gemeinschaftlich betreuen. In der Regel wird dies als „Großtagespflege“ bezeichnet. Hier sind auch der Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen gegeben.
Kindergarten: Betreuung für Kinder von 3 bis 7 Jahren
Kindergarten – das haben Sie vielleicht schon einmal gehört, denn: Das deutsche Wort wird auch in der englischen Sprache verwendet. In Deutschland kümmern sich Kindergärten um Kinder im Alter zwischen 3 und 7 Jahren. Der Kindergarten beginnt in der Regel morgens und endet – je nach Kindergarten und Ihrer eigenen Entscheidung – mittags oder nachmittags. Neben dem Spielen und Austoben soll hier auch die Neugierde der Jüngsten befriedigt werden. Daher lernen die Kinder zum Beispiel mit kleinen Experimenten und spielerischem Unterricht etwas über Natur und Technik oder sie schulen ihr Denken und Sprachvermögen. In Deutschland existieren auch bilinguale Kindergärten. Die meisten bieten Englisch als zweite Sprache an, gefolgt von Französisch und Dänisch. Wie bei den Kinderkrippen variieren die Preise stark. Manche Kindergärten sind kostenfrei für die Eltern, andere kosten – je nach Einkommen, Trägerschaft und Region - mehrere hundert Euro pro Jahr.
Mit dem sogenannten KiTa-Qualitätsgesetz (Externer Link) werden seit 2023 die Bundesländer vom Bund finanziell unterstützt, um die Qualität der Kindertagesbetreuung bundesweit zu verbessern.
Des Weiteren können Sie sich auf dem Familienportal des BMFSFJ (Externer Link) digital über alle Ihnen zustehenden Leistungen als Familie informieren.
Ask Me Anything - Karriere und Familie in Deutschland
Hallo, ich bin Marina. Ich bin 42 Jahre alt und komme aus Russland. In Deutschland bin ich schon seit 20 Jahren und habe mich hier schon ganz schön eingelebt. Ich habe eine Familie und zwei Töchter, 16 und drei Jahre alt.
Wo arbeitest du zurzeit und was machst du dort?
Die Firma, bei der ich gerade arbeite, heißt Just One Germany GmbH. Dort arbeite ich in der IT-Abteilung und bin für die Anwendungsbetreuung und das Projektmanagement zuständig.
Wie hast du es die ganzen letzten Jahre geschafft, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren?
Das ist manchmal einfach ein logistisches Rätsel, das wir als Familie tagtäglich lösen müssen, aber es gelingt uns tatsächlich. Wir haben uns für eine Tagesmutter entschieden. Das ist auch ein Konzept, das ich nur aus Deutschland kenne: Ausgebildete Tagesmütter betreuen in kleinen Gruppen von fünf bis sechs Kindern tagtäglich die Kinder. Das Ganze wird auch von der Stadt mit begleitet, das heißt, solche Anträge für eine Tagesmutterbetreuung muss man auch bei der Stadt stellen, und da werden entsprechende Plätze verteilt und genehmigt. Das haben wir jetzt mit unserer jüngsten Tochter gemacht und waren auch sehr zufrieden damit.
Wie findest du die medizinische Versorgung in Deutschland während Schwangerschaft und Geburt?
Beide meiner Schwangerschaften habe ich hier durchgemacht und erlebt, und auch die Geburten. Beim ersten Mal war ich natürlich weniger erfahren. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass man Anspruch auf eine Hebamme hat, die man aber rechtzeitig ansprechen muss. Das habe ich nicht gemacht, erst kurz vor der Geburt wusste ich davon und habe mich um eine Hebamme bemüht. Das hat aber auch prima geklappt. Ich bin damals auch fünf Tage im Krankenhaus geblieben, weil ich mir einfach nicht sicher war. Auch das hat alles prima geklappt. Beim zweiten Mal war ich natürlich schon etwas sicherer und war schon in wenigen Stunden nach der Geburt zu Hause, wurde aber auch danach trotzdem bestens medizinisch versorgt. Und während der Schwangerschaft habe ich mich eigentlich immer sehr gut aufgehoben gefühlt.
Wie lange hast du pausiert?
Nach meinem zweiten Kind habe ich die gesetzlich vorgeschriebenen acht Wochen Mutterschutz in Anspruch genommen. Danach gibt es eine Regelung, die heißt Elternzeit, und davon bin ich noch zehn Monate zu Hause geblieben, komplett mit dem Kind, um danach einen Wiedereinstieg in den Job zu schaffen.
