Perspektiven nach dem Studium
Sie haben Ihr Studium in Deutschland abgeschlossen oder stehen kurz davor? Hier finden Sie einige Vorschläge, wie es nach dem Studium weitergehen kann.
Inhalt
Wenn Sie Ihr Studium in Deutschland erfolgreich abgeschlossen haben, stehen Ihnen viele Wege offen – vom direkten Berufseinstieg über eine Promotion bis hin zur Selbstständigkeit oder einer alternativen Ausbildung. Erfahren Sie hier, welche Möglichkeiten Sie nach dem Studium haben, wie Sie Ihren Aufenthalt in Deutschland gestalten können und welche rechtlichen Voraussetzungen dafür gelten.
Rechtzeitig neuen Aufenthaltstitel beantragen
Wenn Sie nach Ihrem Studium weiterhin in Deutschland leben möchten, müssen Sie den entsprechenden Aufenthaltstitel vor Ablauf Ihrer Aufenthaltserlaubnis zum Studieren beantragen.
Studium beendet – und jetzt? Aufenthalt & Jobsuche
Wenn Sie aus der EU, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen oder Island kommen, benötigen Sie kein Visum bzw. Aufenthaltstitel, um in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Mehr dazu finden Sie in der Rubrik „Informationen für EU-Bürgerinnen und -Bürger“.
Wenn Sie aus einem Drittstaat kommen, haben Sie die Möglichkeit, eine bis zu 18 Monate gültige Aufenthaltserlaubnis für die Suche nach einer qualifizierten Beschäftigung zu erhalten. Während dieser 18 Monate dürfen Sie jede Art von Tätigkeit aufnehmen. Beachten Sie, dass diese Form der Aufenthaltserlaubnis nicht verlängert werden kann. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um eine Aufenthaltserlaubnis für 18 Monate zu bekommen:
- Nachweis über ein erfolgreich abgeschlossenes Studium
- Nachweis über Krankenversicherungsschutz
- Nachweis über die Sicherung Ihres Lebensunterhalts
Informieren Sie sich vor der Antragstellung bei der für Sie zuständigen Ausländerbehörde, welche Unterlagen Sie mitbringen müssen. Einige Ausländerbehörden bieten dazu auch Informationen im Internet an.
Für eine erfolgreiche Jobsuche sollten Sie ansprechende Bewerbungsunterlagen zusammenstellen, um sich potenziellen Arbeitgebern bestmöglich zu präsentieren. Wie Sie eine Bewerbung schreiben und weitere Tipps zur Arbeitsplatzsuche finden Sie in der Rubrik „Jobsuche“. In unserer Jobbörse können Sie außerdem direkt nach offenen Stellen suchen und sich bewerben.
Video: Wie finde ich einen Job in Deutschland?
Direkter Berufseinstieg mit Jobangebot
Wenn Sie aus einem Drittstaat kommen, können Sie mit einem Jobangebot für eine qualifizierte Beschäftigung eine Aufenthaltserlaubnis zur Aufnahme einer qualifizierten Beschäftigung oder eine Blaue Karte EU beantragen. Beachten Sie dabei, dass die Beschäftigung nicht im fachlichen Zusammenhang mit Ihrer Qualifikation stehen muss (Ausnahme: Blaue Karte EU). Allerdings benötigen Sie eine Berufsausübungserlaubnis, wenn Sie in einem reglementierten Beruf arbeiten möchten. Folgende Nachweise müssen Sie vorlegen:
- Nachweis über ein erfolgreich abgeschlossenes Studium
- Nachweis über Krankenversicherungsschutz
- Konkretes Arbeitsplatzangebot
Da die Auswahl des Aufenthaltstitels maßgeblich durch Ihre persönliche Situation bestimmt wird, sollten Sie sich bei der Antragstellung durch Ihre Ausländerbehörde beraten lassen. Auch wenn Sie ein Jobangebot in Teilzeit haben, können Sie eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Wichtig ist, dass die voraussichtliche Gehaltshöhe für den Lebensunterhalt ausreicht. Darüber entscheidet allein die Ausländerbehörde.
Selbstständig nach dem Studium: Wege in die Gründung
Es gibt viele Gründe, sich in Deutschland selbstständig zu machen. Wenn Sie sich dafür interessieren, können Sie mit einer Gründungsberatung in Kontakt treten.
Wenn Sie aus einem Drittstaat kommen, brauchen Sie, je nach Ihrem unternehmerischen Vorhaben, eine entsprechende Aufenthaltserlaubnis. Lesen Sie mehr darüber in der Rubrik „Visum zur Selbstständigkeit“.
