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Internationale Fachkräfte in Unternehmen: Ein Gewinn für beide Seiten

17.04.2018 - In Deutschland werden in einigen Branchen und Regionen schon jetzt die Fachkräfte knapp. Angesichts des demografischen Wandels dürfte sich diese Entwicklung noch verstärken. Der zunehmende Fachkräftemangel ist für Unternehmen mittlerweile das größte Geschäftsrisiko. Vier von fünf Unternehmen geben an, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften zu haben[1]. Jedes deutsche Unternehmen kann durch personalpolitische Maßnahmen dieser Entwicklung gegensteuern und selbst die Initiative ergreifen, bislang unerschlossene Fachkräftepotenziale zu heben. Hierzu gehören auch gut qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland. Die Gewinnung dieser Fachkräfte kann sich durchaus lohnen, denn sie sichern nicht nur den Fachkräftebedarf. Internationale Teams sind eine Bereicherung für jedes Unternehmen. Qualifizierte Zuwanderinnen und Zuwanderer bringen spezifische Kenntnisse über Märkte, Länder und Sprachen mit und verfügen oft über hohe interkulturelle Kompetenz.

Internationale Fachkräfte in Unternehmen heute

Angesichts der steigenden Fachkräfteengpässe lässt sich ein neuer Trend beobachten. In deutschen Unternehmen sind immer mehr ausländische Fachkräfte angestellt. Ende 2016 waren laut der Bundesagentur für Arbeit 3,2 Mio. Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt[2]. In den akademischen MINT-Berufen (Mathematik, IT, Naturwissenschaft und Technik) – welche besonders von Fachkräfteengpässen betroffen sind -  haben sich vor allem die Beschäftigtenzahlen der indischen, chinesischen und spanischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stark erhöht[3]. Ohne den Zuzug internationaler Fachkräfte wären die Auswirkungen des Fachkräftemangels also noch wesentlich gravierender. Auch der deutsche Mittelstand profitiert von der Fachkräftezuwanderung. Laut einer aktuellen Umfrage beschäftigen immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland Mitarbeitende aus dem Ausland[4]. Im Jahr 2016 haben drei von vier KMU ausländisches Personal eingestellt. Mit steigender Mitarbeiterzahl nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich mindestens eine zugewanderte Person unter der Belegschaft befindet. Das gilt besonders für die im Ausland aktiven KMU, die auf internationale Märkte expandieren wollen und hierfür auf die Marktkenntnisse und Netzwerke ausländischer Fachkräfte angewiesen sind. So beschäftigen fast alle größeren KMU (50 oder mehr Beschäftigte) Mitarbeitende, die aus dem Ausland stammen. Dabei bilden EU-Bürger mit 56 Prozent die Mehrheit der ausländischen Beschäftigten.

Vorteile von Vielfalt im Unternehmen nutzen

Wer auf Fachkräftegewinnung aus dem Ausland setzt, muss auch auf Integration und Willkommenskultur im Betrieb setzen. Denn nur, wenn die ausländische Fachkraft sich in ihr neues berufliches und privates Umfeld einlebt und an der Gesellschaft teilhat, wird sie auch längerfristig im Unternehmen bleiben. Das mag zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden sein, doch als ein Teil eines umfassenden Diversity Managements, der Organisation von Vielfalt im Unternehmen kann gelebte Willkommenskultur mit zahlreichen Vorteilen einhergehen. Laut einer Studie der Charta der Vielfalt[5] bestätigen rund drei Viertel der befragten Unternehmen, dass Diversity auch Zukunftssicherung für das Unternehmen bedeutet. Zum Beispiel, weil bisher nicht ausgeschöpfte Personalressourcen genutzt werden oder durch Vielfalt besonders die Innovation und Kreativität im Unternehmen gefördert wird. Ein erfolgreiches Diversity Management kreiert ein weltoffenes Image und steigert die Attraktivität als Arbeitgeber. Gerade KMU erhalten durch das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA)[6] praktische Hinweise, wie sie Diversity in ihrem Unternehmen leben können.

Herausforderungen bei der Rekrutierung von internationalen Fachkräften meistern

Die Gewinnung und Integration von ausländischen Fachkräften stellt den deutschen Mittelstand vor neue Herausforderungen: Sie können einen zeitlichen, finanziellen und bürokratischen Aufwand für das Unternehmen bedeuten. Häufig sehen sich die Unternehmen mit zahlreichen formalen Fragen konfrontiert:

  • Wie suche und erreiche ich ausländische Bewerberinnen und Bewerber?
  • Was muss ich beachten, wenn ich Menschen beschäftigen will, die keinen deutschen Pass haben?
  • Wie kann ich ausländische Qualifikationen richtig einschätzen?
  • Wie kann ich die Deutschkenntnisse meiner Fachkraft fördern?
  • Welche Maßnahmen zur Integration kann ich durchführen und wie kann ich dabei unterstützt werden?
  • Welche Ansprechpartner gibt es, die mir bei meiner Unternehmung helfen können?

Antworten auf Fragen wie diese gibt es auf„Make it in Germany“ – für Unternehmen. In vier Hauptrubriken erfahren interessierte Arbeitgeber alles rund um Rekrutierung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland. Dabei erläutert das offizielle Onlineportal nicht nur die unterschiedlichen Rekrutierungswege für Fachkräfte aus der EU und aus Nicht-EU Staaten. Für die Gewinnung internationaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es ebenfalls wichtig, verschiedene Zielgruppen im Blick zu haben. So birgt z.B. die Anwerbung ausländischer Studierender bzw. Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen ein großes Potenzial für Unternehmen.

Weitere Informationen und Unterstützung erhalten interessierte Unternehmen auf Make it in Germany" – für Unternehmen. 


Quellen und Hinweise: 

[1]DIHK Konjunkturumfrage, Jahresbeginn 2018
[2] Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarkt für Ausländer – Monatszahlen, Dezember 2017
[3] IW Köln: Mint-Herbstreport, November 2017
[4] KFW Research: Ausländische Beschäftigte im Mittelstand: Ein starkes Plädoyer für freie Arbeitsmärkte, Januar 2017
[5] Charta der Vielfalt: Diversity in Deutschland, Oktober 2016
[6] Das vom BMWi geförderte KOFA unterstützt KMU bei der Fachkräftesicherung und der erfolgreichen Gestaltung ihrer Personalarbeit. Alle Unterstützungsangebote finden sich auf www.kofa.de. Außerdem bietet KOFA Veranstaltungen, Vorträge und Webinare zu verschiedenen Personalthemen an.

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