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Zuwanderung

Deutschlands Bevölkerung wächst durch Zuwanderung

Dass es sich in Deutschland gut leben und arbeiten lässt, hat sich herumgesprochen: Deutschland als Zuwanderungsland ist attraktiv wie nie. Seit 1950 gab es nur wenige Jahre, in denen in Deutschland mehr Menschen ab- als zugewandert sind. Die deutsche Wiedervereinigung im Jahr 1990 legte einen Grundstein für hohe Zuzugsraten, die im Jahr 1992 ihren Höhepunkt erreichten. Die gute konjunkturelle Lage und fortlaufende Stabilität auf dem Arbeitsmarkt ließ sich auf den positiven Saldo zurückführen. Dieser war lediglich zur Zeit der globalen Rezession in den Jahren 2008 und 2009 negativ, erstmals seit 1984.

Die Schere zwischen Zu- und Abwanderung wurde in den Jahren 2010 bis 2015 immer größer. Der hohe positive Wanderungssaldo von ausländischen Personen im Jahr 2015, der zwar auch auf die hohe Flüchtlingsmigration zurückzuführen ist, hat sich im Jahr 2016 wieder deutlich reduziert. Es kommen also immer mehr Menschen nach Deutschland, um sich hier beruflich weiterzuentwickeln.

Vor allem junge Zuwanderer kommen nach Deutschland, wodurch eine Lücke geschlossen werden kann, welche in Deutschland durch niedrige Geburtenraten vorauszusehen ist. 2019 lebten über 83 Millionen Menschen in Deutschland. Im Durchschnitt waren sie 44,5 Jahre alt. Die jüngeren Jahrgänge in Deutschland können also rein rechnerisch nicht die Generation ihrer Eltern ersetzen. Insbesondere junge Zugewanderte können diese demografische Lücke füllen, indem sie dem deutschen Arbeitsmarkt noch lange zur Verfügung stehen, den Fachkräftemangel mildern und zu Wohlstand und wirtschaftlichem Erfolg beitragen. Voraussetzung hierfür sind die geeigneten Qualifikationen.


Zugewanderte sind zunehmend besser qualifiziert

Immer mehr Zuwanderinnen und Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter weisen einen Hochschulabschluss vor. Das Qualifikationsprofil der Zugewanderten hat sich seit ein paar Jahren deutlich verbessert. Der Anteil der Personen im Alter von 25 bis 65 mit eigener Migrationserfahrung und einem akademischen Abschluss ist vom Jahr 2005 bis 2016 soweit gestiegen, dass er etwa gleichauf mit dem der Gesamtbevölkerung in Deutschland im gleichen Alter war.  Damit unterscheidet sich die Qualifikationsstruktur der Zugewanderten nicht mehr erheblich von der gesamten Bevölkerung in Deutschland. Dass immer mehr Akademikerinnen und Akademiker nach Deutschland zuwandern, lässt sich durch die vereinfachten Zuwanderungsmöglichkeiten für diese Personengruppe erklären.

Durch das Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes im Jahr 2012 haben alle Zuwanderungsinteressierten und bereits Zugewanderte die Möglichkeit, ihre ausländischen Qualifikationen in Deutschland anerkennen zu lassen. Dieser Schritt ist notwendig für Zuwanderinnen und Zuwanderer, die nicht aus der EU stammen, keinen Hochschulabschluss besitzen und in Deutschland eine Arbeit aufnehmen wollen. Für Bürgerinnen und Bürger aus der EU, die in einem reglementierten Beruf – wie als Ärztin bzw. als Arzt oder Rechtsanwältin bzw. Rechtsanwalt – arbeiten, ist die Anerkennung ebenso eine Voraussetzung, um ihren Beruf in Deutschland ausüben zu dürfen. Die Erfolgschancen stehen dabei gut. Die Gesamtzahl der positiven Entscheidungen bezüglich der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist vom Jahr 2012 bis 2019 von 7.980 auf 34.695 gestiegen. Davon haben 50,2% sogar eine volle Gleichwertigkeit erlangt. Zugewanderte haben somit gute Voraussetzungen für die Jobsuche und den Start ihrer Karriere in Deutschland.