Promotion in Deutschland: Forschen mit Perspektive
Eine weitere Option für Hochschulabsolventinnen und Absolventen ist die Promotion. Internationale Forschende sind willkommen an den deutschen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und forschenden Unternehmen – und die deutsche Promotion genießt hohes Ansehen in der Welt.
Das Portal Research in Germany (Externer Link) bietet wichtige Informationen rund um das Thema „Promovieren in Deutschland“ und stellt Finanzierungs- sowie Fördermöglichkeiten vor. In Deutschland arbeiten die meisten Doktorandinnen und Doktoranden entweder an einer Hochschule oder sie erhalten ein Stipendium für Ihre Forschung.
Wenn Sie aus einem Drittstaat kommen und in Deutschland promovieren möchten, benötigen Sie entweder eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken, einen Aufenthaltstitel zu Forschungszwecken oder eine Blaue Karte EU – je nachdem, wie viel Sie während der Promotion arbeiten und wie viel Sie verdienen. Diese Aufenthaltserlaubnis können Sie bei Ihrer zuständigen Ausländerbehörde beantragen. Informieren Sie sich dort vor der Antragstellung darüber, welche Unterlagen Sie vorlegen müssen.
Berufsausbildung als Alternative: Praxisnah weiterlernen
Sie möchten noch weiter lernen, aber dabei mehr Praxiserfahrung in einem Unternehmen sammeln? Dann könnte eine Berufsausbildung für Sie interessant sein. Deutschland hat ein ausgezeichnetes Ausbildungssystem. Bei einer dualen Ausbildung lernen Sie einen konkreten Beruf direkt in einem Unternehmen und besuchen zusätzlich die Berufsschule. Lesen Sie mehr hierzu unter „Ausbildung“.
Wenn Sie aus einem Drittstaat stammen, müssen Sie eine Aufenthaltserlaubnis für die Absolvierung einer Berufsausbildung beantragen. Über den Antrag entscheidet die Ausländerbehörde. Informieren Sie sich vor der Antragstellung bei der Ausländerbehörde darüber, welche Unterlagen Sie vorlegen müssen.
Unterstützung suchen: Lassen Sie sich beraten
Viele Hochschulen unterstützen ihre (internationalen) Studierenden kostenfrei beim Start ins Berufsleben. Career Center/ Services oder auch die International Offices geben Tipps für Bewerbungen, organisieren Jobmessen und stellen Kontakte zu Unternehmen in der Region her.
Informieren Sie sich beim Studierendenservice Ihrer Hochschule, welche Angebote Sie nutzen können.
Campus-Initiative Internationale Fachkräfte des DAAD
Die „Campus-Initiative Internationale Fachkräfte“ des DAAD hilft deutschen Hochschulen dabei, internationale Studierende und Graduierte besser auf den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Darunter fallen die Programme „FIT“ (Förderung internationaler Talente zur Integration in Studium und Arbeitsmarkt) und „Profi Plus“ (Akademische Anpassungsqualifizierung für den deutschen Arbeitsmarkt). Insgesamt gibt es über 100 Projekte an vielen verschiedenen Universitäten. Die Angebote reichen von Sprachkursen über Mentoringprogramme bis hin zu Hospitationen in Unternehmen. Alle Angebote und Hochschulen finden Sie in dieser interaktiven Karte (Externer Link) .
Auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet viele kostenfreie Unterstützungsangebote für die Jobsuche an.
Vom Studium zum Job in Deutschland: Erfolgsgeschichte eines internationalen Studenten
Ich bin seit sieben Jahren in Deutschland. Ich habe meinen Bachelor als Bauingenieur im Iran gemacht. Dann habe ich drei Jahre selbstständig gearbeitet und dann bin ich nach Deutschland gekommen. Jetzt arbeite ich als Energieeffizienzexperte und das war ein langer Weg und auch ein schwerer Weg, aber hat es sich gelohnt.
Mein Name ist Sina. Ich komme aus dem Iran, ich bin 32 Jahre alt und meinen Master habe ich in Green Building Engineering an der TH Köln gemacht. Ganz am Anfang, ich war fertig mit meinem Bachelor, ein Kumpel von mir wollte nach Deutschland und Österreich und hatte einen Deutschkurs besucht. Er hat mir gesagt: „Sina, du kannst Englisch, wenn du willst, kannst du einfach eine neue Sprache lernen. Und wenn du Interesse daran hast, kannst du natürlich auch nach Deutschland, um weiterzustudieren.”
Ich bin so ein Typ, der alles planen muss. Das heißt, ich musste auf jeden Fall vorher wissen: Wie ist das mit dem Visum? Wie ist das mit der Arbeitserlaubnis? Kostet es zum Beispiel viel hier zu studieren? Wie ist das mit der Wohnungssuche? Und alle diese Themen, die spielen natürlich eine große Rolle. Aber manchmal gibt es auch Überraschungen. Ich war wirklich happy, wollte ich mit der Uni-Zeit anfangen und ein bisschen Uni-Life haben und erleben hier in Deutschland, und dann war Corona. Und das war wirklich ein großes Pech für mich.