Wie funktioniert das in Deutschland mit der Elternzeit und dem Elterngeld?
Als meine jüngste Tochter zehn Monate alt war, habe ich dann angefangen, wieder zu arbeiten, eben in dieser Elternzeit in Teilzeit. Darüber hinaus gibt es das sogenannte Elterngeld, was einer jungen Familie mit einem Kleinkind eine gewisse finanzielle Sicherheit bietet. Das heißt, wenn ich das Elterngeld bei der Stadt beantragt habe, bekomme ich normalerweise für die Frist von zwölf Monaten ungefähr 65 Prozent meines normalen Gehalts als finanzielle Mittel monatlich von der Stadt. So kann ich sicher sein, dass ich meine Existenz und die Existenz meiner Familie auch absichern kann. Man kann dieses Elterngeld auch strecken, das nennt man dann Elterngeld Plus. Und man kann dieses Elterngeld auch mit dem Lebenspartner oder mit dem Vater des Kindes aufteilen, man kann das halbe-halbe machen. Wir haben das so gemacht, dass ich zehn Monate Elterngeld bekommen habe und er zwei Monate, und dafür ist er dann zwei Monate komplett mit dem Kind zu Hause geblieben. So hat er mir den Wiedereinstieg in den Beruf komplett ermöglicht.
Wie zufrieden bist du mit der Kita in Deutschland?
Ich bin sehr zufrieden. Es gibt ja unterschiedliche Konzepte, man kann natürlich auch einen privaten Kindergarten auswählen. Wir haben uns aber ganz bewusst für eine städtische Kindertageseinrichtung entschieden, in die auch meine ältere Tochter früher gegangen ist. Ausschlaggebend ist einfach die liebevolle Betreuung der Kinder. Und wenn ein Kind jeden Morgen glücklich dahin geht und auch mit ganz vielen Eindrücken zurückkommt, dann spricht das eigentlich für sich selbst.
Möchtest du mit deiner Familie dauerhaft in Deutschland bleiben?
Meine Antwort lautet ja, denn für mich ist Deutschland auch ein Land, in dem meine Kinder aufwachsen, wo ihre Zukunft ist, und die möchte ich auch gerne mitgestalten. Daher ein klares Ja.
Ask Me Anything: Karriere und Familie in Deutschland
Rechtlicher Anspruch auf Kinderbetreuung
Seit dem 1. August 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung und Förderung in einer Kita, bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater. Dieser Anspruch ist unabhängig davon, ob die Eltern erwerbstätig sind oder nicht. Festgehalten ist das im Kinderförderungsgesetz (KiföG) (Externer Link) . Kinder über drei Jahre haben bis zu ihrem Schuleintritt einen uneingeschränkten Anspruch auf Förderung in einer Kita.
Wie Sie die passende Betreuung finden
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1 Suche
Beginnen Sie im Internet: Die Websites der Stadt- und Gemeindeverwaltungen bieten meistens einen guten Überblick. Das jeweilig zuständige Jugendamt versorgt Sie mit Informationen rund um das Thema Kindertagesbetreuung.
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2 Auswahl
Sie können über das Familienportal (Externer Link) nach AnsprechpartnerInnen in Ihrer Umgebung suchen. Besuchen Sie die verschiedenen Gemeindeverwaltungen und Einrichtungen vor Ort, um sich über Betreuungsangebote zu informieren.
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3 Anmeldung
Sobald Sie eine passende Einrichtung gefunden haben, können Sie Ihr Kind für einen Betreuungsplatz anmelden. Besonders in Großstädten sind Betreuungsplätze nicht immer verfügbar.
Wussten Sie schon?
Kirchen und soziale Einrichtungen bieten darüber hinaus oftmals betreute Spielgruppen für Kinder an (z. B. in Familienzentren). In vielen Städten finden Sie auch fremdsprachige Angebote für Spielgruppen.
Weitere Informationen im Web
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Bundesagentur für Arbeit (BA)
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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
Beratung und Hilfe
Sie haben weitere Fragen zu Visum, Jobs oder dem Leben in Deutschland? Hier finden Sie die passenden Service- und Beratungsangebote: Hotline, Chat, E-Mail, Webinare und Veranstaltungen sowie persönliche Beratungsstellen in Deutschland und im Ausland.