Knapp 46.000 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren 2016 an deutschen Forschungseinrichtungen tätig. Besonders erfreulich ist, dass zuletzt verstärkt Forschende aus den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) den Weg nach Deutschland fanden. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Bereichen Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften stetig.(Quelle: DAAD 2019). Als hochspezialisierter Industriestandort benötigt Deutschland ihr Know-How, um seine Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. 

Noch Luft nach oben – Vergabe von Aufenthaltstiteln an qualifizierte Zuwanderer

Viele gut qualifizierte Menschen kommen nach Deutschland, um sich hier ihre berufliche Zukunft aufzubauen. Dabei gibt es grundsätzliche Unterschiede: So haben Bürgerinnen und Bürger aus der EU, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt und benötigen keinen Aufenthaltstitel für diesen Zweck. 

Bürgerinnen und Bürger, die nicht aus der EU stammen, benötigen hingegen ein Visum. Die Anzahl der Drittstaatenangehörigen, die 2019 einen entsprechenden Aufenthaltstitel als Fachkraft oder hochqualifizierte Arbeitskraft erhalten haben, lag bei über 39.000. Es werden also immer mehr Aufenthaltstitel an gut ausgebildete Arbeitskräfte vergeben. Dabei nimmt die Bedeutung der „Blauen Karte EU“ deutlich zu. Die Vergabe dieses Aufenthaltstitels stieg von 2.190 in 2012 auf 13.137 im Jahr 2019. Nach wie vor machen qualifizierte Beschäftigte aus Berufen, die in der Regel eine zweijährige Berufsausbildung voraussetzen, mit rund 21.305 neu vergebenen Titeln den größten Teil aus. Im Land der Ideen wurden 2019 zudem 1.484 neue Aufenthaltstitel zum Zwecke der Selbstständigkeit und 1.965 Titel an Forscherinnen und Forscher vergeben.


Holen Sie Ihre Familie nach

Deutschland ist kinderfreundlich! Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis, insbesondere einer „Blauen Karte EU” für Deutschland, können ihre Familie leicht nachholen, wenn genügend Wohnraum zur Verfügung steht, der Lebensunterhalt für die Familie gesichert ist und die Ehepartnerin oder der Ehepartner volljährig ist. Die Zahl der Visa welche zum Zwecke des Familiennachzugs ausgestellt wurden ist seit dem Jahr 2010 stetig gestiegen. So wurden im Jahr 2019 96.633 Visatitel dafür vergeben (Quelle: BAMF, 2020).

Zuwanderer leisten Wachstumsbeitrag

Deutschlands Wirtschaft wächst, wie man an der Entwicklung des Produktionspotenzials sehen kann. Das Produktionspotenzial entspricht der Menge aller hergestellten Güter und Dienstleistungen und hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der Anzahl der Personen, die die Güter und Dienstleistungen produzieren, der für die Produktion benötigten Zeit und dem Maß, wie produktiv die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die eingesetzten Maschinen sind. Erwerbsorientierte Zuwanderung wirkt sich über zwei Kanäle positiv auf das Produktionspotenzial aus: Einerseits erhöht sich durch Zuwanderung die Anzahl der Arbeitskräfte und es können mehr Güter und Dienstleistungen produziert werden. Andererseits ergeben fortlaufende Untersuchungen, dass Erwerbsmigrantinnen und -migranten durchschnittlich besser qualifiziert sind als inländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und demzufolge die Arbeitsproduktivität steigern. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat in einer Modellrechnung deutlich positive Wachstumseffekte von allgemeiner Migration auf das mittelfristige Produktionspotenzial für die nächsten Jahre geschätzt. Würden bei entsprechenden Schätzungen nur qualifizierte Zugewanderte berücksichtigt, fielen die Ergebnisse sogar noch positiver aus.

Weitere Informationen im Web

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

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