Doch dann bin ich gerettet worden von dem WG-Leben. Ich hatte Glück. Ich habe eine WG gefunden mit zwei Mitbewohnerinnen, die beide deutsch waren. Ich konnte mein Deutsch verbessern und diese Möglichkeit war für mich auch eine offene Tür zu der Kultur, zu dem Leben in Deutschland und auch um diese Sprache zu lernen. Um Deutsch zu sprechen, muss man einfach kein Angst haben, das muss man einfach machen. Und dann irgendwann kommst du da rein und dann lernst du immer besser und besser. Einfach machen!
Sina ist glaube ich einfach eine Person, die sich traut zu sprechen. Und wir haben von Anfang an Deutsch miteinander geredet. Das war für uns auch nie ein negatives Thema, sondern eher immer auch beeindruckend für uns, wie schnell Sina einfach auch gelernt hat und Fortschritte gemacht hat.
Ich bin als Student nach Deutschland gekommen, das heißt mit dem Studentenvisum. Und dafür brauchst du ein paar Voraussetzungen: Eine der wichtigsten ist die Finanzierung. Das musst du irgendwie nachweisen, entweder mit dem Sperrkonto oder mit etwas anderem. Und das habe ich natürlich auch gemacht. Ich hatte auch verschiedene Nebenjobs und irgendwann habe ich gesagt, ich würde gerne in meine Branche einsteigen. Und da habe ich mich beworben, ganz normal bei den Jobangeboten, die im Internet waren. Und dann bin ich bei INDICAMUS gelandet. Wir machen energetische Sanierungen bei Gebäuden und ich berate auch Wohneigentümergemeinschaften.
Also wir haben schon früh gemerkt, dass Sina nicht nur eine fachliche Kompetenz mitbringt, sondern auch extrem teamfähig ist. Das, was wir hier als junges Team wirklich sehr wertschätzen, dass wir hier zusammenwachsen. Und Sina ist inzwischen zu einer leitenden Rolle aufgestiegen und einfach ein wichtiger Bestandteil unseres Unternehmens.
Ich bin richtig stolz darauf, dass ich alles auf Deutsch mache. Und ich bin auch richtig stolz, dass ich was mache, was wirklich Sinn macht. und ich habe meine Arbeit und meine Kollegen, wo es auch richtig Spaß macht, mit ihnen zu arbeiten. Deswegen würde ich sagen, Deutschland hat für mich eine große Bedeutung und ich zähl das fast als zweite Heimat für mich.
Eine der Schwierigkeiten, würde ich sagen, ist hier das Visum zu verlängern. Und es gibt sehr viel Bürokratie in Deutschland. Das kennen wir alle. Und das ist die Sache, die man vielleicht verbessern kann. Aber am Ende hat es geklappt und es hat sich gelohnt, dass ich jetzt bei INDICAMUS bin.
Ich würde sagen, von außen zu entscheiden, ob man hier arbeiten kann ist nicht so einfach. Für mich war es so, ich habe erstmal angefangen hier zu studieren und dann habe ich gemerkt: „Ja, ich kann mir auch vorstellen, hier zu arbeiten.” Und das hat auch gut geklappt. Hier habe ich ein Gefühl für die deutsche Kultur gekriegt. Wie funktioniert das? Ob das etwas für mich ist oder nicht. Und dann langsam einfach ausprobieren. Und dann irgendwann hat es geklappt und dann habe ich gesehen: „Es ist etwas für mich.”
Das wichtigste hier ist Deutsch zu reden. Und das würde ich auf jeden Fall empfehlen: Geh zu den Leuten. Mach einfach alles mit: Die Partys, das Feierabendbier. Und sei offen mit den Leuten einfach Spaß zu haben und gleichzeitig könnt ihr auch diese Kultur kennenlernen.
Ich würde einfach offen und ehrlich sein und sagen: Ja, es ist schwierig. Aber am Ende lohnt es sich!
Video: Vom Studium zum Job in Deutschland - Eine Erfolgsgeschichte
Weitere Informationen im Web
- Research in Germany Research and Career in Germany
- Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) Campus Initiative Internationale Fachkräfte
Noch Fragen offen? Hier finden Sie Antworten.
Lassen Sie sich zu Ihren Möglichkeiten, in Deutschland zu arbeiten und zu leben, beraten. Das Expertenteam unterstützt bei Fragen zu Jobsuche, Visum, Anerkennung und Deutsch lernen.
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